Stimmbandlähmung

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Inibini  sagt am 02.08.2011
Hallo Sabine,
ja das hat mir mal ein Arzt während einer Kur vorgeschlagen, aber wahrscheinlich ist mein Leidensdruck nicht groß genug, dass ich mir das "antue".
Ich wollte mit meinem Beitrag ja vor allem bezwecken, anderen Mut zu machen.
So schrecklich das alles auch ist, lasst den Kopf nicht hängen. Macht das was Euch möglich ist, strengt Euch ein bisschen an und glaubt an Euch.
Ich habe z. B. an einem Spendenlauf teilgenommen. Ich habe zwar nur eine Runde in 30 Minuten geschafft, während andere 10 liefen, ich hab mir die Seele aus dem Leib gehustet, bin eigentlich mehr gegangen als gelaufen, hab immer wieder angehalten, um Luft zu holen, aber ich hab das gemacht und 5 Euro für einen guten Zweck erlaufen..
Ich war nicht die Beste, aber der Jubel für mich war großartig.
Ich lass mir doch von so einer blöden Stimmbandlähmung nicht mein Leben ruinieren!
Grüße an alle!
 
Sabine15  sagt am 02.08.2011
Hallo Ines,

Kompliment, du bist das beste Beispiel dafür, dass man sich niemals hängen lassen darf oder aufgeben soll.

Dennoch ganz ehrlich, hätte ich solche eine Luftnot, ich würde das Trachialstoma vorziehen. Ich habe mich in der Klinik mit einigen unterhalten, die eines hatten. So schlimm sei das gar nicht, sagten ALLE. UND dass es viel schlimmer gewesen sei, kaum Luft zu bekommen.

Aber das kann ja zum Glück jeder selbst entscheiden.

Dir und allen weiterhin alles Gute.

LG Sabine

 
gela0  sagt am 09.08.2011
Hallo ihr lieben Mitgeplagten,
also bei mir ist es ähnlich wie bei Ines, seit 15 Jahren unheimlich wenig Luft und ein bisschen mehr Stimme.
Ein Luftröhrenschnitt wurde mir vor Jahren schon vorgeschlagen, aber ich habe mich von Anfang an dagegen entschieden. Dann hätte ich zwar mehr Luft, aber die Lebensqualität ist ja deswegen nicht besser. Im Gegenteil, dann geht man nicht mehr baden im Schwimmbad, es könnte ja Wasser in die Atemwege kommen und auch schöne Sachen anziehen mit Dekollete ist dann vorbei. Und ständig die Luftröhre absaugen, sehr unangenehm.
Dann doch lieber wenig Luft und eben alles langsam angehen.
Im übrigen bin ich auf diese Krankheit erwerbsgemindert, heisst ich bekomme Rente. Ist vielleicht für den einen oder anderen auch interessant.
Liebe Grüße und haltet durch
Gela
 
giframy  sagt am 11.08.2011
Hallo, Ihr Gepllagten,
zufällig bin ich auf diese Seite gestoßen. Mir wurde vor nunmehr 17 Jahren ein Tumor entfernt und dabei der linke Stimmbandnerv beschädigt. Trotz Logopädie kam meine Stimme nie wieder vollständig zurück, aber damit habe ich mich abgefunden. Schlimmer ist die Atemnot, die vorrangig bei Erkältungen sehr heftig eintritt. Aktuell wird meine Stimme schlechter und auch die Atemnot steigert sich. Der Pneumologe bescheinigte mir gesunde Lungen sowie Bronchien, die Ursache ist also definitv das Stimmband. Die HNO-Ärztin schlug vor, das hängende Stimmband operativ zur Seite zu "schieben", damit ich mehr Luft bekäme. Fazit dieser Behandlung wäre allerdings, dass meine Stimme vollständig weg wäre -ich kann also zwischen Luft und Stimme wählen. Wer hat Erfahrungen damit?
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 03.10.2011
Ich glaube Ihr Problem hat 2 Aspekte, zum einen, dass Sie sich nicht von einem in Phonochirurgie Erfahrenen haben untersuchen lassen, der bei der von Ihnen geschilderten Beschwerdesymptomatik sicherlich eine sog. Laterofixation vorgeschlagen hätte (was das ist siehe weiter oben in meinem früheren Beitrag).Zweitens, dass bei Ihnen nicht nur der Nervus laryngeus recurrens (rückläufiger Stimmbandnerv) der für die Stimmbandbeweglichkeit zuständig ist, geschädigt wurde, sondern auch der N.laryngeus superior, der den Kehlkopfeingang sensibel versorgt und für das Auslösen des Schluckreflexes zuständig ist! Diese Schädigung ist dafür verantwortlich, dass Sie sich häufig verschlucken und Angst vor Speisen haben, die leicht in den "falschen Hals" kommen. Ich rate Ihnen dringend einen Fachmann für geschädigte Kehlkopfnerven, in der Regel einen phonochirurgisch ausgebildeten HNO-FA aufzusuchen - es gibt Behandlungsmöglichkeiten. Mit Sicherheit für Ihre Atembeschwerden, vielleicht auch für Ihre Schluckstörungen. Lassen Sie sich helfen!
Alles Gute wünscht
Dr.Michael Schedler
 
Rustico  sagt am 08.11.2011
Sehr geehrter Herr Dr. Schedler,

habe ein anderes Problem mit meinen Stimmbändern. Nach einer Knochenbruch OP im Februar war ich plötzlich total heiser. Zuerst wurde alles auf Erkältung geschoben, bis mein Hausarzt misstrauisch wurde. Logopädie verbesserte zwar leicht meine Stimme, bei der man nun eine linksseitige Lähmung fest gestellt hat. Nun wurde aber die Verschiebung des linken Stellknorpels festgestellt. Reparatur unmöglich, da schon zu lange her. Vorschlag ist nun, links ein Titan- Implantat zu fixieren, um die Stimme zu verbessern. Bisher habe ich keine all zu großen Atemprobleme (etwas, bedingt durch Herzklappen OP).

Was halten sie davon? Wie sind hier ihre Erfahrungen bzgl. Erfolg? An welche Klinik könnte man sich wenden?

Besten Dank im voraus, Heinz
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 09.11.2011
Ich glaube vor jede Therapie hat Gott noch immer die Diagnose gesetzt! D.h., dass zunächst einmal geklärt werden muss, warum die Stimmbandlahmung nach der "Knochenbruch-Op" auftrat? Also welcher Knochen war gebrochen und was wurde genau operiert? Wie lange hat die Op gedauert, bzw. Gab es Probleme mit der Intubation (Einführung des Atemschlauches)? Was steht im Op-Bericht und was im Narkoseprotokoll?
Es kann durchaus im Rahmen einer Op zu Stimmbandverletzungen oder Stellknorpelverletzungen kommen! Im Falle einer sog. Aryknorpel-Luxation kann z.B. Genau die von Ihnen beschriebenen Symptome auftreten -allerdings würde es sich in diesem Falle nicht um eine Stimmbandlahmung handeln, sondern um eine mechanische Verletzung des Stimmbandstellknorpels! Also keine Nervenschädigung, bei der man eher zuwarten sollte, sondern ein sog. Kehlkopftrauma, bei dem man möglichst schnell einen Repositionsversuch des Stellknorpels durch einen versierten Phonochitrurgen versuchen könnte!
Letztlich muss geklärt sein welcher Art die Stimmbandschädigung ist, bevor man Stellung zu der geplanten Therapie nehmen kann! Was die von Ihnen genannte Op angeht, so können Sie meine Stellungnahme in meinen vorherigen Beiträgen nachlesen. Es gibt leider noch keine verlässlichen Daten zu den genannten Implantaten, so dass diese nach meiner Auffassung noch als experimentell zu betrachten sind und daher nur in kontrollierten klinischen Studien eingesetzt werden sollten! Ich hoffe das beantwortet Ihre Frage, stehe aber gerne zu weiterer Beratung zur Verfügung, , falls Sie mir die o.a. Daten zugänglich machen.
Alles Gute wünscht
Dr.Michael Schedler
 
Rustico  sagt am 17.12.2011
Hallo liebe Stimmbandleidende und andere,

kam vor 2 Stunden von Dr. Schedler aus Ramstein zurück. Habe die Adresse über dieses Forum bekommen und gleich einen kurzfristigen Termin. Mein Problem habe ich bereits beschrieben (siehe Beitrag vom 03.10.11). Wie Dr. Schedler sagte, kommt vor der Therapie die Diagnose. Nachdem ich bei 7 HNO-Ärtzen, sogar aus einer HNO-Klinik war, blieb eigentlich als letzter Versuch nur noch das Aufspritzen meines linken Stimmbands oder die noch nicht lange existierende Methode einer Implantation eines Titanknopfes um das Stimmband näher an das andere zu drücken. Hier liegt jedoch noch wenig Langzeiterfahrung vor. Als ich aus der Narkose erwachte erklärte mir H. Dr. Schedler, dass er sein Vorhaben geändert habe. Ihm ist es gelungen, den Stellknorpel links wieder in die Originalposition zu bringen. Dadurch wird das Stimmband gerade gezogen und dem rechten Band näher gebracht. Außerdem wurden mit einem Laser die "Schreiknötchen" entfernt. Natürlich bin noch wund im Hals und die Stimme doch etwas rauh, aber deutlich besser, stärker und ich kann wieder mühelos Vokale aussprechen an die ich vorher immer unbewusst ein H davor gehängt habe.

Dies ganze wurde in eigenen OP-Räumen vorgenommen und ich wurde anschließend in die eigene angehängte Klinik gebracht. Nur eine Übernachtung war notwendig. Die Behandlung und Betreuung war hervorragend. Alle Patienten die ich dort gesprochen habe und die tlw. mit anderen Problemen dorthin kamen (Nasenkorrekturen, Apnoe, Ohren) gingen zufrieden nach Hause. Sie hatten tlw. über mindestens einem Jahr nach geeigneten Adressen und teilweise noch länger gesucht. Habe im Januar meinen Nachuntersuchungstermin. Kann ja mal berichten.

Kopf hoch und nicht so schnell in den Sand stecken. Der weiteste Besuch lohnt sich. Ich komme aus Südhessen. Ein Patient kommt aus Dortmund. Also klickt euch unbedingt auf der Web-site bei Dr. Schedler ein. Termine gibt es unter Umständen sehr schnell. Er arbeitet auch stundenweise Samstags und Sonntags. Immer freundlich und Aussage bereit.

Alles Gute, Heinz
 
Molibeth  sagt am 22.12.2011
Hallo Ihr Stimmbandlahmen,
seit acht Jahren bin ich ebenfalls betroffen von einer beidseitigen Stimmbandlähmung nach zwei Struma OPs, seit der Zeit auch berentet und hatte alle zuvor beschriebenen Beschwerden wie extreme Luftnot, Stimmritzenkrämpfe bis zur Bewustlosigkeit und die Arbeitsleistung meiner Atemmuskeln bei ruhiger Atmung war siebenmal höher als bei Gesunden. Die Stimme erholte sich erst nach vier Jahren und war zuletzt recht gut, da die Stimmbänder sehr eng standen. 2003 Reha in Bad Rappenau - schon damals wurde mir zu einem Tracheostoma geraten; später empfahl mein HNO Arzt eine Lateralfixation, doch müsste ich mit Stimmverlust rechnen. Beides lehnte ich ab und versuchte ich mich mit den Einschränkungen zu arrangieren, bis ich im letzten Jahr nach Komplikationen einen Arztwechsel vornahm. Meine Ärztin vermittelte mich in die Phonochirurgie der Charité in Berlin zu Prof. Nawka. In diesem Sommer führte Prof. Nawka eine mikrolaryngoskopische Glottiserweiterung durch. Es war eine unglaubliche Erfahrung, denn nachdem die OP Wunde abgeheilt war bekam ich wieder viel besser Luft und die Stimme ist voll erhalten geblieben. Es ist ein köstliches Gefühl, die Atemluft wieder so leicht fliessen zu lassen, sich bei einer Radtour unterhalten zu können. Heute werde ich öfter auf meine gute Stimme angesprochen, d.h. man hört keinen Stridor mehr. Auch die Stimmritzenkrämpfe sind bis jetzt nicht mehr aufgetreten. Ich wurde in der Charité in eine Studie aufgenommen und fuhr in diesem Jahr mehrfach quer durch die Republik zu den Nachuntersuchungen. Keinen Kilometer habe ich bereut, die Versorgung in der Charité war hervorragend und so kann ich jedem Betroffenen Mut machen, keine Mühe zu scheuen, um den richtigen Arzt zu finden; auch nicht Diskusionen mit der Krankenkasse zu fürchten. Da die OP Methode noch nicht Standard ist, wollte die (private) Krankenkasse keine Kostenübernahme zusagen. Da ist dann der Einsatz des einweisenden Arztes gefragt.
Dies sind also meine (guten!) Erfahrungen und ich hoffe, dass anderen Betroffenen auch so gut geholfen werden kann.
Allen ein frohes Weihnachtsfest.
Alles Gute, Molibeth



 
Fina  sagt am 09.01.2012
Stimmbandlähmung
Guten tag Dr. Schendler,
nun stehe ich auch bald vor einer OP und wurde gerne wissen, ob bei Ihnen die Neuromon. - technick angewendet wurde?

Handelte es sich um einen Thyreoidektomie bzw. sind die Verletzungschancen bei dem erhöht?

schöne Grüße und gute Besserung

Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 09.01.2012
Wir benutzen das Neuromonitoring bei der Strumektomie = gleich Thyreoidektomie, aber das ist leider auch keine Garantie, dass der Nervus recurrens (Stimmbandnerv) nicht geschädigt wird. Wichtig ist v.a. die Erfahrung und Expertise des Chirurgen.
Ich vermute im Übrigen, dass Sie mich verwechseln, denn bei mir wurde keine OP durchgeführt, vielmehr führe ich selbst Strumektomien durch. Bin aber speziell in der Phonochirurgie und Atemwegschirurgie bei Problempatienten spezalisiert. Vielleicht lesen Sie sich mal meine Beiträge im Forum durch.
Für Ihre Op wünsche ich Ihnen natürlich alles Gute
Dr.Michael Schedler (bitte ohne "n"!!)
 
Rustico  sagt am 09.01.2012
Hallo liebe Mitpatienten,

wie am 17.12.11 versprochen, informiere ich sie heute über den aktuellen Stand in meinem Fall. Nach dem Eingriff im Dezember (s.o.) hat H. Dr. Schedler nun durch Unterspritzen eines kleinen Teils des gelähmten Stimmbandes die letzte Lücke zwischen den Stimmbändern geschlossen. Meine Stimme wurde sofort stärker. Natürlich muss ich die Stimme noch einige Tage schonen. Aber jetzt schon sieht es so aus, das ich wahrscheinlich wieder auf die alte Stimmqualität komme. 7 Ärzte haben mir vorher hierfür keine Hoffnung gemacht.

Diese Praxis glänzt durch Kompetenz, Humanität, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. So etwas gibt es leider heute sehr selten, besonders wenn man als Kassenpatient antritt.

Eines kann ich jedem Patienten garantieren, der Hilfe in dieser Praxis sucht: das man "so schlau geht, wie man gekommen ist" gibt es hier nicht. Hier wird alles geprüft und versucht, eben Kompetenz durch hohes Fachwissen und Erfahrung.

Danke nochmals herzlich H. Dr. Schedler und seinem Team!

 
futzmaus  sagt am 14.01.2012
Hallo,
am 25.7.11 wurde ich an der Schilddrüse operiert.Leider erlitt ich eine linksseitige Stimmbandlähmung und war fast aphon.10 Wochen war ich krank geschrieben, da ich meinen Beruf als Erzieherin nicht ausüben konnte ohne Stimme.Heute ist meine Stimme wieder da, fast so gut wie früher.Meine Rettung war und ist eine Logopädin mit Schwerpunkt Stimmtherapie, die mich sogar zu Kehlkopfspiegelungen beim Phonetiker begleitet.Auch psychisch hat sie mich gerettet, weil sie mir immer Mut machte. Allerdings habe ich auch konsequent meine Übungen gemacht, bis zu dreimel täglich, egal, wie blöd ich mir vorkam.Ich habe auch ein Novafon Schallwellengerät leihweise von der Praxis bekommen, behandle mich bis heute damit täglich.
Es lohnt sich, nicht aufzugeben.
 
Cole  sagt am 17.01.2012
Hallo,
ich wurde am05.05.2011 operiert. Mir wurde die Schiddrüße entfernt.
Dabei hat man mir den linken Stimmnerv komplett durchtrennt.Er wurde wieder zusammengenäht. In dar Hoffnung das der Nerv zusammenwächst.
Habe dann Logopädie bekommen. Nach 40 Sitzunen sagte man mir ich sei austherapiert. Seid dem passiert nichts mehr.Wenn ich nicht selber meine Übung zu hause machen würde, währe es bestimmt noch schlimmer.Aber meine Stimme hat sich kaum erholt auch nicht durch mein tägliches üben. Ich bin von Beruf Verkäuferin muß auch sehr viel dadurch reden.Mir kann keiner sagen ob ich meinen Beruf jeweils wieder ausführen kann.Es hat dadurch natürlich auch die Psyche gelegt, so das ich Antidepressiva seid 4 Monaten nehmen muß.Die Ärzte sagen immer ich soll geduld haben, aber nach 8 Monaten ist das nicht befriedegend.Vielleicht hat jemand mit einem duchtrenntem Stimmnerv erfahrung und kann mir ein paar Tips geben.Viele Grüße
 
Sunny99  sagt am 22.01.2012
Hallo,
auch ich hatte im April 2011 eine Schilddrüßen OP. Die Schilddrüße ist komplett entfernt worden. Nach der OP musste ich mit Sauerstoff versorgt werden, hatte keine Stimme und konnte nicht trinken (nur mit Verdickungmitteln war ein Löffeln möglich). In dem Krankenhaus wurde ich leider nicht gut betreut und nicht ernst genommen. In Folge dessen kam es zu Panikattacken. Ich habe seit der OP eine beidseitige Stimmbandlähmung mit Restbeweglichkeit links. Es hat ein gutes halbes Jahr gedauert bis ich mit Hilfe von der Logopädie die Stimme ganz normal nutzen konnte. Nur leider ist die Atmung dann immer schlimmer geworden. Ich konnte im November keine fünf langsame Schritte mehr gehen, ohne gleich massive Probleme mit der Luft zu bekommen. Die typischen Pfeifgeräusche kamen dann auch schnell im Stillstand. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mit Anfang 30 so ALT fühlen würde. Ich habe nun das Krankenhaus gewechselt und dort wurde mir zu der Laterofixation geraten. Im Dezember wurde ich dann auch gleich operiert, da die Gefahr des Erstickens einfach zu groß war. Die Atmung ist jetzt viel besser aber meine Stimme ist wieder sehr schlecht und ich habe immer noch Schmerzen, besonders beim Schlucken. Trinken fällt mir deswegen schwer.
Herr Dr. Schedler ich frage mich, wie lange sind Schmerzen nach einer solchen OP normal? Und warum wird einem zur Logopädie geraten bei Stimmbandlähmung, wenn es doch diesen Grundsatz gibt. Je besser die Stimme, desto schlechter die Atmung und umgekehrt? Ich wusste nichts davon und habe so verbissen an meiner Stimme gearbeitet nach der Schilddrüßen OP, erst in meiner neuen Klinik hat man mir davon erzählt. Wäre man nicht besser damit beraten, es gleich zu lassen und dafür besser zu atmen?
Viele Grüße
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 24.01.2012
Sie haben recht das zu fragen! In der Tat hat es keinen Sinn Patienten mit Atemnot herumlaufen zu lassen und nur auf die Stimmverbesserung zu achten! die Stimmqualität ist bei beidseitgen Paresen sowieso fast immer recht gut, zumindest nach Abklingen der postoperativen Schwellung.
Ich kann nur vermuten, dass ihr behandelnder Arzt davon ausgegangen ist, dass sich zumindest ein Stimmband erholt. Allerdings sollte man dann bei den Atembeschwerden die Sie beschreiben an eine Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) als vorübergehende Maßnahme denken.
Ich persönlich hätte bei Ihnen eine Laserglottiserweiterung durchgeführt, die in der Hand eines Erfahrenen exzellente Ergebnisse erbringt, so dass man fast immer auf die Tracheotomie verzichten kann, ja sogar bei bereits tracheotomierten Patienten das Tracheostoma verschliessen kann. Die Laterofixation ist im Übrigen eine OP, die praktisch schmerzfrei, zumindest schmerzarm sein sollte und keine längeren Beschwerden hervorruft. Allerdings hängt das auch in gewissem Maße von der Op-Technik ab.
Sie können mich gerne kontaktieren wenn Sie noch weitere Fragen haben sollten.
Gute Besserung wünscht Dr.Michael Schedler
 
Sunny99  sagt am 26.01.2012
Vielen Dank für die Antwort Herr Dr. Schedler.
Ja das stimmt, mein behandelnder Arzt und ich haben gehofft, dass sich die linke Stimmbandseite wieder erholt. Ich muss meinen Arzt auch etwas in Schutz nehmen, denn er hatte mir den Luftröhrenschnitt vorgeschlagen aber ich wollte das wirklich nur im Notfall machen lassen. Es ist so schon schwer genug mit allem zurecht zu kommen. Ich kann mir das Leben mit dem Luftröhrenschnitt nur schlecht vorstellen.
Ich habe noch ein paar Fragen. Ist die Laterofixation immer nur eine temporäre Lösung? Ursprünglich sollte das zwischen einem halben und einem Jahr so bleiben, wie gesagt, in der Hoffnung, dass sich eine Stimmbandhälfte wieder erholt. Da ich jetzt immer noch Schmerzen habe, muss vermutlich früher über eine dauerhafte Lösung nachgedacht werden. Wie ist es denn bei einer Laserglottiserweiterung? Was genau wird denn weg gelasert? Wird die Stimme noch da sein oder gibt es da wenig Hoffnung?
Liebe Grüße
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 26.01.2012
Hallo, die Laserglottiserweiterung ist nach meiner Ansicht in der Mehrzahl der Fälle der bessere und wesentlich weniger belastende Eingriff. Außerdem kann man bei ungenügendem Effekt immer noch ohne jegliche Probleme die Laterofixation durchführen! Ich musste in den letzten 15 Jahren in keinem einzigen Fall von Laserglottiserweiterung eine Laterofixation durchführen. Die Op selbst ist in der Hand eines Geübten einfach und problemlos. Es gehört nur etwas Fingerspitzengefühl dazu abzuschätzen wieviel man von dem am schwersten geschädigten Stimmband abträgt. Das bessere Stimmband z.B. minimale Restbeweglichkeit, sollte immer geschont werden! Ich denke die präoperative Diagnostik ist häufig schwieriger als die Op selbst!
LG Dr.M. Schedler
 
Cassy79  sagt am 29.01.2012
Hallo Dr.M. Schedler,
Ich war von Silvester bis zum ca.15.01.erkältet und habe diese auch gut überstanden,doch nach meiner Erkältung fing es 2tage später an das meine stimme immer mehr versagt hat und das ich immer mehr das gefühl habe zu ersticken.Auch das gefühl von einem kloss im hals werde ich einfach nicht los.Ich dachte schon dass es festsitzender schleim ist aber selbst nach schleimlösenden mitteln und ständigem husten wird es nicht besser,auch das ständige gefühl von trockenheit im hals ist unaushaltsam und ich trinke schon total viel doch es bleibt einfach trocken im hals.Ich habe vor dienstag zum arzt zu gehen wollte mich aber auch mal hier schlau machen was das vielleicht sein könnte.Ich hoffe sie können mir ein wenig helfen.
LG Cassy79
 
futzmaus  sagt am 04.02.2012
Hallo
bei mir ist es tatsächlich gelungen:Trotz immer noch gelähmtem Stimmband links schwingt das gesunde rechte Band weit über die Mitte bis hin zum gelähmten und ich habe eine
gute Stimme. Die Kehlkopfspiegelung hat es gezeigt und die ganze Praxis kam gelaufen, um es zu sehen.....Es hat sich gelohnt, 7 Monate hart mit der Logopädin zu arbeiten. Eine Unterfütterungs OP ist jetzt erstmal vom Tisch, Gott sei Dank.Ich bleibe allerdings weiter in logopädischer Behandlung.Menschen in meiner Umgebung hören nichts mehr von der Parese, ich kann sogar laut rufen.Meiner Logopädin bin ich sehr dankbar, sie hat von Anfang an gesagt: "Das kriegen wir hin." Und sie hatte Recht!
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 06.02.2012
Hallo und Entschuldigung für die späte Antwort, war auf Urlaub! Nun, wenn nach einer "Erkältung" die Stimme versagt, so sollte man zunächst zum HNO-Arzt gehen und den Kehlkopf spiegeln lassen! Dabei zeigt sich, ob organische Veränderungen vorliegen oder nur eine fortdauernde Infektion! Sicher wird Ihnen ihr HNO die Diagnose stellen und Ihnen weiterhelfen! Sollten Sie trotzdem weiter Beschwerden haben, so melden Sie sich bitte wieder, ggf auch auf meiner Emailadresse :dr.schedler@[Link anzeigen]
Gute Besserung
Dr. Michael Schedler
 
Lottine  sagt am 15.02.2012
Hi zusammen, also E skann bei einer Schilddrüsen-OP passieren, dass dabei der Nerv verletzt wird. Dann bleibt das STimmband quasi in einer "Mittelstellung" stehen. Ganz ehrlich - ich habe Sprachheilpädagogik studiert und bin entsetzt, dass hier anscheinend Ärzte sagen, dass "die Stimme doch nicht wirklich notwendig sei" - solange man keine Opern singt. Ungeheuerlich! Man käme ja auch nicht auf die Idee, bei einem Chirurgen zu sagen, er bräuche nur eine Hand - er muss ja nicht alle Operationen mit beiden Händen machen....
So, Blutdruck wieder normal...
Also: ganz klar - Stimmtherapie bei Logopäden oder Stimmtherapeuten - auch hier gibt es gute und schlechte - klar.
Nicht ins Bockshorn jagen lassen. NOtfalls gegen die Krankenkasse klagen, anderen Arzt suchen.
LG
 
MACD  sagt am 02.03.2012
Zum Thema Stimmbandlähmung: Ich hatte eine Stimmmbandlähmung links, nach Schliddrüsen-OP. Nach 6 Monaten Logopädie keine Besserung, keine Chance meine Stimme wieder zu bekommen. Seit dem 10.Februar kann ich wieder sprechen. Das ist ein Wunder! Mein HNO hat mich am 6. Februar erfolreich operiert.Ich möchte allen Betroffenen gerne helfen und meine Erfahrung weitergeben. Bitte um Nachricht.
 
Engel1704  sagt am 26.03.2012
Hallo Christian,
mein Mann hat eine linksseitige Stimmbandlähmung nach einer Lungen-OP.
Der Nerv wurde durchtrettnt. Er ist sehr unglücklich darüberf, sehr kurzatmig, Stimme sehr leise etc. Haben Sie mittlerweile eine gute
Therpaie erhalten ? Er bekommt zur Zt.in der Reha nur Logophädie
mit natürlich mäßigem Erfolg.
 
Mauselbeen1107  sagt am 02.04.2012
Hallo ich hatte vor 6 Wochen eine Schilddrüsen Operation wo beide Seiten gelähmt wurden, ich lag zwei Tage auf der intensiv Station bis ich mich entscheiden musste ob lufröhrenschnitt oder Fixierung einer stimmlippe , wo für ich mich dann entscheiden haben, was aber nicht sehr schön aussieht und weh tut. Mein Hausarzt sagte ich soll das Krankenhaus verklagen und Rente beantragen..ich bin 32 habe drei Kinder und weiß echt nicht weiter :-(

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