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Analfibrom - Entfernung, Gefahrenpotential

10 Beiträge - 14417 Aufrufe
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SomeQuestions  fragt am 22.02.2013
Hallo,

ich habe im Dezember 2012 bei meinem Checkup durch den Hausarzt den Verdacht auf einen Rektumpolypen erhalten(gefunden beim Prostatacheck), daraus folgte eine Überweisung zum Proktologen. Dieser hat ein Analfibrom festgestellt und wohl ein chronische Analfissur und eine größere Hämorrhoide, sonst war weiter nichts!

Da der Proktologe auch Chirug ist, wollte er gleich einen OP-Termin ausmachen, um das alles zu "reparieren", also Entfernung des Analfibroms , ausschaben(glätten) des wohl veränderten Gewebes durch die Analafissur(?) und Entfernung der Hämorrhoide. Volles Programm also!

Das ging mir alles etwas zu schnell, weshalb ich nochmals mit meinem Hausarzt gesprochen habe, der meinte , wenn ich keine Probleme hätte würde er sich auf die Entfernung des Analfibroms beschränken!

Nun meine Frage(n):

Die angedachten Maßnahmen, Analfissur usw., möchte ich zunächst zurückstellen, da mir diese keine Problem bereiten – (das Analfibrom eigentlich auch nicht!)

Wie wird die Entfernung eines Analfibroms durchgeführt – ist eine Voll-/Teilnarkose erforderlich oder genügt eine lokale Betäubung der betroffenen Stelle ?

Wie lange bin ich arbeitsunfähig (ich bin Geschäftsführer,weshalb die Ausfallzeit so kurz wie möglich sein sollte) ?

Ist ein stationärer Aufenhalt nötig oder erfolgt die "OP" ambulant?

Welche Nachbehandlungen sind erforderlich bzw. welche Folgeerscheinungen (Blutungen usw) treten auf?

Und dann die Hauptfrage ???:

Muss ein Analfibrom überhaupt entfernt werden oder kann es sich auch wieder zurückbilden?

Kann daraus ein gefährlicher Tumor (wie bei einem Polypen) entstehen oder ist ein Analfibrom eine hamlose Sache?

Vielen Dank im voraus.

V.l.G. von

SomeQuestions
Portrait Dr. med. Franz Huber, Chirurgische Praxis Dr. Huber im Isar Klinikum, München, Chirurg, Visceralchirurg
Dr. Huber  sagt am 22.02.2013
Als Chirurg rate ich Ihnen von einer Operation dringend ab. Das sg. Analfibrom ist wahrscheinlich nur eine entzündete Analpapille, die man immer an der Spitzee einer Fissur findet und die keinerlei Bedeutung hat. Die angebliche große Hämorrhoide ist ein sg "Wachtposten", den man ebenfalls immer bei einer Analfissur findet. Glätten einer Analfissur bringt gar nichts. Heute werden Analfissuren nur noch im Ausnahmefall operativ behandelt. Die besten Ergebnisse erzielt man zur Zeit mit einer allerdings 15 bis 20 Wochen dauernden Behandlung mit einer Nifedipin-haltigen Salbe, die den Schließmuskeldruck sanft herabsetzt und somit die Heilung der Fissur begünstigt.
 
SomeQuestions  sagt am 22.02.2013
Guten Tag Herr Dr. Hube,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort.

>>"Als Chirurg rate ich Ihnen von einer Operation dringend ab"
 
SomeQuestions  sagt am 22.02.2013
.. bin mir nicht sich ob der Text-Teil nach "Als Chirurg rate ich Ihnen von einer Operation dringend ab" mit übermittelt worden ist ?

V.l.G

SomeQuestions

 
SomeQuestions  sagt am 22.02.2013
Ich hatte geschrieben:

Das ich mit solch einer Aussage, zumal in dieser Deutlichkeit, nicht gerechnet habe.

Es klingt ja schon nach einer Warnung vor möglichen Komplikationen.
Was könnte denn passieren bzw. warum raten Sie so dringend davon ab.

Vielen Dank im voraus.

V.l.G

Portrait Dr. med. Franz Huber, Chirurgische Praxis Dr. Huber im Isar Klinikum, München, Chirurg, Visceralchirurg
Dr. Huber  sagt am 22.02.2013
Analfissuren, und ich gehe davon aus, dass es sich bei Ihnen um eine Analfissur handelt (so haben Sie es zumindestens berichtet), werden heute ganz einfach in der Regel nicht mehr operativ behandelt, da die Ergebnisse einer konservativen Therapie besser sind. Dazu gibt es unzählige Studien. Wenn Sie eine Analfissur operativ behandeln wollen, müssen Sie einen Teil des Schließmuskels durchschneiden, um den erhöhten Sphinktertonus zu verringern. Der hohe Schließmuskeldruck ist nämlich die Ursache, wieso die Fissur nicht abheilt. Mit Auskratzen ist es da nicht getan. Schließmuskeldurchtrennungen können aber auch nachteilige Folgen haben, nämlich, dass der Schließmuskel dann nicht mehr genügend schließt.
 
SomeQuestions  sagt am 22.02.2013
Vielen Dank Herr Dr.Hube.

Verstehe ich es richtig, das Analfibrom geht ursächlich auf eine Analfissur zurück?

Auch das Analfibrom muss nicht entfernt werden?
Eine Entartung des Analfibrom ist also ausgeschlossen ?

Herzlichen Gruß

Portrait Dr. med. Franz Huber, Chirurgische Praxis Dr. Huber im Isar Klinikum, München, Chirurg, Visceralchirurg
Dr. Huber  sagt am 22.02.2013
Ich habe Ihr Fibrom nicht selbst gesehen und es liegt mir daher fern, eine Diagnose zu stellen. Aber Ihrer Schilderung nach handelt es sich bei Ihnen um eine Analfissur. Und die hat klassischerweise an der Spitze eine geschwollene Papille oder wie man es bei Ihnen bezeichnet hat, ein Fibrom. Diese Papille ist immer gutartig und Teil des Entzündungsprozesses rund um die Fissur. Vielleicht sollten Sie einfach noch einen anderen Proctologen aufsuchen, der sich das ganze ansieht. Mehr kann ich Ihnen in einem Forum leider nicht helfen.
 
SomeQuestions  sagt am 22.02.2013
Sehr geehrter Herr Dr. Hube,

zunächst vielen dank für Ihre Hilfe und Ihren Rat.

Können Sie zu der Frage:

"Eine Entartung des Analfibrom ist also ausgeschlossen ?"
etwas ausführen.

Viele Grüße

SomeQuestions

 
SomeQuestions  sagt am 26.02.2013
Sehr geehrter Herr Dr. Hube,

nachfolgend der genaue Befund.

Anamese:
Patient stellte sich zur Rektoskopie nach Klysma vor

Diagnosen:
D21.5G/Analfibrom
I84.1G/Prolabierte innere Hämorrhoiden
K60.1G/Chronische Analfissur

Befund:
Rektoskopie bis 16 cm o.B., unveränderter Polyp, Hämorrhoiden und Marisken

Therapie:
Sanierung des Befundes

Viele Grüße

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