Ulnaverkürzung bei Ulna-Impaction

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Marinella  fragt am 15.07.2019
Hallo,
vor 6 Monaten habe ich nach Schneeräumen plötzlich heftige Schmerzen im rechten Handgelenk, Kleingingerseite, bekommen.
Nach 3 Röntgenbildern und MRT die Diagnose: Ulna-Impaction bei Ulna-Plus-Variante mit der Empfehlung nicht mehr Fahrrad zu fahren und mich mit den Schmerzen zu arrangieren. In der Zwischenzeit würden die Schmerzen so schlimm, dass Schlafen nicht möglich ist. Zudem kommt es zur Schwellung in Höhe Erbsenbein und großen Schmerzen über dem Elle Fortsatz. Ring- und Mittelfinger sind ebenfalls geschwollen und die mittleren Gelenke tun beim Abwimmeln weh. Zudem beginnt auch die linke Hand zunehmend auf der Kleingingerseite im Gelenk zu Schmerzen.
Nun wurde mir von einem anderen Handchirurgen als einzig in Frage kommende Therapieoption die Ulnaosteotomie genannt. Gibt es wirklich keine Alternative, bzw. wie ist die Erfolgsquote dieser Behandlung? Kann nach erfolgreicher Verkürzung die Hand wieder uneingeschränkt benutzt werden?

Danke schon jetzt für hilfreiche Antworten
Marinella
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 15.07.2019
Ulnaverkürzung ist eine gute op, die Funktionalität ist in der Regel gut. Nur die Schwellung und Schmerzen in den Mittelgelenken werden dadurch nicht besser werden.
 
Marinella  sagt am 18.07.2019
Danke für Ihre Antwort. Ich habe noch eine Frage: Meine Ellen sind beide zwischen 1,7 und 2 mm zu lang. Wovon ist es abhängig, ob eine Ellenverkürzung durchgeführt wird? Oder reicht auch eine Reparatur der TFCC-Läsion und Abtragen vom Discus. Bzw. kommt man erfahrungsgemäß an einer Verkürzung, dann zu einem späteren Zeitpunkt, nicht vorbei? Wie finde ich eine Handchirurgie mit viel Erfahrung bzgl. der Problematik?
Danke schon vorab und viele Grüße
Marinella
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 18.07.2019
Wo kommen Sie denn her? Ggf. kann ich sagen, wer so in Ihrer Nähe ist.
Die Datenlage bezüglich der Verkürzung ist nicht eindeutig-man kann auch den Versuch einer arthroskopischen Glättung des Diskus machen-aber zumindest meine Erfahrungen damit sind schlecht. Das mechanische Problem wird dadurch einfach nicht gelöst.
 
Marinella  sagt am 18.07.2019
Nochmal danke!
Habe viele wissenschaftl. Veröffentlichungen bzgl. Ulna-Impaction gelesen und mir schon gedacht, dass nur die Verkürzung das Problem dauerhaft behebt.

Ich wohne in München.

Viele Grüße
Marinella
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 19.07.2019
In München haben Sie gleich mehrere Krankenhäuser, die eine echte Handchirurgie haben. Dies sollte dort Routine sein.
 
Marinella  sagt am 19.10.2019
Hallo Herr Radebold,
meine re. Hand sollte Anfang August arthroskopiert und evtl. eine Ulnaverkürzung durchgeführt werde. Leider hat sich kurz vorm OP-Termin der Handchirurg verletzt und die OP würde um 4 Wochen verschoben. In dieser Zeit wurden die Schmerzen in der re Hand unerträglich, Beuge- und Strecksehnen haben sich entzündet, sowie starke Schmerzen am Erbsenbein und dem kleinen Gelenk vom os triquetrum. Leider ging gleichzeitig das linke Handgelenk mit Schmerzen auf der Kleinfingerseite an. Im August würde die re. Hand von einem anderen Handchirurgen arthroskopiert mit einer partiellen Resektion TFC (traumatischer Abriss ulno-apikal) mit Knorpelglättung und partieller Synovialektomie ulnokarpal und mediokarpal. Zwei Wochen nach Arthroskopie erneut Schmerzen an Erbsenbein und kleinem Gelenk darüber, sowie Knacken in Gelenk zwischen Radius und Ulna und daraus resultierend Bewegungseinschränkungen und Sehnenansatzprobleme. Ich würde zum Rheumatologen geschickt und werde seit 5 Wochen, trotz Fehlen jeglicher Rheumamerkmale im Blut, mit Methotrexat und Etoricoxib behandelt, bis jetzt ohne erkennbaren Erfolg. Im Gegenteil, die linke Hand tut auch schon sehr weh und folgt, mit drei Monaten Verzögerung, der Symptomatik der re. Hand.
Kann das bei Ulna-Impaction beidseits vorkommen? Was kann man tun, um aus diesem Alptraum heraus zu kommen? Ist eine Ulnaverkürzung zum jetzigen Zeitpunkt indiziert und die Lösung? Oder muss erst die Entzündung (ohne Entzündungszeichen im Blut) weg? Wie schafft man dies? Ist eine Radiosynoviorthese eine gute Möglichkeit? Oder würden Sie gleich eine Verkürzung anraten?
Besten Dank schon vorab für Ihre Antwort
und schöne Grüße
Marinella
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 19.10.2019
Schwierig-und ohne Kenntnis des Befundes und der Bildgebung nicht zu beantworten. Gute Besserung, tr

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