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Was versteht man unter einer Landkartenzunge?

Lesezeit: 3 Min.

Die Zunge kann bei einigen Menschen landkartenartige Veränderungen zeigen

Von einer Landkartenzunge ist die Rede, wenn es auf der Oberfläche der Zunge zu einer bestimmten Ausprägung von entzündlichen Veränderungen kommt. Typisch sind rote Verfärbungen, die von einem weißen Rand umgeben sind. Die Bereiche sind voneinander abgegrenzt, sodass der Eindruck an eine Landkarte erinnert. Dabei ist die Landkartenzunge keine schwere Erkrankung, sondern eine harmlose Veränderung oder auch Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung oder einer Fehlfunktion. Sie kann allerdings zu Beschwerden wie Zungenbrennen oder Empfindlichkeit auf verschiedene Lebensmittel führen.

Landkartenzunge bei einem Kind

Unangenehme Symptome können bei einer Landkartenzunge vorkommen

Die Verfärbungen auf der Zunge sind als Entzündungszeichen nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar. Für den Betroffenen bedeutet das, dass die Zunge besonders empfindlich ist. Sie reagiert vor allem auf reizende Nahrungsmittel und Getränke. Patienten berichten in diesem Zusammenhang häufig von einem unangenehmen bis schmerzhaften Gefühl und Brennen auf der Zunge. Wird die Ernährung umgestellt und meidet der Betroffene die provozierenden Stoffe, lässt das Brennen nach.

Das Aussehen der Landkartenzunge ändert sich

Die für die Landkartenzunge typische Entzündung beschränkt sich auf die Oberfläche der Zunge. Sie tritt oben auf der Zunge und an den Seiten auf. Die Herde sind rund oder oval mit einem deutlichen weißen Rand. In der Mitte der Entzündung zeigen sich größere rote Punkte. Dabei handelt es sich um die Papillae fungiformes (Pilzpapillen). Gleichzeitig reduzieren sich die filiformen Papillen (Fadenpapillen), die zum Rand der Entzündung zunehmend verhornen. Dieser Prozess sorgt dafür, dass die Landkartenzunge nicht konstant gleich aussieht, sondern sich immer wieder verändert. Das ist typisch für das Symptom der Landkartenzunge. In der Zwischenzeit kann sich das Aussehen der Zunge normalisieren und später der Anblick der Landkartenzunge erneut auftreten. Bei den sichtbaren Anzeichen müssen sich keine weiteren Symptome entwickeln, einige Patienten leiden jedoch unter störenden Beschwerden wie dem Zungenbrennen.

Ist die Landkartenzunge gefährlich?

Die Landkartenzunge ist eine unangenehme bis schmerzhafte Veränderung der Zunge. Sie ist jedoch gutartig, sollte aber trotzdem von einem Arzt begutachtet werden. 

Die Landkartenzunge gehört zum Behandlungsspektrum des Hautarztes. Der Zahnarzt ist ebenfalls ein geeigneter erster Ansprechpartner. Der Arzt wird anhand von Blutuntersuchungen überprüfen, ob Systemerkrankungen vorliegen, die noch nicht bekannt sind. Pilzerkrankungen und eine Herpesinfektion müssen ausgeschlossen werden. Meist haben die Veränderungen in dieser Form keine Grunderkrankung als Ursache. Im Rahmen der allgemeinen Untersuchung erfragt der Arzt Symptome und die Krankheitsvorgeschichte (Anamnese) und sieht sich die Zunge genauer an. Die landkartenähnliche Veränderung allein erlaubt noch keine Diagnose. Sie liefert dem behandelnden Arzt aber wichtige Hinweise für weitere Untersuchungen.

Männer oder Frauen, die eine solche Veränderung auf ihrer Zunge beobachten, brauchen keine schwerwiegenden Erkrankungen zu befürchten. Dennoch sollten sie einen Arzt aufsuchen, denn die Entzündung führt bei einigen Patienten zu einer unangenehmen Einschränkung der Lebensqualität. Ansteckend ist die der Landkartenzunge nicht, jedoch können infektiöse Erkrankungen wie Herpes oder Soor (Befall mit dem Hefepilz Candida) zu vergleichbaren Auffälligkeiten führen. Verschiedene andere Haut- und Schleimhautkrankheiten müssen ebenfalls durch den Arzt von der Landkartenzunge unterschieden werden.

Ererbte Ursache ist möglich

Eine genaue Ursache für die Landkartenzunge konnte bisher nicht gefunden werden. Die Neigung für die Anfälligkeit der Zunge könnte angeboren sein. Tritt die Landkartenzunge ohne weitere Anomalien auf und finden sich trotz gründlicher Untersuchung keine weiteren Erkrankungen, kann das Symptom alleinstehend sein. In der Folge ist die Landkartenzunge als genetische Variante nicht zu behandeln.

Bei Erkrankungen können besondere Empfindlichkeiten oder Schwächen eine Rolle spielen. Das gilt auch für die Landkartenzunge. Demnach sind beispielsweise saure und scharfe Nahrungsmittel unangenehm und es wird empfohlen, sie bei Beschwerden zu vermeiden. Eine weitere Ursache kann eine Histaminempfindlichkeit sein. In diesem Fall sollten die Betroffenen folgende mögliche Auslöser meiden. Dazu gehören:

  • geräuchertes Fleisch
  • Rotwein
  • gereifter Käse
  • Schokolade

Mit einer Ausschlussdiät können die Betroffenen testen, ob sich die Symptome verbessern.

Behandlung der Landkartenzunge

Die Beobachtungen zeigen, dass Schmerzmittel gegen das Zungenbrennen bei einer Landkartenzunge nicht helfen. So stark, dass ein Schmerzmittel erforderlich ist, ist das Symptom ohnehin meist nicht. Besser ist es, die Belastung auf die entzündete Zunge durch eine angepasste Ernährung zu reduzieren. Kalte und heiße Getränke und Speisen sind zu meiden. Scharfe Gewürze verstärken die Beschwerden und sollten ebenfalls weggelassen werden. Alkohol und Zigaretten sind weitere Noxen (schädigende Einwirkungen), die für eine Verschlimmerung sorgen können, während ihr Weglassen die Symptome eher lindert. Psychische Belastungen können den Verlauf von Krankheiten verschlimmern. Das gilt auch für die Landkartenzunge. Ärzte raten den Betroffenen daher, für einen Ausgleich zu sorgen und Stress zu mindern. Da der Verdacht besteht, dass sich die Anti-Baby-Pille verstärkend auf die Landkartenzunge auswirkt, sollten Frauen, die Kontrazeptiva einnehmen, mit ihrem Gynäkologen über Alternativen sprechen.

Eine Behandlung mit Medikamenten wird selten durchgeführt. Dennoch können einige Mittel ausprobiert werden. Zu den Möglichkeiten gehören Antihistaminika, die die Auswirkungen von Histamin herabsetzen, das bei der Gewebeentzündung eine Rolle spielt. Weiterhin können Gerbstoffe zum Einsatz kommen, die sich unter anderem in schwarzem Tee finden. Ein Tee mit Pflanzenbestandteilen wie Lindenblüten, Malvenblättern oder Eibischwurzeln kann hilfreich sein, denn diese enthalten Schleimstoffe, die zu einer Besserung führen können.



C. Schiller Carola Schiller
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 09.11.2018

1 Fragen zu Zungenbrennen

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