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Was ist eine Post-Zoster-Neuralgie?

Lesezeit: 4 Min.

Nervenschmerzen können nach der Gürtelrose bestehen bleiben

Die Gürtelrose verursacht in den meisten Fällen typische Symptome. Hierzu gehören der Hautausschlag und Schmerzen in den von der Krankheit betroffenen Körperregionen. Klingt die Gürtelrose (Herpes Zoster) nach zwei bis vier Wochen ab, lassen diese Symptome nach. In einigen Fällen kann es zu Komplikationen durch die Gürtelrose kommen. Eine der häufigsten Komplikationen ist die Post-Zoster-Neuralgie. Hierbei verspüren die Patienten nach dem Abklingen der Krankheit belastende Nervenschmerzen. Die Schmerzen können unter Umständen ein Leben lang anhalten.

Varizella-Zoster-Virus

Verständlicherweise wird die Lebensqualität der Betroffenen durch diese Schmerzen beeinträchtigt. In vielen Fällen können die Patienten nicht mehr ohne Schmerzmittel auskommen. Bis heute hat die Medizin keinen Behandlungsansatz in der Hinterhand, um die Post-Zoster-Neuralgie ursächlich zu behandeln. Die einzige Möglichkeit, welche sich den Patienten bietet, ist eine symptomatische Behandlung. Diese Behandlung gestaltet sich zumeist in Form einer Schmerztherapie. Bei einigen Patienten wird die Schmerztherapie zusätzlich mit einer Psychotherapie kombiniert.

Risiko auf anhaltende Schmerzen nach der Gürtelrose ist im Alter hoch

In Bezug auf die Post-Zoster-Neuralgie gilt: Je älter der Patient, desto höher ist das Risiko auf diese Komplikation der Gürtelrose. Zudem zeigen sich anhaltende Nervenschmerzen nach der Gürtelrose bei weiblichen Betroffenen häufiger als bei Männern. Sofern die Gürtelrose im Gesicht und vor allem an den Augen auftritt, steigt das Risiko auf die Post-Zoster-Neuralgie ebenfalls.

Leider lässt sich dieser belastenden Komplikation nicht umfassend vorbeugen. Bei einer Gürtelrose ist es generell wichtig, dass die Krankheit frühzeitig behandelt wird. Zumeist kommen gegen die Gürtelrose antivirale Mittel zum Einsatz, welche die Vermehrung der Viren unterbinden. Trotz einer rechtzeitigen Behandlung der Gürtelrose kann es nach der Erkrankung zu anhaltenden oder wiederholten heftigen Nervenschmerzen kommen. Einige Mediziner vertreten die Meinung, dass Cortison das Risiko auf die Post-Zoster-Neuralgie senkt. Diese Behauptung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Durch eine frühzeitige Behandlung der Gürtelrose lassen sich weitere ernste Komplikationen verhindern.

Ursache für die Post-Zoster-Neuralgie

Die Post-Zoster-Neuralgie resultiert aus Nervenschäden durch das Varizella-Zoster-Virus. Im Rahmen der Gürtelrose wandern die Viren entlang bestimmter Nervenstränge. Werden diese Nerven durch das Virus geschädigt, entstehen die neuralgischen Schmerzen. Diese Nervenschäden können von Dauer sein. Aus diesem Grund kommt es vor, dass die Schmerzen ein Leben lang andauern.

Die Schmerzen können sich hierbei unterschiedlich gestalten. Manche Patienten berichten von dauerhaften, brennenden, stechenden Schmerzen. Bei anderen Patienten treten durch die Nervenschäden kurze und überaus starke Schmerzanfälle auf. Schmerzen, die durch Berührung ausgelöst werden, sind ebenfalls keine Seltenheit bei einer Post-Zoster-Neuralgie.

Symptomatische Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie

Bei der Behandlung der Post-Zoster-Neuralgie steht die Linderung der Schmerzen im Fokus der Ärzte. Der Leidensdruck der Patienten ist durch die starken Nervenschmerzen entsprechend hoch. Diesen Leidensdruck gilt es zu mildern. Hierdurch kann die Lebensqualität des Patienten im günstigen Fall verbessert werden. Jedoch lassen sich die Schmerzen nicht dauerhaft beseitigen. Dies bedeutet, dass der Patient konstant behandelt werden muss.

In erster Linie erfolgt die Behandlung medikamentös. Die Ärzte verordnen gegen die postherpetische Neuralgie verschiedene Schmerzmittel. Die klassischen Schmerzmittel gliedern sich in zwei Kategorien auf:

  • in die opioiden Wirkstoffe – diese Medikamente wirken direkt auf das zentrale Nervensystem des Patienten. Die Präparate blockieren die Schmerzsignale direkt in Rückenmark und Gehirn. Die opioiden Schmerzmittel sind verschreibungspflichtig und werden bei starken Schmerzen eingesetzt. Tramadol und Oxycodon sind Mittel, die zu dieser Wirkstoffgruppe zählen.
  • in die nicht opioiden Wirkstoffe – hierzu gehören Präparate, welche auf die äußeren Nerven in der Haut, im Gewebe, in der Muskulatur und den Organen wirken. Beispiele hierfür sind die rezeptfreien Medikamente ASS und Paracetamol. Diese Präparate werden bei leichten bis mittelstarken Schmerzen verordnet.

Weitere wichtige Mittel gegen die Nervenschmerzen sind Antidepressiva, die in niedriger Dosis die Schmerzen hemmen können. Zu den Antidepressiva mit diesem Einsatzgebiet gehört das Medikament Amitriptylin. Zusätzlich können örtlich aufzutragende Mittel sinnvoll sein, um die Schmerzen zu bekämpfen: Capsaicin (ein Wirkstoff aus der Chili) oder Lidocain (ein örtliches Betäubungsmittel) können als Cremes angewendet werden.

Die Auswahl des richtigen Medikaments hängt von der Stärke der Schmerzen und von der Verträglichkeit der Wirkstoffe ab. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Patient seinem Arzt genau schildert, wie stark und von welcher Art die Schmerzen durch die Post-Zoster-Neuralgie sind. Zudem muss der Patient seinen Arzt umgehend informieren, falls belastende Nebenwirkungen durch die Medikamente bestehen.

In manchen Fällen muss nach einiger Zeit das Medikament gewechselt werden, da die Präparate teilweise an Wirkung verlieren. Sofern die Post-Zoster-Neuralgie eine langfristige Schmerztherapie erfordert, sollte der Patient einen speziell ausgebildeten Schmerztherapeuten aufsuchen.

Psychische Belastung durch die Post-Zoster-Neuralgie

Andauernde Schmerzen sind eine enorme psychische Belastung für den Menschen. Aus diesem Grund können sich durch die Post-Zoster-Neuralgie starke psychische Probleme wie Depressionen, Schlafstörungen und Angstzustände einstellen. Diese Folgen der Post-Zoster-Neuralgie müssen von einem erfahrenen Psychotherapeuten behandelt werden. Durch die Schlafstörungen kann es wiederum zu einer andauernden Müdigkeit, zu Niedergeschlagenheit und Schwäche kommen. Ferner sind Schlafstörungen ebenfalls eine starke psychische Belastung. Der Patient findet sich in diesem Fall schnell in einer nicht endenden Spirale aus Schmerzen, Schlafstörungen und psychischen Problemen wieder. Für die Behandlung der psychischen Probleme werden Antidepressiva und psychotherapeutische Behandlungsansätze empfohlen.

Alternative Behandlungen bei einer Post-Zoster-Neuralgie

Die medikamentöse Behandlung der Post-Zoster-Therapie kann durch alternative Behandlungsansätze unterstützt werden. Beispielsweise bewährt sich bei Schmerzen dieser Art die Akupunktur sehr gut. Ferner besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Schmerztherapie transkutane elektrische Nervenstimulationen (TENS) durchzuführen. Dabei werden mit einem Gerät elektrische Reize über die Haut in die Nerven des Patienten geleitet. Hierdurch werden Schmerzimpulse an der Weiterleitung zu Gehirn gehindert. Durch die elektrischen Impulse produziert der Körper zudem das schmerzlindernde Hormon Endorphin.



T. Metzger Torsten Metzger
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 10.08.2018
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Verwechslung   1 Antworten   Letzte Antwort
sagt carol47   vor 21 Tage  837

Leider kann ich ihnen keine Antwort geben, habe aber bei mir die gleiche Befürchtung, daher wollte ich beim Heilpraktiker einen Bioresonanztest ... mehr

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Alle 2 Jahre Zoster   Offene Frage
fragt prudi-41   vor ~ 1 Jahr  473

Alle 2 Jahre bekomme ich Schmerzen. Einmal an der Schulter, einmal an der Hüfte, auch schon mal an der Hand, das wechselt alle 2 Jahre.Vor 4 Jahren ... mehr

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immer noch   Offene Frage
fragt Sigibo   vor ~ 1 Jahr  717

Sehr geehrte ( r ) Arztin, Arzt,
seit Anfang Mai kämpfe ich mit einer Herpes Zoster Infektion.
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