Durch Hämatom an der Hand nach Armbruch+OP abgestorbenes Gewebe

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Friederika  fragt am 22.07.2015
Nach einer OP am Unterarm 2 Tage nach Trümmerbruch von Elle und Speiche ist die Hand angeschwollen und auf der Handfläche das Hämatom nach 10 Tagen ausgeräumt worden mit der Feststellung, dass viel Hautgewebe abgestorben ist (schwarzer Fleck) und großflächig Haut ersetzt werden muss. (auch die Finger sind dick geschwollen, aufgedunsen und bunt)
Frage: ist mit der Ausräumung zu lange gewartet worden und kann diese OP vom behandelnden Unfallchirurgen zufriedenstellend durchgeführt werden ? Wie lange dauert der Heilungsprozess ?
Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
T. Radebold  sagt am 30.07.2015
Hallo Friederika,
leider komme ich erst jetzt dazu, auf Ihre Fragen einzugehen.
Allerdings hat sich wahrscheinlich die eine oder andere Unklarheit inzwischen geklärt.
Wenn nicht, bitte noch mal Rückmeldung.

Zur Frage, ob hier zu spät operiert worden ist-weiß ich nicht, würde aber eher denken, dass Ihr Operateur unterschiedliche Risiken gegeneinander abgewogen hat und sich aus guten Grund entschieden hat, die Operation verzögert durchzuführen. Oft ist bei Radiusfrakturen bereits kurz nach Verletzung die Schwellung so massiv, dass man die Haut nicht mehr spannungsfrei zunähen kann-mit Folgeoperationen (mehrzeitiger Wundverschluss, Kunsthaut, Hauttransplantation, Vacuumversiegelung) und auch großen Folgeproblemen.
Umgekehrt ist Ihre Problematik (Absterben von Haut) sehr selten und tritt eigentlich nur regelhaft bei Blutergüssen auf, die unter dem Blutgerinner Marcumar (oder ähnlichen) entstehen.

Ein Facharzt für spezielle Unfallchirurgie sollte hinreichende Erfahrungen für einfache Hauttransplantationen haben-ob eine solche bei Ihnen ausreicht oder inzwischen ausgereicht hat, hängt von der betroffenen Stelle, der Tiefe der Schädigung und der Ausdehnung ab.
So reicht z.B. bei freiliegenden Sehnen am Handrücken eine einfache Hauttransplantation nicht aus, da die Sehnen selbst bei Einheilung der Haut nicht mehr gleiten werden. Hier sind dann eher Lösungen notwendig, die ein plastischer Chirurg (oder versierter Handchirurg) durchführen sollte (gefäßgestielte Lappenplastiken, freie Lappenplastiken).

Wenn Sie möchten, melden Sie sich ruhig noch mal, wie es weitergegangen ist.

Grüsse aus der Handchirurgie der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau,
Ihr Tobias Radebold

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