Immer wiederkehrende Polypen

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Rezidiv  fragt am 26.12.2015
Seit meinem 20. Lebensjahr leide ich unter Nasenpolypen (in Nebenhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbein, Keilbein u.s.w.) Wurde schon über ein Dutzend mal operiert. Doch die Polypen kommen immer wieder, trotz Nasonex, Kortison in Tablettenform. Bin allergisch gegen Schmerzmittel und Alkohol (Asthmaanfall). Jetzt soll ich wieder operiert werden. Wie kann man das Wachsen der Polypen stoppen und wie bekomme ich meinen Geruchssinn wieder (nicht nur nach der Einnahme von hochdosiertem Kortison)? Ich bin jetzt 54 Jahre ALT und möchte nicht noch in sehr hohem Alter darunter leiden.
 
xsone  sagt am 26.07.2016
Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um das ass-intoleranz-syndrom. hierbei hilft nur eine desaktivierung. dabei wird das ass in kleinstmengen angefangen gegeben..eine gabe erfolgt innerhalb eines gewissen zeitraums, ca. alle 24h. die dosis wird kontinuierlich erhöht bis zur erhaltungsdosis. danach müssen sie ein leben lang täglich das ass nehmen. sollte man es einmal vergessen muss eine erneute gabe unter ärztlicher aufsicht erfolgen um eine überreaktion bzw. allergische Reaktion schnellstmöglich behandeln zu können. eine heilung an sich gibt es nicht. ihr hno-arzt kann ihnen dabei weiter helfen.
Portrait Dr.med. Michael GJ Schedler, Germanamerican Hospital, Ramstein, HNO-Arzt, Arzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
Dr. Schedler  sagt am 26.07.2016
Sie haben mit Sicherheit ein sog. Schmerzmittelintoleranz-Syndrom, auch Morbus Samter/Widal genannt! In der Tat gibt es nur eine Therapiemöglichkeit, nämlich die adaptive Desensibilisierung mit retardiertem Aspirin (Acethyl-Salicylsäure). Leider ist die Information dass man mit kleinsten Mengen Aspirin beginnt nicht mehr aktuell. Na beginnt unter stationären Bedingungen direkt mit 300 mg ASS (bitte nicht mit ACC verwechseln) und führt diese auf Dauer fort. Niedrigere Dosen bringen nachweislich schlechtere Ergebnisse! Es gibt ein paar "Tricks" wie man auch Patienten, die Probleme mit dem Beginn dieser Therapie haben relativ problemlos einstellen kann! Ich führe diese Therapie regelmäßig bei rezidivierender Polyposis der Nebenhöhlen durch. Erst dann bleiben die Patienten auf Dauer frei von behinderter Nasenatmung und Riechstörungen!
Hoffe das hilft ein Bisschen weiter. Ihr Dr Michael Schedler
 
Annika1995  sagt am 26.04.2018
Hallo Leute! Ich habe das gleiche Problem! Ich hatte seit meiner Kindheit Polypen und wurde mir 16 das erste mal operiert. Zwei Jahre später war wieder alles voller Polypen und ich wurde erneut operiert. Kurz darauf wurde dann festgestellt, dass ich eine Ass Intoleranz habe. Ich habe die desaktivierung gestartet und nehme seit einem Jahr jeden Tag 300 mg Ass Protect. Bis vor 2 Wochen war auch alles super - jedoch kam dann der Kontrolltermin und es wurden wieder Polypen entdeckt. Meine Ärzte waren genauso ratlos wie ich. Nun inhaliere ich seit 2 Wochen täglich cortison und versuche mit nasonex und ass armer Ernährung gegenanzukämpfen, jedoch ist es seitdem noch schlimmer geworden. Ich habe nun mal wieder Eine Nasennebenhöhlenentzündung und bin sehr krank. Momentan weiß ich auch nicht mehr wirklich weiter und versuche bei allen möglichen Ärzten herauszufinden was mit meinem Körper los ist. Habt ihr einen Rat?
 
Wolf359  sagt am 23.05.2018
In Graz (Steiermark) gibt es im Landeskrankenhaus in der HNO Abteilung bei Univ.Doz.Dr.Wolf eine sogenannte OSTRO Studie. Ein neues Medikament aus der Asthmabehandlung. Es wurde festgestellt, dass Patienten die damit gegen Asthma behandelt wurden plötzlich weniger Nasenpolypen hatten. Jetzt gibt es eine klinische Studie um das zu untersuchen. Ich nehme daran teil. Ist meine Hoffnung gegen das Nachwachsen der Nasenpolypen. Vielleicht gibt es diese Studie auch in Ihrer Nähe. lg Wolfgang
 
Paulchen78  sagt am 28.06.2019
Hallo,

nach einer Entfernung der Nasenpolypen und Korrektur der Nasenscheidewand vor 4 Wochen wurde heute beim HNO-Kontroll-Termin erneut eine starke Wucherung festgestellt. Der Arzt meinte, dass schon wieder ca. 80% der Siebbeinhöhle zugewachsen ist und ich jetzt mit einer Antibiotika-Kortison-Kur gegensteuern muss - das hatte ich auch vor der OP schon zwei Mal getan (innerhalb eines halben Jahres) und der Erfolg war mäßig. Klar, die Nase wurde freier, aber dafür hatte das Antibiotikum negative Auswirkungen (Magen empfindlich), Pilzinfektion im Schambereich, Haut bekommt vermehrt Pickel...

Mich interessiert jetzt natürlich brennend: wie erfolgreich ist die von Ihnen erwähnte neue Studie an der Sie teilnehmen? Können Sie schon Genaueres dazu sagen? Lohnt es sich?

Gespannt auf Ihre Rückmeldung
mit lieben Grüßen aus dem sonnigen Mittelbaden (D)

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