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Kindslage, Lageanomalien

Lesezeit: 4 Min.

Das Kind kann sich in einer ungünstigen Position für die Geburt befinden

Die Kindslage ist die Position, die ein Kind vor der Geburt in der Gebärmutter einnimmt. Während die meisten Kinder zur Geburt eine normale Lage mit dem Kopf nach unten haben, können einige Babys eine regelwidrige Lage aufweisen. Neben der normalen und häufigsten Lage, der Schädellage (Kopf steht nach unten), gibt es die Beckenendlage (Gesäß des Kindes zeigt nach unten) sowie die selteneren Quer- und Schräglagen. Beckenendlage und vor allem Querlage und Schräglage können zu Problemen bei der Geburt führen. Deshalb kann ein Kaiserschnitt notwendig werden. Weitere Unterteilungen der Kindslagen sind die Haltung, Stellung und Einstellung, bei denen die genaueren Positionen und Winkel der Körperteile berücksichtigt werden. So können auch bestimmte Schädellagen die Geburt erschweren oder blockieren, wenn sie von der herkömmlichen vorderen Hinterhauptslage abweichen.

Ursachen für regelwidrige Kindslagen

Ein Baby im Mutterleib dreht sich bei den meisten Schwangerschaften bis spätestens in der 36. Woche in eine vorteilhafte Position. Das ist die Schädellage, der Kopf steht also nach unten in Richtung Becken beziehungsweise Geburtskanal. Genauer handelt es sich um eine vordere Hinterhauptslage, so dass das Kind den Rücken nach vorne Richtung Bauchwand hat und der Hinterkopf in Richtung Geburtskanal zeigt. Bei einigen Babys geschieht die Positionierung jedoch nicht richtig.

In vielen Fällen lässt sich keine genaue Ursache der abweichenden Kindslage ermitteln. Ein höheres Risiko ist vorhanden bei Eltern, die selbst eine Lageabweichung bei der eigenen Geburt hatten, sowie bei Schwangeren, die ihr erstes Kind bekommen.

Ansonsten kann ein Hindernis die Ursache sein, so dass sich das Kind nicht richtig im Mutterleib drehen kann. Unter anderem kann es sich um eine Wucherung (z. B. Myom) oder um zu große Körpermaße des Kindes handeln. Die ungünstige Geburtslage kann aber auch dann eintreten, wenn das Kind zu klein beziehungsweise die Gebärmutter zu schlaff ist. Das Kind kann sich in diesen Fällen zu gut bewegen und dreht sich häufiger aus einer regelrechten wieder in eine ungünstige Position zurück. Häufig findet sich bei einer Frühgeburt eine Lageabweichung. Des Weiteren zeigt sich bei vielen Zwillingen oder Mehrlingen im Mutterleib eine Abweichung von der normalen Schädellage.

Welche Lagen gibt es und was sind Haltung, Stellung und Einstellung?

Im engeren Sinne gibt es die Schädellage (der kindliche Kopf ist nach unten gerichtet), die Beckenendlage (das Gesäß oder die Beine des Kindes sind nach unten gerichtet), die Querlage und die Schräglage. Am häufigsten ist die Schädellage (von der sich wiederum in den allermeisten Fällen die vorteilhafte vordere Hinterhauptslage zeigt). Zu drei bis fünf Prozent findet sich bei Babys vor der Geburt die Beckenendlage. Zu etwa einem Prozent besteht entweder eine Querlage oder eine Schräglage. Manche Geburtsmediziner unterscheiden noch die Schulterlage, bei der die Schulter des Kindes als erstes in den Geburtskanal tritt. Die Lagen im Allgemeinen lassen sich mit Hilfe der Begriffe Stellung, Einstellung und Haltung weiter unterteilen.

Einstellung

Die Einstellung bezeichnet ganz genau, welche Fläche welches Körperteils zum Geburtsausgang zeigt. Anders ausgedrückt ist es bei der Einstellung ausschlaggebend, was der Arzt bei der Abtastuntersuchung über die Scheide in der hauptsächlichen Linie ertasten kann. So ist die gewöhnlichste und günstigste Einstellung die vordere Hinterhauptslage (oder Hinterhaupteinstellung). Der Hinterkopf zeigt in Richtung Geburtskanal, zu ertasten ist die kleine Fontanelle (die kleinere der beiden Schädellücken, die beim Neugeborenen noch vorhanden sind).

Stattdessen kann sich regelwidrig z. B. der Scheitel, der Vorderkopf, die Stirn oder das Gesicht eingestellt haben. Es kann eine hintere Hinterhauptslage bestehen, bei der zwar auch der Hinterkopf vorangeht, aber das Gesicht des Kindes aus Sicht der Mutter nach vorne statt nach hinten weist. Weitere Abweichungen der Einstellung können Verdrehungen oder Achsverschiebungen von Körperteilen sein wie beispielsweise die Scheitelbeineinstellung, der tiefe Querstand des Kopfes oder der hohe Geradstand.

Bei den Beckenendlagen dient der Begriff der Einstellung dazu, die Verhältnisse genauer zu beschreiben. Die häufigste Form ist die Steißlage, bei der das Gesäß des Kindes zum Geburtsausgang zeigt. Etwas seltener findet sich eine unvollkommene oder vollkommene Fußlage oder eine Steiß-Fuß-Lage (Mischform aus Steißlage und Fußlage). Sehr selten ist die Knielage.

Haltung

Die Haltung des Kindes kann auf Arme und Beine, meist aber auf den Kopf bezogen werden. Dann beschreibt der Begriff, wie der Kopf bei Schädellagen im Verhältnis zum restlichen Körper gehalten wird. Ganz normal ist wieder die vordere Hinterhauptslage, der Kopf ist zur Brust hin gebeugt (und der Rücken zeigt von der Mutter aus gesehen nach vorne). Abweichungen (Haltungsanomalien) sind unter anderem die Vorderhauptslage, die Gesichtslage und Stirnlage. Diese machen den Umfang des Kopfes, der durch den Geburtskanal treten muss, größer und behindern und verzögern damit den Geburtsvorgang.

Stellung

Die Stellung beschreibt dann noch, in welcher Ausrichtung sich der Rücken des Kindes befindet. Aus Sicht der Mutter ist das Kind in der ersten Stellung, wenn der Rücken zur linken Seite zeigt, und in der zweiten Stellung, wenn der Rücken nach rechts gerichtet ist. Die erste Stellung ist bei den Schädellagen häufiger als die zweite Stellung. Als weitere Unterteilung werden noch die Stellungen Ia (Rücken nach vorne links), Ib (Rücken nach hinten links), IIa (Rücken nach vorne rechts) und IIb (Rücken nach hinten rechts) unterschieden. Eine ungünstige, abweichende Stellung liegt bei der hinteren Hinterhauptslage vor, weil der Rücken nach hinten und nicht wie sonst nach vorne gerichtet ist. Dadurch kann die Geburt erschwert sein.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 29.02.2016
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