Leistenschmerzen

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Ich1234  fragt am 21.05.2019
MRT Befund von Januar 2018

Dysplastischer proximaler femur mit walzenförmiger Deformation des hüpftkopfes und verkürztem schenkelhals sowie varusfehlstellung mit hochstand des trochanter Major. Leicht abgeflacht gelenkpfanne, allenfalls initale sekundäre Zeichen coxarthrose mit unregelmäßig verbreitertem supercilium. Keine luxationszeichen. Keine ossären destruktionen oder periartikuläre verkälkungen.

Mein neuer Orthopäde will operieren. Der damalige orthopäde, der diese Untersuchung wegen leistenschmerzen angeordnet hat, hat nie was davon erwähnt. Da gab es Physiotherapie und Diagnose isg Blockade. Jetzt suche ich Rat und Aufklärung.

Lg
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 21.05.2019
Die Schmerzen passen schon gut zum Befund.
Wenn man es definitiv wissen möchte, spritzt man unter einen Röntgengerät ein örtliches Betäubungsmittel in das Hüftgelenk-jeder Schmerz, der durch das verschlissene Gelenk kommt, sollte dam zumindest für die Wirkdauer des Mittels weg sein.
Wenn dann der Leidensdruck entsprechend hoch ist und eine konservative Arthrosetherapie nicht mehr (genug) bringt, ist die OP mittels Hüft-TEP eine Alternative.
Grüße und gute Besserung aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Tobias Radebold
 
Ich1234  sagt am 21.05.2019
Wie sieht denn eine klassische Arthrosebehandlung aus?

Alles was mein orthopäde sagte, war:
"Da müssen knochen abgesägt werden!"

Er ist ein klassisches Beispiel für die Axt im Walde... außer das ich heulen musste, ging bei dem Arztbesuch nichts mehr. Eine Überweisung zum mrt nur.

Ich bin 38 Jahre jung und ich muss zugeben, das ich mega ängstlich bin. Mein Hausarzt macht auch zu und meint das es eine eindeutige Diagnose gibt und er nichts mehr anderes veranlassen müsste!
 
Ich1234  sagt am 21.05.2019
Am übersichtsbild im seitenvergleich erkennbare dysplasiekriterien am rechten Hüftgelenk. Es fällt ein deutlich verkürzter schenkelhals und ein ovalär deformierter hüpfzkopf auf, der durch die gelenkpfanne nur unzureichend überdacht wird. Es zeigt sich eine beginnende gelenkspaltverschmälerung und pfannendachsklerosierung. Winzige kalzifizierungen projizieren sich auf den vorderen pfannenrand im Bereich des CT-morphologisch nicht weiter beurteilbaren labrums. Unauffällige Knochenstruktur des hüpftkopfes ohne Hinweis auf subchondrale erosionen. Unauffällig abgrenzbare fovea capitis. Ct- morphologisch keine grob strukturellen Auffälligkeiten an der miterfassten hüftmuskulatur.

So der Befund auf dem anderen schreiben.
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 21.05.2019
Eine konservative Schulmedizinische Behandlung besteht aus Krankengymnastik, entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie z.B Diclofenac oder Ibuprofen oder Arcoxia, weichbettenden Einlagen und Ähnlichem.
Alternativmedizinisch kommt eine Ernährungsumstellung mit Vermeidung von rotem Fleisch (insbesondere Schweinefleisch) oder auch insgesamt von tierischen Fetten in Frage.
Bei den Nahrungsergänzungsmitteln wird es unübersichtlich: Enympräparate (wie z.B Wobenzym oder Frubenzym) aber auch Teufelskralle und viele andere helfen einzelnen Patienten gut.
MSM ist auf jeden Fall einen Versuch wert, hier gibt es einige gute Studien. Keine gute Idee sind alle Sachen, die von Knorpelaufbau reden-dies klappt nicht und ist aus meiner Sicht nicht seriös.
Mit 38 würde ich alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, bevor ich mich operieren lassen würde.
Einfach schon weil künstliche Gelenke nicht ewig halten und nicht oft getauscht werden können.
Der Befund klingt nach einer Hüftdysplasie- alle Ihre jüngeren weiblichen Angehörigen sollten sich schon bei leichten Hüftproblemen untersuchen lassen-wir operieren viele Patientinnen gelenkerhaltend minimalinvasiv-gelenkerhaltend, bevor es zur Arthrose kommt. Leider übersehen viele Orthopäden die Dysplasie im Röntgenbild-damit unbedingt in eine Fachklinik gehen.
Grüße und gute Besserung aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Tobias Radebold
 
Ich1234  sagt am 22.05.2019
Wie sieht eine gelenkerhaltende op bei ihnen aus?

Ich hatte mich verschrieben. Die Befunde sind von Januar 2016 und mein alter orthopäde hat mich darüber nie aufgeklärt. Gestern hatte ich wegen einen arztwechsel diese Unterlagen geholt und da bestätigte sich das was mein neuer orthopäde gesagt hat. Der hatte ja bei meinem letzten besuch nur die CD's von damals ausgewertet.

Ich bin aus dem Brandenburger Bundesland, nahe der polnischen Grenze (Frankfurt/oder). Können sie hier einen Kollegen empfehlen oder ist das zu viel des guten?

Ich habe eine Zwillingsschwester. Die wird das bei sich auch mal abklären lassen und meine Tochter (9 jahre) werde ich auch mal beim arzt vorstellen.

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