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Libidostörungen (Keine Lust auf Sex)

Lesezeit: 3 Min.

Einige Frauen leiden unter sexueller Unlust

Eine Libidostörung oder Appetenzstörung ist ein vermindertes Verlangen nach sexueller Aktivität. Das kann auch sexuelle Unlust oder Lustlosigkeit genannt werden. Ein weiterer Fachbegriff ist Impotentia concupiscentia. Die Betroffenen möchten zwar eigentlich Lust haben, diese ist aber herabgesetzt oder gar nicht vorhanden. Damit steht die Libidostörung im Gegensatz zur Asexualität, bei welcher den Personen die fehlende Lust nichts ausmacht, also kein Leidensdruck besteht. Nach der Definition besteht bei der Libidostörung über sechs Monate oder länger eine Unlust nach Geschlechtsverkehr. Dabei kann die Lust ständig fehlen oder zwischendurch wiederkommen und erneut abnehmen, aber insgesamt stark vermindert sein. Bei Frauen kommen Luststörungen recht häufig vor, wohingegen sie bei Männern eher selten bestehen. Libidostörungen gehören zu den Sexualstörungen. Zu diesen gehören außerdem weitere Störungen wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Erregungs- und Orgasmusstörung.

Ursachen

Libidostörungen (sexuelle Appetenzstörungen) sind in einem großen Teil der Fälle durch psychische Faktoren bedingt. Deshalb lässt sich häufig keine eindeutige Ursache für das verminderte Verlangen finden. Nur in einigen Fällen gibt es körperliche Ursachen (Krankheiten) für die fehlende sexuelle Lust, manchmal liegt es auch an einer Medikamenteneinnahme.

Psychische und soziale Probleme in den verschiedensten Bereichen können zu den Appetenzstörungen führen. Bereits Stress im Allgemeinen kann sich negativ auf die Libido auswirken, manche Betroffene kommen praktisch gar nicht mehr dazu, sich auf sexuelle Lust einzulassen. In vielen Fällen sind es Konflikte zwischen den Partnern, die das Verlangen nach Geschlechtsverkehr und Intimität schmälern. Durch Streit, blankliegende Nerven und mangelnde Kommunikation kommt die Lust am Partner zum Erliegen.

Doch auch seelische Belastungen anderer Ursache begünstigen die Störung, bis hin zu niedrigem sozialen Status, Existenzängsten, Arbeitslosigkeit oder etwa Kriegssituationen. Die persönliche Vorgeschichte wirkt sich besonders oft auf das Verlangen nach geschlechtlichen Aktivitäten aus. So haben einige Betroffene negative Erfahrungen mit der Sexualität gemacht oder sind sogar sexuell missbraucht worden. Soziale Ängste und ausgeprägte Schüchternheit sind weitere mögliche Gründe, weshalb eine Frau sexuelle Aktivität meidet.

Bestimmte Umstände können ebenfalls ungünstig sein, um sexuelle Lust zu empfinden. So fehlt einigen Paaren die Intimität, z. B. bei dünnen Schlafzimmerwänden. Müdigkeit ist ein weiterer Grund. Ausgeprägte Schlafstörungen können Betroffenen die Energie rauben, die dann auch für das Interesse an Sex fehlt.

Auch der Umstand, Eltern geworden zu sein, kann das sexuelle Verlangen beeinträchtigen. Gerade in der Zeit nach der Geburt steht das Kind für die Mutter im Vordergrund, die Sexualität leidet darunter. Das ist für Wochen bis wenige Monate normal und der Vater sollte Verständnis aufbringen. Bei einigen Müttern geht die sexuelle Unlust jedoch weit über diese Zeit hinaus und kann dann behandlungswürdig sein.

Abweichende sexuelle Neigungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Wenn bestimmte Vorstellungen nicht befriedigt werden, kann es frustrieren und eine Libidostörung bedingen. Manche fühlen sich auch ihrer Geschlechterrolle nicht zugehörig und bekommen deshalb eine Libidostörung. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten wie ein gestörtes Selbstbild (sie fühlen sich minderwertig oder nicht attraktiv genug) oder sie fühlen sich unter Druck gesetzt. Ängste können vorherrschen und die Lust hemmen. Bei einer länger andauernden Partnerschaft kann das zunächst große Interesse im Laufe der Monate und Jahre abnehmen.

Bei einigen Betroffenen liegt es auch an der elterlichen Erziehung, beispielsweise kann es sich bei geschlechtlichen Fragen um ein Tabuthema gehandelt haben oder es wurde als etwas sehr Unanständiges dargestellt. Mit Sexualität sind dann häufig Schamgefühle, Unsicherheit und Blockaden verbunden. Manche Frauen haben auch Störungen mit der sexuellen Lust, die mit religiösen oder kulturellen Verboten oder Vorschriften zu tun haben. Diese stammen ebenfalls oft aus der Erziehung durch die Eltern.

Ein konkreter Grund können psychiatrische Krankheiten sein. Bei Depressionen ist z. B. nicht selten auch die sexuelle Lust beeinträchtigt. Ähnlich ist es auch bei verschiedenen anderen Störungen.

Zu den körperlichen Erkrankungen, die sich auf die Appetenz (die Lust) auswirken können, gehören einige hormonelle Störungen und Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus). Manchmal liegt als Hormonstörung eine Ovarialinsuffizienz vor, bei der die Eierstöcke nicht mehr genügend Geschlechtshormone herstellen. Schwere Einschränkungen der Leber- und Nierenfunktion können ebenfalls zur Lustabnahme führen. Doch dies ist auch bei Allgemeinerkrankungen wie Bluthochdruck oder nervlichen Störungen möglich. Außerdem spielt das Alter eine Rolle, und körperliche Behinderungen können der Grund für Libidostörungen sein.

Medikamente, deren Anwendung eine Libidostörung auslösen kann, sind beispielsweise bestimmte Beruhigungsmittel, Psychopharmaka (auf psychische Störungen einwirkende Mittel wie Antidepressiva), blutdrucksenkende Mittel sowie die Anti-Baby-Pille. Außerdem können Drogen- oder Alkoholmissbrauch dazu führen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 19.03.2018
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