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BROtox oder Botox für den Mann - was sich hinter dem Trend verbirgt

Lesezeit: 2 Min.

Immer mehr Männer unterziehen sich einer Botoxbehandlung - meist um der Karriere willen

Zuerst taten es nur die Hollywoodstars – inzwischen jeder, der es sich leisten kann: lästige Altersfältchen einfach mit Botox wegspritzen lassen, um jünger auszusehen. Immer häufiger sind auch Männer unter den Patienten der Schönheitsspezialisten. Unter dem englischen Begriff „BROtox“ – zusammengesetzt aus den Wörtern „Brother“ und „Botox“ – wird diese Neuausrichtung der Männer in Bezug auf Faltenbehandlungen und den offenen Umgang damit ausgedrückt.

Botolinumtoxin lähmt die Muskulatur

Das Leben hinterlässt Spuren. Sorgen, Freude, Ärger, zu wenig Schlaf, ein ausschweifender Lebensstil: Spätestens mit dreißig zeichnet sich das im Gesicht ab. Unwiderruflich – und viel zu früh, da sind sich alle einig. Denn Jungsein wird gleichgesetzt mit Attraktivität, Aktivität und Erfolg. Um möglichst lange möglichst jung auszusehen, vertrauen immer mehr Menschen auf die Wirkung des Nervengiftes Botolinumtoxin. 2016 waren das 187.000 Menschen in Deutschland – Tendenz weiterhin steigend. Botolinumtoxin, bekannter unter dem Handelsnahmen Botox, wird in die Bereiche der Falten gespritzt, lähmt dort die Muskulatur und verhindert so, dass sich die Stirn in Denk- oder Zornesfalten legen lässt. Das Ergebnis ist eine glattere, straffere Haut, vor allem dann, wenn die Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt wird.

Jeder zehnte Botox-Patient ist ein Mann

War anfangs der "Jugendwahn" fest in Frauenhand, so finden sich inzwischen immer mehr Männer in den Praxen der Schönheitschirurgen ein, um sich Botox injizieren zu lassen. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) ist jeder zehnte Patient, der zur Botoxbehandlung kommt, männlich. Während bei Frauen der Wunsch nach Attraktivität an erster Stelle steht, ist es bei Männern der Wunsch nach beruflichem Erfolg. Und der definiert sich inzwischen immer mehr an einem jugendlichen, frischen, wachen Aussehen.

Während Frauen heute kaum noch ein Geheimnis um ihre Botoxbehandlungen machen, sprechen nur wenige Männer davon, dass sie ihrem Aussehen mit Spritzen auf die Sprünge geholfen haben.

Männer brauchen mehr Botox

Dass Männerhaut anders als Frauenhaut ist, sieht man auf den ersten Blick. Die Haut von Männern ist dicker und meist fester, weil Männer über mehr Bindegewebe verfügen. Auch die Muskulatur im Gesicht ist größer und kräftiger. Somit erklärt sich, dass ein Mann eine größere Dosis Botox benötigt, um den gewünschten hautstraffenden Effekt zu erleben. Da Botox in der Schönheitschirurgie ohnehin milliardenfach verdünnt wird, ist das Risiko nicht höher als bei der Behandlung einer Frau. Voraussetzung ist immer, dass die Prozedur von einem erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt wird.

Aufgrund der schwereren Hautstruktur wirkt Botox bei Männern nicht so lange wie bei Frauen. Die Behandlung muss alle drei Monaten wiederholt werden, wenn der Effekt der glatten Haut aufrechterhalten werden soll. Da jede Botoxbehandlung abhängig ist von der Menge des Wirkstoffs, ist die Verjüngungskur für Männer auf Dauer deutlich teurer als für Frauen.

Botox gegen Krankheiten

Eine Behandlung mit Botolinumtoxin hat sich auch im Zusammenhang mit einigen Krankheiten als sehr wirkungsvoll erwiesen. So kann das Nervengift zum Beispiel dabei helfen, schwere Akne zu lindern oder Migräneattacken zu vermeiden oder zumindest zu erleichtern. Auch Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen), ein Leiden, das vor allem Männer betrifft, kann mit Botox erfolgreich behandelt werden.

Im Zusammenhang mit zahlreichen anderen Krankheitsbildern, vor allem im Fachgebiet der Neurologie, wird noch nach weiteren Einsatzgebieten geforscht.

Botox für straffere Hoden

Ein praller, straffer Hodensack ist ein Zeichen für Männlichkeit und Jugend. Daher gibt es seit einigen Jahren ein neues Einsatzgebiet für Botolinumtoxin: Es wird in die Hodenhaut injiziert. Durch die Behandlung wird zudem die Schweißproduktion in der Genitalregion gehemmt. Gefahr für die Fruchtbarkeit oder Sexualfunktion bestehen dabei nicht.

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