Youtube
Folgen Sie uns auf  

Stimmbandlähmung

222 Beiträge - 77540 Aufrufe
 
corneliazick  sagt am 02.04.2012
Hallo,
das tut mir furchtbar leid für Sie. Auch Ich wurde vor einem Jahr an der Schilddrüse operiert und habe seit dem eine einseitige Stimmbandlähmung. Ich habe inzwischen eine Reha in Bad Oynhausen gemacht, hatte eine tolle Sprachtherapeutin, die auf Stimme spazialisiert war und habe mir nur die besten Leute heraus gesucht. Es ist alles furchtbar kräftezehrend und sehr zeitintensiv, doch meine Stimme ist nach einem halben Jahr wieder da,- trotz Stimmbandlähmung. Die Mühen haben sich gelohnt. Ich möchte Ihnen nur Mut machen, dass dieser Zustand nicht so bleibt, sondern sich in jedem Fall verbessert. Mit der Beantragung der Rente und eine Verklagung des Krankenhauses hat Ihr Hausarzt Recht, da die Schädigung sehr massiv ist. Allerdings muss im Vorfeld geprüft werden, ob die Prozesskosten dafür nicht auch noch an Ihnen hängen bleiben. Die Krankenkasse muss in jedem Fall mit ins Boot geholt werden. Zu guter Letzt gibt es ja vielleicht auch noch die Hoffnung, dass sich wenigstens ein Stimmbandnerv wieder erholt. Das wäre in Ihrem Fall absolut wünschenswert. Es gibt in einigen HNO Zentren die Möglichkeit eine Nervenreizmessung durchführen zu lassen. An Hand dieser Untersuchung kann man erkennen, ob ein Nerv dauerhaft geschädigt wurde oder lediglich irritiert ist.
Aber eine Reha ist auch zu empfehlen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Zuversicht. Es hat bei mir auch sehr lange gedauert, bis ich das verkraftet habe, aber nun kann ich gut leben.

Liebe Grüße
Cornelia
 
gela0  sagt am 02.04.2012
Hallo,
ich bin schockiert, dass immer noch so junge Menschen fürs ganze Leben von Ärzten verkrüppelt werden. Denn nur so kann ich es ausdrücken!
Ich war selbst auch erst 31 Jahre, als mir bei der Schilddrüsen OP beide Stimmbandnerven verletzt wurden, so dass ich seit mittlerweile 15Jahren mit beidseitiger Lähmung leben muss.
Wenn dir also jemand sagt "das wird schon wieder..." dann glaube nicht daran. Denn das wird nicht mehr.
Liebe Grüße
 
Sunny99  sagt am 03.04.2012
hallo,
ja, da hast du recht und dann wird man noch nicht mal richtig aufgeklärt. mir hatte man vor einem jahr (da war ich auch erst 32 jahre ALT) nach der schilddrüsen op lediglich gesagt, dass beide stimmbänder gelähmt sind und ich köperliche anstrengung vermeiden soll. was das aber eigentlich alles bedeutet, hat mir zu dem zeitpunkt kein mensch erklärt! nähmlich dass es z.B. aufgrund der Atemnot eine herausforderung sein wird, in mein schlafzimmer im 1. OG zu gelangen oder die einkäufe selbständig zu erledigen usw.
wie wirkt sich denn die stimmbandlähmung bei dir aus? hast du auch probleme mit der atmung und wie gut bzw. schlecht ist deine stimme?
ganz ehrlich, im augenblick kann ich mir ein leben in dem zustand gar nicht so richtig vorstellen und ich hab grad mal 1 jahr rumgebracht. beim nächsten kontrolltermin im krankenhaus wird festgelegt, was als nächstes bei mir zu machen ist. nachdem die temporäre fixierung eines stimmbandes leider nicht den gewünschten erfolg gebracht hat (meine stimme ist nun wieder besser, fast normal und dafür ist die atmung nahezu genau so schlecht wie vor der fixierung), wird man mir vermutlich entweder einen Luftröhrenschnitt oder eine laserbehandlung vorschlagen. für mich steht fest, einem luftröhrenschnitt würde ich nie freiwillig zustimmen...
ich kann solche sätze, wie "das wird schon wieder" auch nicht mehr hören und daran glauben, sowieso nicht. in meinem fall wird es immer eine einschränkung geben, entweder schlechte atmung oder schlechte stimme und im schlechtesten fall beides. ABER ich will dennoch versuchen positiv zu denken. das klingt jetzt vielleicht blöd aber mir haben meine taubstummen kollegen bisher dabei sehr gut geholfen. sie sind im augenblick so was wie meine vorbilder, weil sie so gut mit ihrer situation umgehen können im büroalltag und es zeigt mir, dass es eben doch irgendwie geht, wenn man sich drauf einlässt?!
liebe grüße
 
Rustico  sagt am 04.04.2012
Hallo Sunny,
ich bin der Fall mit der Stimmbandlähmung nach einer Oberschenkel-OP. 7 Ärzte sagten: keine Chance. Bevor du den Schritt zu einem Luftröhrenschnitt gehst, kontaktiere bitte Dr. Schedler in Ramstein-Miesenbach. Er war der 8. Arzt und der erste, der mir wirklich helfen konnte. Ich hatte eine Stimmbandlähmung durch Luxation des Stellknorpels. Dr. Schedler brachte ihn fast wieder in die richtige Position und das nach 10 Monaten, wo alle sagten: keine Chance. Durch Unterspritzen eines Teils des Stimmbandes konnte er noch eine kleine Lücke schließen. Mit Hilfe der Logopädin habe ich nun eine fast normale Stimme, abhängig von sensiblen Situationen und telefonieren. Mit der Luft ist es deutlich besser geworden, wobei bei mir eine Herzklappen-OP dazu kommt, wo eine Klappe leider nicht so dicht schließt wie gewünscht. Also doppeltes "Puste-Problem". Bevor du nun den empfohlenen Schritt deiner Klinik gehst, kontaktiere bite diesen Arzt. Er hat meine Situation unerwartet deutlich verbessern können.

Viel Glück, Heinz
 
gela0  sagt am 04.04.2012
Hallo Sunny,
ja das ist ein großes Problem.
Meine Atmung ist auch sehr schlecht und mit zunehmenden Alter habe ich das Gefühl, dass das Gewebe noch mehr an Spannung verliert, also noch schlechter wird.
Die Stimme ist nach anfänglicher Logopädie mehr schlecht als recht wieder gekommen, aber naja ich kann sprechen nur eben nicht sehr laut.
Einen Luftröhrenschnitt hat man mir anfangs vorgeschlagen und ich wollte das natürlich nicht. Eine Laserbehandlung habe ich zwei Jahre danach in Göttingen machen lassen. Das brachte einen Hauch mehr Luft. Zu diesem Zeitpunkt war ich Anfang 30, hatte ein kleines Kind zu Hause und todunglücklich darüber mit diesem Kind nicht ausgiegig spielen und auch mal hinterher rennen zu können.
Meine Tochter hat sich an mein furchtbar lautes Schnarchen in der Nacht gewöhnt, sie schläft heute noch gern neben mir (sie ist immerhin mittlerweile 16).
Ich habe jetzt einen HNO Arzt, der mir regelmäßig Massagen zur Lockerung der Atemhilfsmuskulatur verschreibt.
Ja Sunny, Treppen steigen und Einkäufe tragen sind ein großes Problem, aber auch das Putzen der Wohnung. Ich musste erst lernen auch mal was liegen zu lassen.
Ich wünsche jedem hier viel Kraft für das weitere Vorgehen.
Liebe Grüße
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 05.04.2012
Hallo gelaO,
es tut mir sehr Leid, dass Ihnen ein solches Schicksal widerfahren ist, aber Ihre pessimistische Grundhaltung ist nicht gerechtfertigt. Sie sollten sich hüten von Ihrer - sicherlich sehr schlimmen - individuellen Erfahrung darauf zu schließen, dass es nun bei anderen genauso ist! Sehen Sie, jährlich werden in Deutschland ca 100 000 Schilddrüsenentfernungen durchgeführt. Bei bis zu 1% also (1000 Fällen) kann es zu einer beidseitigen Recurrensparese , die Hälfte davon bleibend, kommen.
Bitte seien Sie versichert, dass mit den heute zu Verfügung stehenden phono-chirurgischen Maßnahmen in fast allen Fällen eine gute und lebenswerte Situation mit ausreichender Atmung und guter Stimme erreicht werden kann! Was Sie berichten ist mir in meiner ganzen mittlerweilen 30 jährigen Erfahrung noch nicht untergekommen - und ich führe wöchentlich atemwegs-chirurgische Eingriffe durch!
Bitte wenden Sie sich an einen phonochirurgisch ausgebildeten HNO-Chirurgen und man wird Ihnen helfen - versprochen!
Herzliche Grüße und ein frohes Osterfest wünscht Dr.Michael Schedler

PS: vielleicht lesen Sie mal meine Beiträge im Forum, dann bekommen Sie einen Eidruck davon, was machbar ist.
 
Sunny99  sagt am 06.04.2012
hallo rustico,
habe dein fall hier fieberhaft mitverfolgt und mich echt gefreut, dass man dir so gut helfen konnte. hm, ich denke, ich werde den nächsten kontrolltermin in der klinik abwarten und sehen was man mir dann vorschlägt und dann abwägen, ob ich es schaffe mich einem weiteren arzt anzuvertrauen. es fällt mir nämlich zunehmend schwerer ärzten zu vertrauen aber das kennen hier bestimmt einige von euch. jedenfalls danke für den tipp. ich werde das auf jeden fall im hinterkopf behalten und mich auch was den luftröhrenschnitt angeht, zu nix drängen lassen. letzendlich muss ja dann ich damit leben und nicht die ärzte.

hallo gela,
das hört sich alles ähnlich an wie bei mir. nur, dass ich erst seit 1 jahr damit kämpfe und du hälst das schon wirklich richtig lange aus. ich hab das auch nachts aber ich würde es bei mir nicht unbedingt als schnarchen bezeichnen, sondern eher nach lautem nach luft ringen oder so. ich wecke damit jede nacht sämtliche mitbewohner auf und die wissen nie, ob sie den notarzt rufen sollen oder nicht. bis ich dann selber davon wach werde. das geht eigentlich die ganze nacht so. richtig ausgeschlafen bin ich schon seit monaten nicht mehr. ich habe jetzt aber einen super tipp von meiner logopädin bekommen. ist eine atemübung. hände auf den bauch legen und versuchen diese mit der bauchatmung wegzudrücken (durch die nase einatmen und durch den mund wieder ausatmen). dabei aber nicht denken, dass man jetzt über den bauch atmen soll, sondern daran denken, dass die hände weggedrückt werden sollen. sinn der sache ist es, entspannung und ruhe in die atmung zu bekommen und das funktioniert mittels ablenkung, nähmlich an die hände zu denken. mir hat das tatsächlich ein wenig geholfen und nun kann ich seit wenigen tagen wenigstens ein paar stunden am stück durchschlafen. probier es mal aus wenn du magst, vielleicht hilft es dir ja auch ein wenig.
hm, hast du den beitrag von dr. schedler gelesen? vielleicht wäre es wirklich nicht verkehrt einen neuen versuch zu starten? in 15 jahren ist in der medizin sicherlich viel passiert und vielleicht kann man dir mittlerweile doch noch irgendwie helfen?!
ich weiß es nicht und ich weiß ja nicht mal wie es bei mir weitergeht aber ich will den mut und die hoffnung nicht verlieren, deswegen glaube ich, dass es einen versuch alle mal wert ist!
liebe ostergrüße
 
Amon  sagt am 19.04.2012
Hallo liebes Forum!
Ich schreibe für meine Mutter aus Österreich.
Meine Mutter hatte über viele Jahre immer wieder Symptome wie Halskratzen, Heiserkeit, starke Verschleimung, Schluckbeschwerden beim Essen, etc.. Vor etwa 3 Jahren kamen Speicheldrüsenentzündungen hinzu, die chronisch wurden und vor allem zum Halsbereich hin starke Schwellungen verursachten. Vor ca. 2 Jahren begann dann eine akute Atemnot mit "ziehenden" Geräuschen beim Atmen. Starke Atemnot bis hin zu Erstickungsanfällen lag vor allem immer in der Nacht, liegend vor. Behandlungen bei verschiedenen HNO-Ärzten blieben erfolglos. Nach zwei stationären Krankenhausaufenthalten wurde ihr nunmehr vor drei Monaten in einer "Not-OP" ein Luftröhrenschnitt mit einer Trachialkanüle gesetzt. Als weiteren Schritt plant man eine Glottiserweiterung, erklärt ihr aber dabei, dass es nicht wahrscheinlich ist, dass sie trotz dieses Eingriffes die Trachialkanüle irgendwann wieder weg bekommt. Das ist aber logischerweise das einzige Ziel meiner Mutter. Therapien beim Logophäden, die ich ihr dringenst angeraten habe, werden von den Ärzten hier nur belächelt. Ihre Stimme ist aufgrund einer beidseitigen Stimmbandlähmung sehr gut (unverändert), die Atmung eben sehr schlecht. Zusätzlich zum Logophäden habe ich ihr auch Übungen zur Partiellen Muskelentspannung gegeben. Unter Tags hat sie sogar die Trachialkanüle mit dem Plastikdeckel geschlossen, um die Atmung und die Glottis zu trainieren. Sie sucht natürlich Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, um mit den psychischen Belastungen, die diese Situation mit sich bringt, besser umgehen zu können.
Meine Mutter wohnt in Strasshof/Silberwald nördlich von Wien.
Liebe Grüße
Gabriele
 
gela0  sagt am 24.04.2012
Hallo Dr. Schedler,
danke für Ihren Beitrag und den Mut,den Sie mir machen wollen.
Vielleicht können Sie mir auch eine passende Klinik empfehlen.
Ich wohne in der Nähe von Kassel, also wäre der Weg zu Ihnen wohl zu weit.
Vielen Dank im Voraus
gela0
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 24.04.2012
Hallo gelaO
Gehen Sie in die Phonochirurgie der Charité in Berlin zu Prof. Nawka, das ist sicherlich eine gute Empfehlung und doch zumindest ein Bißchen näher als zu mir nach Ramstein! Sicherlich gibt es auch im Umfeld von Kassel gute Phonochirurgen, leider kenne ich dort jedoch niemanden näher. Falls Sie weitere Fragen haben, so können sie mich auch auf meiner Emailadresse: dr.schedler@[Link anzeigen] kontaktieren!
Viel Glück und alles gute wünscht Ihnen
Ihr Dr.Michael Schedler
 
Lisa75  sagt am 04.05.2012
Hallo liebe Leidensgenossen,

ich habe nach einer OP im Halsbereich auch einige Schädigungen davongetragen.

Mein momentan größtes Problem ist, dass das linke Stimmband steht (medialer Stellung).
Meine Stimme klingt als wenn ich 3 Tage durchgezecht hätte, sagt man mir jedenfalls, selbst habe ich das bisher noch nicht ausprobiert. Ich kann nur sehr leise sprechen und bin wirklich kaum zu verstehen, da zusätzlich zur Stimmbandlähmung auch noch eine linksseitige Lähmung der Zunge vorhanden ist.
Dieser Zustand macht mich fertig und ich brauche (auch um meinen Job
nicht zu verlieren, denn eigentlich waren nur 4 Wochen nicht sprechen angesagt...) dringend einen guten Arzt der mir für die Empfehlung aus der Reha ein Rezept ausstellt, mit dem ich dann zur Logophädie o. Phoniatrie gehen kann.
Für die Logo./Phon. u. den Arzt bräuchte ich eine Empfehlung für den Raum Essen. Ich bitte hiermit um Erfahrungen aus "meiner" Stadt! Verzweifelte Grüße
Lisa
 
beate023  sagt am 09.05.2012
Hallo,
mir wurde gestern mitgeteilt, daß ich eine Recurrenzparese links haben soll.
Dem ging ein bißchen mehr an Vorgeschichte im letzten 3/4 Jahr voraus: Zungenrandkarzinom links, Lymphknotenmetastase links, Total Neck Dissection links, Bestrahlung und Chemotherapie, zusätzlich noch einige Panendoskopien. Ich komme inzwischen auf 6 Vollnarkosen seit August 2011, davon 4 mit Intubation. Im März dieses Jahres dann die Extraktion zweier Knubbel links, die sich glücklicherweise als Fadengranulome statt als Neubildungen herausstellten. Allerdings bin ich seit dieser Extraktions-OP heiser. Einer der Knubbel lag auch in der Nähe des Recurrenz Nervs, soweit ich dies richtig beurteilen kann.
Ja, und seit der am letzten Freitag wegen dieser Heiserkeit anberaumten erneuten Panendo bin ich komplett heiser; dabei sei auch ein Ödem "abgetragen" worden, was mir nicht allzu viel sagt bzw mich in Angst und Schrecken versetzt.
Wenn ich mal davon ausgehen soll, daß die Paresis bei der Fadengranulomextration passiert sein dürfte, habe ich noch ein wenig Hoffnung, daß es wieder besser werden könnte, da es in der Nacht vor der Panendoskopie spontan sehr viel besser geworden war und die Stimme fast wieder normal klang.

Allerdings bräuchte ich wirklich eine Empfehlung für einen fähigen und auf so etwas spezialisierten Logopäden im Raum Bonn.
Beate
 
paziprinz  sagt am 12.05.2012
An Dr.Michale Schedler
Hallo Miteinander, meine Tochter 10 Monate alt kam mit einer beidseitiger Stimmbandparese zur Welt. (idiophatisch)
Nun bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nun idiophatisch ist oder durch das vielfachen probieren vom Beatmsungsschlauch schieben.
Im Zürich - Kinderspital wurde mir gesagt das die Stimmbänder nicht nach verletzt aussahen.
Kann man das wirklich beurteilen ob die Stimmbänder verletzt worden sind oder ob die parese angeboren ist?
Sie lebt mit einer Trachealkanüle seit der 1.Woche ihres Leben.
Nun was denken Sie wenn sich Ihre Stimmbänder nicht von alleine erholen,was wir hoffen...könnte man dann auch die Laser anwendung vornehmen?
Was raten Sie?
Ich würde einfach mal Ihre Meinung dazu gerne hören, da mann ja fast alles glauben muss was einem die Ärzte vor ort erzählen.
Liebe Grüsse Celine
 
puzli  sagt am 14.05.2012
Hallo,
unser Baby ist mit einer beidseitigen inkompletten Stimmbandlähmung auf die Welt gekommen. Die Stimmbänder gehen schon zu gehen aber nicht weit genug auf. Im ruhigen Zustand hat ihm das keine Probleme bereitet, aber sobald er sich aufgeregt hat und etwas heftiger geatmet hat bekam er nicht genug Luft. Es folgten dann Erstickungsanfälle mit tiefen Sättigungaabfällen. Mit drei Monaten hat er dann ein Tracheostoma bekommen. Gibt es Hoffnung das sich das von alleine besser? Hat jemand Erfahrung?
Bin schon echt verzweifelt.
LG
Jenny
 
beate023  sagt am 21.05.2012
Hallo noch einmal,

Ich habe von meiner Krankenkasse einen Tip zum Finden eines passenden Logopäden gefunden. Einfach "Logopäden Suche" in Google eingeben und dann den ersten Treffer auswählen. Das ist die Website des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie, und zwar eine nach PLZ sortierte Liste von Logopäden. Der Vorteil ist, daß bei den Suchergebnissen dann dabei steht, was die denn eigentlich machen und wofür sie konkret ausgebildet sind.

Wenn ich von dieser Website schon vorher gewußt hätte, hätte ich mir die 15 fast komplett sinnfreien Sitzungen bei dieser Stotter/Polter & Kinderlogopädin ersparen können. Sie hatte mir nach der Zungen-OP weismachen wollen, daß sie total kompetent für Fälle wie den meinen sei (obwohl ich scheinbar erst der 2. Krebspatient war, der aus Versehen in ihre Räumlichkeiten geirrt war), und bis zur Reha hatte ich ja überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit. Also dachte ich, daß ihr absonderliches Vorgehen normal für Logopäden sei.

Also, mein Tip: Vor dem Terminvereinbaren mit dem Logopäden erstmal über ihn informieren. Es gibt in diesem Beruf ein recht deutliches Gefälle zwischen denen mit der einfachen Ausbildung und denen mit dem Hochschulstudium.


Mein linkes Stimmband sei letzte Woche "eingeschränkt beweglich" gewesen, laut Aussage des HNOs, der die Panendo durchgeführt hatte. Das wäre ja besser als eine komplette Lähmung. Kann es sein, daß Streß sich auf die Beweglichkeit der Stimmbänder auswirkt? Oder daß das Bestrahlungsödem die Beweglichkeit einschränkt?
 
Lisa75  sagt am 24.05.2012
Hallo Beate, Deine Fragen kann ich Dir leider nicht beantworten. Hierzu würde ich Dir gern vorschlagen einen Arzt bzw. Sprachtherapeuten zu befragen. Sie können Dir sicher eine Antwort geben. Ich möchte Dir trotzdem für den hilfreichen Tip zur Logophädensuche danken! Manchmal ist es doch einfacher als man denkt :-)
 
sabe  sagt am 15.06.2012
Hallo Zusammen,
im Oktober 2011 wurde ich plötzlich heiser und seit Dezember 2011 bin ich nun in logopädischer Behandlung. Seit Februar 2012 liegt nun Simmbandstillstand links vor, seit heute weiß ich, dass zudem noch ein eingekippte Aryxknorpel vorliegt, sowie mediär Stellung links und prominentes Taschenband links. Rechts alles regelrecht. Ich hab ja keine Ahnung was das bedeutet!? Wenn ich mir die Beiträge hier so ansehe, weiß ich zumindest, dass meine Atembeschwerden wegen denen ich schon beim Pneumologen und Kardiologen war (alles o.B.) und meine Schluckbeschwerden darauf zurückzuführen zu sein scheinen. Ich kann ja kaum sprechen. Mit Freunden treffen (womöglich noch im Restaurant, etc. mit Nebengeräuschen)? Fehlanzeige! Telefonieren? Ganz übel! 4 Wochen Stimmruhe und alles andere haben bislang nicht weitergeholfen. Heute sprach die HNO dann davon, dass ich damit rechnen muss, dass es nix mehr wird, dass bestenfalls die Luftnot verbessert werden könnte durch OP. Ich bin für JEDEN Tipp dankbar.
 
Rustico  sagt am 17.06.2012
Hallo Sabe,

tut mir leid, dass dir dieses Schicksal widerfahren ist. Die Atembeschwerden kommen bestimmt von der Fehlstellung des Knorpels. Nachdem Dr. Schedler in Ramstein-Miesenbach meinen Stellknorpel fast wieder in die Ausgangsstellung zurück bekam ist auch meine Atmung viel besser (siehe meinen Beitrag vom 04.04.12 Rustico). Durch Unterspritzen des gelähmten Stimmbandes konnte der Arzt noch eine Restlücke schließen, so dass ich jetzt mit Hilfe regelmäßiger Logopädie wieder eine gute Stimme bekommen habe. Also kontaktiere bitte unbedingt diesen Arzt. Dort erhälst du umgehend einen Termin. Viel Glück!

Rustico
 
Rustico  sagt am 17.06.2012
Hallo Sabe,

tut mir leid, dass dir dieses Schicksal widerfahren ist. Die Atembeschwerden kommen bestimmt von der Fehlstellung des Knorpels. Nachdem Dr. Schedler in Ramstein-Miesenbach meinen Stellknorpel fast wieder in die Ausgangsstellung zurück bekam ist auch meine Atmung viel besser (siehe meinen Beitrag vom 04.04.12 Rustico). Durch Unterspritzen des gelähmten Stimmbandes konnte der Arzt noch eine Restlücke schließen, so dass ich jetzt mit Hilfe regelmäßiger Logopädie wieder eine gute Stimme bekommen habe. Also kontaktiere bitte unbedingt diesen Arzt. Dort erhälst du umgehend einen Termin. Viel Glück!

Rustico
 
sabe  sagt am 01.07.2012
Hallo Rustico,

vielen dank für die aufmunternden Worte. Von Dr. Schedler habe ich schon viel gehört.
Nächste Woche gehe ich in die Uni-Klinik Köln zur diagnostischen Abklärung, damit das ganze Ausmaß zumindest organisch bestimmt werden kann. Danach werde ich mich um weitere Schritte kümmern. Dr. Schedler steht auch auf meiner Liste. :-)

Viele Grüße
Sabe
 
Mummelmimi  sagt am 03.07.2012
Hallo Molibeth!
Ich habe nach einer Struma-Op am 31.10.2012 eine beidseitige Stimmbandlähmung mit starker Atemnot und kaum Aussicht auf Besserung. Einmal wurde ich jetzt schon mit Botox behandelt und der zweite Eingriff steht bevor, weil die Wirkung jetzt nachlässt. Mir gehts psychisch nicht besonders gut zur Zeit und ich habe Deinen Beitrag hier mit Interesse gelesen. Kannst Du mir eine Kontaktnr. geben, an wen ich mich wenden muß um das bei mir nochmal untersuchen zu lassen? Birgit, 48J.
 
Mummelmimi  sagt am 03.07.2012
Ach ja: Vielleicht kann mir jemand erklären was das "Eilo-Syndrom ( anstrengungsindizierte laryngeale Obstruktion)" genau bedeutet? Und die Op war natürlich 31.10.2011....
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 04.07.2012
Hallo, das EILO-Syndrom steht für: exercise induced laryngeal obstruction, zu deutsch : anstrengungsinduzierte laryngeale Obstruktion. Übersetzt aus dem Fachchinesischen: " durch Anstrengung ausgelöster Kollaps des Kehlkopfs"! Dieses Syndrom beschreibt die Tatsache, dass bei manchen Menschen unter körperlicher Belastung der Kehlkopf instabil wird und kollabiert. es enstehen Asthma ähnliche Symptome mit teils massiv behinderter Atmung!
Es ist aber, aus meiner Sicht ( ich forsche schon seit mehr als 7 Jahren auf diesem Gebiet) nicht die Anstrengung, die dazu führt, sondern ein physikalischer Effekt (Venturi-Effekt, gesetz von Bernoulli), der durch die Beschleunigung der Luftmoleküle beim Einatmen mit "forcierter Atmung" ensteht und zur Instabilität des Atemwegs, v.a. beim Schlafapnoesyndrom führt! Wer will kann ja mal unter: "schedler, supraglottic obstruction" und "schedler hyoidpharyngoplasty" googeln!
Bei Interesse gerne Näheres
 
Mummelmimi  sagt am 04.07.2012
Vielen Dank für diese Erklärung Dr.Schedler!
Aber wie hängt das jetzt mit dieser SD-OP zusammen? Mein jetzt behandelnder Arzt hat das bei mir diagnostiziert. Nach der OP im Oktober konnte ich Anfangs kaum ein paar Schritte gehen wegen der Luftnot und war drei ganze Wochen in der Klinik. inzwischen habe ich Ende März Botox neben ein Stimmband injiziert bekommen und damit ging es sehr viel besser. Nicht optimal aber kein Vergleich zu vorher. Jetzt lässt die Wirkung nach und der nächste Botox-Termin steht an. Ansonsten hat man mir angeboten: Stimmbandfixierung oder Tracheostoma.... Beides lehne ich zur Zeit noch ab, weil ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben mag, dass es sich noch von allein wieder regelt und alles normal wird. liege ich da falsch?
Im Moment bin ich ein wenig verzweifelt und kann die Botoxbehandlung kaum abwarten.
Ich habe mir einen Beitrag über die supraglottic obstruktion von Ihnen durchgelesen. könnte es sein ,dass mein Zungenbein nicht mehr in Ordnung ist seit der OP? Oder hab ich das falsch verstanden?
Mein Arzt meint, eigentlich müßte ich bei der Stellung meiner Stimmbänder ( die nach wie vor straff gelähmt sind ) genug Luft bekommen. Stimmt auch, aber nur in Ruhe. Sowie ich mich anstrenge, aufrege oder erschrecke bleibt mir "die Luft weg" und ich verstehe es nicht. Panik bekomm ich nicht mehr, ich habe gelernt damit umzugehen, aber belastbar bin ich überhaupt nicht mehr.
Vielleicht kann mir jemand was dazu sagen?
Viel Grüße, Birgit
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 07.07.2012
Man müsste bei Ihnen eine somnoskopische, d.h. schlafendoskopische Untersuchung durchführen, in der man Sie bewußt zu einer Hyperventilation bringt - das ist nicht schwer - und dann videografisch dokumentiert, was mit Ihrem Kehlkopf passiert. Ich habe, wie Sie sicher gelesen haben, schon Tausende dieser Endoskopien durchgeführt und unglaubliche anatomische und / oder funktionelle Befunde gesehen. Demnächst stelle ich Videos hierzu ins Internet. Wird aber wohl noch bis Herbst dauern. Falls Ihr Leidensdruck hoch ist, so können Sie mich auch auf meiner privaten Emailadresse kontaktieren und einen Termin vereinbaren!
Alles Gute Ihr Dr. Michael Schedler

Jetzt antworten

War dieser Artikel hilfreich?