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Inwieweit ist die Gürtelrose ansteckend?

Lesezeit: 3 Min.

Die Ansteckung kann über eine Schmierinfektion erfolgen

Bei der Gürtelrose handelt es sich um eine virale Infektion. Somit ist die Erkrankung ansteckend. Jedoch erfolgt eine Ansteckung nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Die Verbreitung der Viren von einem Gürtelrose-Patienten zu einem anderen Wirt erfolgt ausschließlich über die Schmierinfektion. Über die Luft erfolgt bei der Gürtelrose keine Ansteckung. Schmierinfektion bedeutet, dass ein direkter Kontakt zu den von der Gürtelrose betroffenen Hautregionen erfolgen muss. Die Bläschen der Gürtelrose sind mit Flüssigkeit gefüllt, welche die Viren enthalten. Sobald eine Person mit dieser Flüssigkeit in Kontakt kommt, kann die Ansteckung geschehen. Jedoch erkrankt die angesteckte Person zuerst an den Windpocken. Zudem kann sich eine Person nur dann infizieren, wenn sie nicht bereits einmal in ihrem Leben an den Windpocken erkrankt ist. Sie ist gegen die Viren immun.

Arzt zeigt auf Bläschen der Gürtelrose

Der Ansteckungsweg der Gürtelrose-Viren

Die Krankheiten Windpocken und Gürtelrose werden von denselben Erregern, den Herpes-Zoster-Viren, verursacht. Sobald sich eine Person mit den Viren ansteckt, ruft die Infektion zuerst einmal die Windpocken hervor. Ein direkter Ausbruch der Gürtelrose kann daher nicht erfolgen.

Die Krankheit Windpocken überträgt sich nicht nur durch die Schmierinfektion, sondern vor allem über die Tröpfcheninfektion. Somit ist die Ansteckungsgefahr, die von Windpocken-Erkrankten ausgeht, weitaus höher als bei der Gürtelrose. Die Windpocken können sich durch Husten oder Niesen verbreiten.

Um sich an einem Patienten mit Gürtelrose anzustecken, ist der direkte Hautkontakt mit den Gürtelrosen-Bläschen nötig. Allerdings können sich die Viren noch über bestimmte Gegenstände verbreiten. Türgriffe, Haltestangen im Bus und sanitäre Einrichtungen sind einige Beispiele hierfür. Voraussetzung für eine derartige Ansteckung ist, dass der an der Gürtelrose erkrankte Patient die infizierten Hautpartien berührt und direkt danach die entsprechenden Gegenstände angefasst hat. Gelangt die Flüssigkeit aus den Bläschen auf diesem Weg an die Gegenstände, kann sich eine weitere Person anstecken. Die Viren können eine gewisse Zeit außerhalb des menschlichen Organismus überleben. Hierdurch ist die indirekte Ansteckung mit den Viren möglich.

Infektion mit den Herpes-Zoster-Viren hat mehrere Stadien

Sobald sich eine Person mit den Herpes-Zoster-Viren ansteckt, lösen diese die Windpocken aus. Voraussetzung hierfür ist, dass der Patient bisher noch nicht an den Windpocken erkrankt ist. Die Windpocken zählen zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt.

Sobald der Patient Antikörper gegen die Windpocken-Erreger gebildet hat, ziehen sich die Viren in die sogenannten Ganglien zurück. Hierbei handelt es sich um spezielle Nervenknoten, aus welchem der dazugehörige Nerv entspringt. In diesem „Versteck“ werden die Viren nicht von den Antikörpern entdeckt und angegriffen. Sie verfallen in einen „Schlaf“. In diesem Zustand sind die Viren nicht ansteckend. Die Erreger können in diesem Ruhezustand über viele Jahre in den Nervenknoten ausharren. Unter bestimmten Umständen können sie die Ganglien jedoch verlassen und gelangen zur Haut des Patienten. In den Hautzellen des Patienten angekommen, lösen sie die Gürtelrose aus. Ab diesem Moment sind die Erreger wieder ansteckend – jedoch nicht mehr über die Luft durch eine Tröpfcheninfektion wie im Stadium der Windpocken, sondern ausschließlich über die Schmierinfektion.

Verschiedene Faktoren führen zu einer solchen Reaktivierung der Viren. Diese können sein:

  • ein hohes Stressaufkommen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Erkrankungen mit Fieber
  • Hauterkrankungen und Hautreizungen
  • Infektionen mit anderweitigen Erregern (Viren und Bakterien)

Ein schwacher Organismus reaktiviert die Viren und diese machen sich daraufhin direkt entlang der entsprechenden Nervenbahnen auf den Weg zu den oberflächlichen Hautzellen des Patienten. Die Gürtelrose entsteht.

Wer kann sich mit Herpes-Zoster-Viren anstecken?

Solange Bläschen auf der Haut des Patienten sichtbar sind, ist die Krankheit noch ansteckend. Gefährdet sind in erster Linie Patienten, die bisher keine Windpocken hatten beziehungsweise Personen, die nicht gegen die Viren geimpft wurden. Stecken sich Personen dieser Risikogruppe mit den Viren an, erkranken sie erst einmal an den Windpocken. Die Gürtelrose bricht erst später unter für die Viren günstigen Gegebenheiten aus.

Wer ist besonders gefährdet?

Eine Ansteckung mit den Herpes-Zoster-Viren kann für ein ungeborenes Kind gefährlich werden. Die Mutter überträgt die Viren auf das ungeborene Kind. Es besteht hierbei die Gefahr auf eine Fehlgeburt (Abort). Ferner kann die Ansteckung mit den Herpes-Zoster-Viren für Krebspatienten und HIV-Patienten eine ernste Gefahr darstellen, da bei ihnen das Immunsystem geschwächt ist und ein schwerer Verlauf droht.



T. Metzger Torsten Metzger
Gesundheitsredakteur

aktualisiert am 10.07.2018
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