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Keratosis Pilaris - keine Besserung, verzweifelt

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WahrKlar  fragt am 26.07.2018
Guten Tag,

Ich (m,22) habe seitdem ich 16 bin zunehmend kleine rote, teils eitrige Pickel am Oberkörper (meine damit nicht quasi unsichtbare Pickel wie bei einer Gänsehaut, sondern akneähnliche Pickel), die seit 1-2 Jahren auch an den Beinen und Armen verstärkt auftreten. Mittlerweile habe ich um die 100, mehr oder weniger starke Pickelmale am gesamten Körper. Bekomme wöchentlich etwa 5-10 „neue“ leicht rote oder eitrige Pickel. Habe seit Jahren alles gemacht was irgendwie helfen könnte: Achte auf die Hygiene (regelmäßig Bettwäsche wechseln), Ernährung gesünder gestaltet, 2-3l Wasser täglich, Nahrungsergänzungsmittel (Zink, Vitamin D+K, Omega 3), Peelings, Feuchtigkeitscremes, Benzoylperoxidsalbe für die Pickelstellen, Sonne und Luftfeuchtigkeit.War bei meinem Hausarzt, welcher keine Ahnung hatte, was es sein könnte und mich an einen Dermatologin überwies, wo ich in einer Notfallsprechstunde untergebracht wurde. Diese Dermatologin hat mich 30 Sekunden aus 1m Abstand begutachtet und dann sofort die Diagnose „keratosis Pilaris“/ Reibeisenhaut aufgestellt. Als ich ihr die Pickel am Arm zeigen wollte, welche für mich anders aussehen und der sympathische Verlauf, aus meiner Sicht als Laie anders verlief, hat die Dermatologin nicht mal hingesehen, stattdessen ihre Diagnose und ein Rezept für eine Waschlotion (Balneum Intensiv) aufgeschrieben. Sie erklärte mir in 1min was keratosis pilaris sei und sagte man könne nichts weiter machen, da es genetisch veranlagt ist. Als ich versucht habe etwas zu fragen und sagte dass es nicht jucke, hat sie interveniert und mich gefragt „warum ich zu Ihrer Notfallsprechstunde komme, wenn ich keine Beschwerden (Juckreiz) habe“. Finde ihr Verhalten ehrlich gesagt extrem unhöflich und unprofessionell, sie hat sicherlich fachliche Kompetenz, aber irgendwie bekomme ich Zweifel an der Diagnose bzw. an den Bahandlungsmöglichkeiten. Es belastet mich schon ziemlich, war seit 5 Jahren nicht mehr im Schwimmbad und Pickel am den sichtbaren Stellen sind auch ziemlich unangenehm, weil es so aussieht als würde ich mich null pflegen oder hätte vielleicht eine ansteckende Krankheit oder so. Einen Termin für einen Dermatologen bekomme ich frühestens in 6-10 Monaten. Habe meinen Hausarzt die Diagnose Keratosis pilaris mitgeteilt, er hat weder davon noch von dem Ausdruck Reibeisenhaut, was selbst ich schon mal gehört habe, jemals gehört.

Was soll ich machen?
Portrait Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Hautzentrum Nymphenburg, München, Hautarzt
Prof. Dr. Abeck  sagt am 29.07.2018
Guten Tag!
Die Diagnose "Reibeisenhaut = Keratosis pilaris = Keratosis follicularis"
ist sehr einfach klinisch zu stellen, so dass ich der Diagnose der
Kollegin folgen möchte.

Die Therapiemöglichkeiten sind, da es sich um eine
genetisch - bedingte Erkrankung handelt, tätsächlich
unbefriedigend.

Therapieempfehlung:
zum Duschen Peeling Handschuhe verwenden
nach dem Duschen Arme & Beine eincremen mit Akerat 30 intensiv Creme
abds die befallenen Areale mit einer Tretinoin-Zubereitung,
z.B. Lipophile Tretinoin-Creme 0,05% NRF 11.123. ad 100,0 (ist
verschreibungspflichtig!) eincremen. Tretonoin schält die Haut und
glättet sie wieder, initial jeden 3. abend, bei guter Verträglichkeit jeden 2. und später sogra jeden abend; wenn Ergebnis in Ordnung vielleicht 2xpro Woche um das Ergebnis zu halten.

Viel Erfolg!

Prof. Dr. Dietrich Abeck
FA f. Dermatologie - Alllergologie
 
WahrKlar  sagt am 01.08.2018
Dankeschön
 
WahrKlar  sagt am 13.08.2018
Peelings mache ich schon seit Jahren, eine Creme mit Urea und die Duschlotion verwende ich jetzt seit fast 3 Wochen. Also mir ist bewusst, dass es wahrscheinlich länger dauert, als ein paar Wochen, damit Besserung sichtbar wird. Und ich zweifle die Diagnose Keratosis Pilaris nicht an, aber die Ausschläge/Entzündungen, vor allem an den Unterarmen, die meine Ärztin scheinbar nicht ansehen wollte, sehen für mich 1:1 wie eine leichte-mittlere Follikulitis aus. An den Unterarmen sehe ich auch keine Reibeisenhaut im Gegensatz zum Oberarm oder Rücken. Und diese Entzündung wird nicht ansatzweise besser eher schlechter. Die Ärztin hat mich gefragt ob es jucke, was ich verneinte. Ich bin Neurodermitiker, daher Juckreiz gewohnt, vielleicht schätze ich das daher falsch ein und so konnte die Diagnose Follikulitis ausbleiben?! Mein Hausarzt hat vermutet es könnte etwas Bakterielles oder eine Pilzinfektion sein, aber wollte das verständlicherweise einem Facharzt überlassen.
Ich bin wirklich niemand der denkt er wisse es besser als ein Facharzt, aber wie gesagt, die Ärztin hat mich gefühlt nicht ernst genommen und in 1-2 Minuten abgefertigt (Praxis hat einen Tag später 2 Wochen geschlossen -> Urlaub). Mein Hausarzt würde mich wieder weiterleiten, falls ich überhaupt einen Termin bekomme und währenddessen muss ich zusehen wie wöchentlich mehr und mehr Narben entstehen.
Kann ich mit der Vermutung Follikulitis zum Hausarzt, so dass er das diagnostizieren kann bzw. was soll ich da machen?
Gibt es eine Möglichkeit Follikulitis ohne Diagnose zu behandeln oder auszuschließen?
Portrait Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Hautzentrum Nymphenburg, München, Hautarzt
Prof. Dr. Abeck  sagt am 14.08.2018
Guten Tag!

Eine Follikulitis ist eine Haarbalgentzündung und die können Sie
problemlos mit LINOLA SEPT Creme, morg und abds über 1 Woche
bahandeln.
Falls dann Abheilung, ist alles in Ordnung. Falls keine Besserung, dann
1xtgl abds eine milde Kortisoncreme wie Prednitop oder Advantan Creme f. 1 Woche auftragen (kann Ihnen ihr Hausarzt verordnen)
und dann sollten die Rötungen abgeheilt sein.

MfG

Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Dermatologe & Allergologe
 
WahrKlar  sagt am 12.09.2018
Leider tritt keinerlei Besserung auf, im Gegenteil es wird nur schlechter. Ich habe die besagte Salbe und eine antibakterielle Duschlotion verwendet. Meiner Ansicht schmälert es die Stärke der Entzündung, dennoch brechen immer wieder Entzündungen aus (auch auf der Kopfhaut, Oberschenkeln und Rücken/Schultern sowieso). Bin nochmal zu einem anderen Allgemeinmediziner, der mir Blut abgenommen hat (unauffälliger Befund) und der der Meinung ist, es sei keine Follikulitis. Er hat mir nur geraten mich vegan (wegen der Antibiotika im Fleisch) zu ernähren, was ich jetzt seit 2 Wochen mache. Meine Ernährung ist jetzt bei 100%, mehr kann ich nicht machen (kein zugesetzter Zucker, vegan, Mikronährstoffverteilung nach Idealvorstellungen, nur Wasser und fast nur unverarbeitete Lebensmittel), auch da keine Besserung.
Ich weiß leider wirklich nicht was ich machen soll, ich renne von Arzt zu Arzt und alles was mir empfohlen oder gesagt wird hilft nicht.
Habe noch zwei Fotos hochgeladen, vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen.

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Portrait Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Hautzentrum Nymphenburg, München, Hautarzt
Prof. Dr. Abeck  sagt am 12.09.2018
Guten Tag!
Leider ist die Ernährung nicht für alle Hauterkrankungen verantwortlich.

Die klinsichen Bilder zeigen eine FOLLIKULITIS.

Ich würde jetzt 3-5 Tage nur pflegend behandeln und dann eine mikrobielle (Bakterien und
Pilze!) Untersuchung vom Inhalt des Eiterbläschens durchführen lassen.

Teilen Sie mir das Ergebnis, wenn es vorliegt mit.

Frage:Ist Ihre Haut eher trocken oder fettig (Akne im Gesicht?)?

MfG

Prof. Dietrich Abeck
 
WahrKlar  sagt am 12.09.2018
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit und mich ernst nehmen.

Werde ich so machen.
Die Haut am Körper ist trocken (verwende besagte Duschlotion für trockene Haut und Lotion mit Urea) und im Gesicht relativ normal. Keine Akne im Gesicht.
 
WahrKlar  sagt am 18.09.2018
War nochmal beim Allgemeinmediziner und habe ausdrücklich erwähnt was Sie sagten. Er hat immer noch daran gezweifelt und mich zu einem anderen Dermatologen notfällig vermittelt.

Diagnose: Follikulitis und leichte Akne vulgaris
Behandlung: Doxycyclin 50mg 1x täglich 50 Tage und punktuell eine Lösung mit 0,5% Chloramphenicolum und 2% Acidum Salicylicum PLV subt. 2x täglich 3-4 Tage
Portrait Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Hautzentrum Nymphenburg, München, Hautarzt
Prof. Dr. Abeck  sagt am 19.09.2018
Könnte mir vorstellen, dass es unter der Therapie zu einer
Besserung kommt (obwohl ich diesen Therapieansatz persönlich
nicht wählen würde).
 
WahrKlar  sagt am 19.09.2018
Abschließend noch eine Bitte, falls es keine Besserung geben würde, würden Sie mir ihre Empfehlung für einen Therapieansatz geben, so dass ich eine Alternative hätte, die ich mit dem Arzt besprechen könnte.
Und nochmal vielen Dank

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