Mediane Halsfistel rezidiv

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Muenchner  fragt am 27.10.2019
Hallo,

mit Mitte 20 hat sich bei mir eine mediane Halszyste bemerkbar gemacht. Der Knubbel war von außen erkennbar (Durchmesser 1,5cm) und schimmernde leicht bläulich durch die Haut. Da sich die Zyste ca. einmal im Quartal entzündete, was sehr scherzhaft war, habe ich mich einer OP unterzogen und die Halsyzyte entfernen lassen. Der Doktor hatte das Zungenbein bei der OP allerdings nicht entfernt. Die Zyste wurde im Labor untersucht und es wurde kein Schilddrüsen Gewebe gefunden, worauf der Arzt meinte, dass der Befund nicht bösartig war. Nach ca 3 Jahren hatte ich wieder die selben Beschwerden und siehe da, die Halszyste ist wieder da. Der Arzt meinte allerdings, dass bösartiges ausgeschlossen werden kann, da bereits beim ersten Befund kein Schilddrüsengewebe gefunden wurde. Ich bin jetzt sehr unschlüssig was ich machen soll. Soll ich die Zyste wieder entfernen lassen, diesmal mit Zungenbein, um künftig bösartige Entwicklungen gänzlich ausschließen zu können (die Zyste entzündet sich aktuell alle paar Monate), oder kann man wirklich 100% ig sicher gehen, dass nichts bösartiges entstehen kann, da schon der erste Befund sauber war?
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 27.10.2019
Hallo Muenchner, dass kein Schilddrüsengewebe nachweisbar war ist weder als gut noch schlecht zu werten und ist in ihrem Falle wahrscheinlich lediglich auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Zungenbeincorpus (mittlerer Teil des Zungenbeins) nicht mit entfernt wurde, wie eigentlich immer erforderlich. Schon garnicht kann man daraus Rückschlüsse auf die sog. Dignität, also gut oder bösartig ziehen. Mediane Halszysten können, müssen aber nicht, Schilddrüsengewebe, zusammen mit Resten des sog Ductus thyreoglossus enthalten. Bösartiges Wachstum ist extremst selten und weltweit auf Einzelfälle beschränkt. Zur kompletten und sauberen Entfernung jeder medianen Halszyste gehört die Entfernung des Mittelteils des Zungenbeins oder Zungenbeinkörpers. Ausführliche Information hierzu finden Sie unter dem Thread: "Wiederauftreten einer Halszyste" hier im Forum, in dem ich ausführlich zu dem Thema Stellung genommen habe.
Alles Gute Ihr Dr. Michael Schedler

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Muenchener  sagt am 27.10.2019
Sehr geehrter Herr Dr. Scheduler,

vielen Dank für Ihre Aufklärung. Ich würde mich eigentlich nur operieren lassen wollen, falls es ein Rikiso gibt, dass die Entzündung irgendwann bösartig werden könnte. Nach der ersten OP hatte der Arzt gemeint, dass man auch im Falle einer rezidiven medianen Halszyste, keine Bedenken haben muss, da der erste Befund sauber war. Gibt es denn ein Risiko oder könnte ich damit leben ohne Angst haben zu müssen, dass das irgendwann bösartig wird. Aktuell ist es wieder Entzündet.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 27.10.2019
Wenn Sie sich die (lohnenswerte) Mühe machen die von mir kommentierten Threads zu lesen, so werden Sie feststellen, dass Sie definitiv keine Ruhe vor diesen rezidivierenden Entzündungen bekommen, solange die Zyste nicht entfernt wurde. Leider kann es dabei auch zu schweren Verläufen kommen, die durchaus bedrohlich werden und zur Hospitalisierung führen können. Ich rate Ihnen diese Zyste von einem erfahrenen HNO-Chirurgen entfernen zu lassen. die Gefahr einer Entartung ist zwar sehr gering, aber letztlich weiß man erst, wenn man die eigentliche Zyste mit Zungenbeincorpus entfernt hat, worum es sich tatsächlich handelt.

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