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Lernen im Schlaf funktioniert

Lesezeit: 1 Min.

Während der Körper sich im Schlaf entspannt, ist das Gehirn hochaktiv. Es verarbeitet Informationen und speichert sie – aber es kann noch mehr.

Das Gehirn, das tagsüber permanent damit beschäftigt ist, Dinge aufzunehmen, hat nachts die Aufgabe, die Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern. Dabei erfolgt eine Selektion, die das Gehirn vornimmt, bevor es Informationen in den Langzeitspeicher des Gedächtnisses schiebt. Emotionsgeladene Erlebnisse haben eine größere Wahrscheinlichkeit in die Erinnerung einzugehen als nüchterne Fakten. Auch wenn die neue Information an ein bereits gespeichertes Vorwissen andocken kann, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie in unsere Erinnerung Einzug hält.

Der Begriff "Lernen im Schlaf" ist insofern irreführend, da man im Schlaf nichts vollkommen Neues lernen kann. Das Gedächtnis kann nur die Dinge im Schlaf abspeichern, die ihm im Wachzustand bereits zugeführt wurden. Dennoch sind das gute Nachrichten für Schüler, Studenten und alle, die viel pauken müssen: Nach dem Memorieren von Vokabeln, Formeln oder Paragrafen ein kleines Nickerchen einzulegen, ist durchaus produktiv.

In einer aktuellen Studie der Northwestern University wurde das Lernvermögen im Schlaf mit einer Melodie erforscht. Die Teilnehmer lernten zwei verschiedene Musikstücke, während sie auf dem Computerbild sich bewegende Kreise beobachteten. Nach 25 Minuten hielten die Probanden ein 90-minütiges Schläfchen. Währenddessen zeichneten die Forscher ihre Gehirnaktivitäten auf. Als die Schläfer in eine Tiefschlafphase kamen, wurde leise eine der beiden Melodien abgespielt. Vor dem Schlaf hatten die Testpersonen beide Musikstücke gleich gut beherrscht. Nach dem Schlaf konnten alle die Melodie besser wiedergeben, die ihnen während der Tiefschlafphase vorgespielt worden war. Das zeigt, dass das Gehirn im Schlaf nicht nur in der Lage ist, bereits gelernte Dinge abzuspeichern. Vielmehr werden Lernprozesse im Schlaf auch fortgesetzt. Dinge, die im Wachzustand gelernt werden, werden während der Tiefschlafphase weiter geübt und verbessert.

Fazit: Es hilft nicht, die Studienmaterialien einfach nur unter das Kopfkissen zu legen und darauf zu schlafen. Aber möglicherweise könnte es helfen, wenn man jemanden hat, der einem den Inhalt während man schläft noch einmal vorliest – vorausgesetzt man hat vorher gelernt, befindet sich gerade in einer Tiefschlafphase und wacht nicht davon auf.

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