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Hab ich wirklich Epilepsie

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brookelyn91  fragt am 18.03.2019
Guten Tag

Also ich hatte letzten Dienstag einen Zusammenbruch bei meiner Arbeit. Ich bin umgekippt und habe mir sehr den Kopf gestoßen. Ich merke die Beule immer noch. An den Vorfall selber kann ich mich nicht erinnern, das einzige was ich noch weis ist das mir schwindlig war und das nächste das ich im Krankenwagen liege .meine Kollegin erzählte mir im Nachhinein das ich wohl nach dem Sturz auch gekrampft habe. Jedenfalls wurden dann im KH zahlreiche Tests gemacht und Untersuchungen. MRT EEG und Schlafentzugs-EEG war alles unauffällig. Also sind die im KH erstmal von keiner Epilepsie ausgegangen ??? Weil ich persönlich auch glaube das es auch von dem Schädelhirntrauma kommen könnte, weil ich hab mir echt stark den Kopf gestoßen ich merke die Beule immer noch. Und unser Tischbein ist jetzt schief...
Erbrochen hab ich laut meiner Kollegin wohl auch. Ich selber weis wie gesagt da gar nix mehr von.
Laut Krankenschwester habe ich übrigens wohl auch ein zweites Mal gekrampft in der Nacht wo ich ins KH kam. Also das war vllt so zw. 5-7 Stunden nach dem Vorfall.

Fragt sich jetzt wodurch ich umgekippt bin also woher die Synkope kam und ob die Gefahr besteht das es irgendwann nochmal passiert. oder das es vllt wirklich ne Epilepsie ist was ich nicht hoffe.

Ich zerbreche mir jetzt schon den Kopf, was ist wenn das nochmal passiert. Wenn vllt mal keiner da ist? weil ich ja auch alleine wohne. Oder wenn das mal in der Öffentlichkeit passiert...
Fahrverbot für 6 Monate hab ich auch bekommen.
Portrait Dr. med. Bettina Müller, Ganzheitliche Neurologie Frankfurt, Frankfurt, Neurologin
Dr. Müller  sagt am 27.03.2019
Guten Tag,
es gibt Synkopen, die mit Zuckungen des Körpers einhergehen, so dass die Verwechslunggefahr mit einem epileptischen Anfall groß ist. Zeichen, die eher für einen epileptischen Anfall sprechen, sind vorher eine steife Kopf- und Blickwendung zu einer Seite und ein Zungenbiss. Einnässen kann bei beiden Formen passieren, ist aber auch häufiger bei einer Epilepsie. Auch die Dauer des motorischen Zuckungen ist bei einer Synkope eher kurz (< 1 min) und kann bei einem epileptischen Anfall viel länger sein.
Wichtig ist auch, ob man direkt wieder klar im Kopf ist und man z.B. schnell wieder weiß, dass einem schlecht, schwindlig o.ä. wurde. Wenn man zwar wieder bei Bewusstsein ist, jedoch verwirrt und/oder desorientiert, spricht das eher für einen epileptischen Anfall.

Die von Ihnen geschilderten Angaben inkl. der Diagnostik im Krankenhaus sprechen tatsächlich eher gegen eine Epilepsie. Merkwürdig ist das, was dann nochmal in der Nacht im Krankenhaus passiert ist. Wurde das beobachtet? Wie lange war das, waren Sie danach direkt wieder wach?
Das sind wichtige Informationen, die zur Differenzierung mit beitragen können.

Dass ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, ist richtig, denn noch kann man ja gar nicht vorhersehen, ob nochmal etwas passieren wird, das Sie und andere Personen im Straßenverkehr gefährden könnte.

Ich würde in jedem Fall auch das Herz durch einen Kardiologen untersuchen lassen und eine LZ-EKG-Untersuchung durchführen lassen. Mit der Fragestellung, ob es vielleicht zu Pausen des Herzrhythmus (Asystolie), zu einer sehr langsamen Frequenz oder zu einer Arrhythmien des Herzschlags gekommen ist. All diese Faktoren können zu Synkopen führen.

Ich wünsche Ihnen gute Besserung!
 
brookelyn91  sagt am 28.03.2019
Vielen Dank schon mal für die Antwort

Naja laut dem Bericht vom KH haben mich die Rettungssanitäter wohl völlig desorientiert vorgefunden. Zungenbiss war nicht der Fall, einnässen auch nicht. Wie lange ich wirklich gekrampft habe weis ich nicht, ich weis nur das ich später deutlich Muskelkater an Oberschenkel und Bauch hatte.

Das was in der Nacht passiert ist, wurde von der Pflege beobachtet ja, aber auch da hab ich keine Ahnung wie lang es gedauert hat. Aber danach war ich wohl wieder bei Bewusstsein das weis ich noch. Ich wurde in der Nacht wach und die Schwester hat es mir dann auch erzählt.
 
brookelyn91  sagt am 28.03.2019
im Bericht steht
>>> Die Vorstellung der Patientin erfolgte aufgrund eines plötzlichen Bewusstseinsverlustes mit Kopfanprall und motorischen Entäußerungen.. Klinisch-neurologisch sahen wir initial eine verlangsamte und zeitlich desorientierte patientin, die im weiteren Verlauf vollständig aufklarte und keine fokalneurologischen Defizite bot.

Im Verlauf bot die PAtientin einen erneuten von der Pflege beobachteten generalisierten epileptischen Anfall mit postikaler Vigilanzminderung und langsamer Reorientierung.
Portrait Dr. med. Bettina Müller, Ganzheitliche Neurologie Frankfurt, Frankfurt, Neurologin
Dr. Müller  sagt am 09.04.2019
All diese weiteren Angaben sprechen doch für einen epileptischen Anfall, der zur Aufnahme führte (nämlich der Muskelkater und die Desorientiertheit bei Erwachen), bzw. für eine Anfallsserie, da ja vor Fachpersonal ein weiterer Krampfanfall aufgetreten ist (mit zunächst Verwirrtheit und dann nur langsamer Reorientierung).
Eine Epilepsie kann auch ohne EEG-Auffälligkeiten bestehen. Trotzdem sind weitere EEG-Kontrollen, ggf. auch mit Provokationsfaktoren, sinnvoll.
Das Fahrverbot ist also notwendig.

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