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Bluterguss, Hämatom, Operation

Lesezeit: 3 Min.

Punktion, Drainage, operative Hämatomausräumung

Ein Hämatom (Bluterguss) ist eine Ansammlung von Blut im Gewebe.

Ursachen von Hämatomen

Blutergüsse (Hämatome) bilden sich aus, wenn Blut aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe austritt. Die Ursache sind oft Verletzungen beziehungsweise Prellungen sowie abgelaufene Operationen. Gelegentlich entstehen Blutergüsse auch spontan ohne äußeren Anlass. Hier liegt meistens eine Störung der Blutgerinnung, wie z.B. bei Hämophilie (Bluterkrankheit), oder der Blutgefäße vor.

Die meisten kleinen bis mittelgroßen "blauen Flecken" werden innerhalb von einigen Tagen vom Körper wieder abgebaut. Größere Blutergüsse hingegen verschwinden oft nicht von alleine. In diesem Fall bieten sie gute Bedingungen für Bakterien, und es können Entzündungen, beispielsweise Abszesse, entstehen.

Es ist nicht auszuschließen, dass eine Infektion sich in der ganzen Blutbahn und im Körper verteilt, so dass eine oft tödlich verlaufende Sepsis (Blutvergiftung) vorliegt. Des Weiteren kann ein dicker Bluterguss eine Druckschädigung auf benachbarte Strukturen ausüben, so dass es dort zu Durchblutungseinschränkungen und Gewebsuntergang kommen kann (z.B. beim so genannten Kompartmentsyndrom innerhalb einer Muskelhülle).

Symptome bei Blutergüssen

Bei Blutergüssen direkt unter der Hautoberfläche verfärbt sich von außen erkennbar das Gewebe von rot über bläulich, bei älteren Befunden bis hin zu grünlich und gelb übergehend, und es liegt oft eine Schwellung vor. Es bestehen nicht selten Schmerzen, die von der Ausprägung variieren. Befinden sich Blutergüsse weiter im Inneren des Körpers, so können mitunter Blutgefäße oder Nerven zusammengedrückt werden, so dass es zu verminderter Gewebedurchblutung oder zu Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen kommen kann.

Diagnose

Die Vorgeschichte, der Anblick und die Beschwerden lassen in den allermeisten Fällen ein Hämatom ohne Probleme erkennen. Es kann eine Ultraschalluntersuchung oder gegebenenfalls auch eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um die Größe und Tiefe zu messen.

Differenzialdiagnose

Ein Bluterguss ist in der Regel eindeutig zu erkennen. Bei Hämatomen ohne wahrgenommene Prellung muss möglicherweise eine Blutgerinnungsstörung in Betracht gezogen werden.

Therapie

Konservative Therapie

Bei geringerer Ausprägung kann abgewartet werden, bis sich das Hämatom von selbst nach einigen Wochen wieder aufgelöst hat. Unterstützend können Salben (z.B. mit Heparin) und Kühlung wirken.

Operation

Liegt ein besonders großer Befund vor, so wird eine operative Ausräumung empfohlen. Weitere Therapieoptionen haben nur geringe Erfolgschancen. Das Operationsrisiko ist hier im Vergleich zur unterlassenen Behandlung als gering anzusehen.

Falls das Hämatom noch flüssig ist, kann eine Punktion und Drainage des Blutergusses durchgeführt werden. Über einen Einstich wird ein Drainageschlauch in den Bluterguss geschoben, eventuell unter Röntgen- oder Ultraschallbeobachtung. Der Schlauch wird mit Pflasterstreifen oder einer Naht an der umgebenden Haut befestigt. Das Blut fließt daraufhin entweder von selbst hinaus, oder es wird durch eine Saugdrainage entfernt. Die Drainage wird nach Stunden bis Tagen wieder gezogen.

Für eine operative Ausräumung des Blutergusses wird die Haut über eine längere Strecke eingeschnitten, um das Hämatomgebiet zu erreichen, beziehungsweise der vorherige Operationsschnitt erneut eröffnet. Falls es noch aktiv blutet, wird das jeweilige Gefäß abgebunden. Insbesondere bei Blutgerinnungsstörungen kann es notwendig werden, eine Tamponade vorzunehmen, indem blutstillende Tücher eingelegt werden. Diese müssen dann in einer weiteren Operation nach einigen Tagen wieder herausgeholt werden. Ebenfalls werden für mehrere Tage Drainageschläuche gelegt, um das Blut nach außen abzuleiten.

Falls sich der Bluterguss bereits mit Baktierien infiziert hat, so muss nach der operativen Hämatomausräumung die Operationswunde offen gelassen werden, damit es nicht zur Ausbildung von einem Abszess und einer auf die Blutbahn ausgedehnten Infektion (Sepsis) kommt. Unter Umständen werden die Blutgerinnung fördernde oder Antibiotika tragende Materialien in den Wundbereich gelegt. Teilweise (z.B. Schwämme) werden sie nach und nach aufgelöst, teilweise (z.B. Kugelketten) müssen sie ebenfalls wieder herausgenommen werden.

Ist der Hämatom- und Einschnittsbereich von Infektionsherden frei, so kann die Wunde in der Regel nach einigen Tagen vernäht werden.

Komplikationen

Durch die Bluterguss-Operation können weitere Blutungen und Nachblutungen hervorgerufen werden. Weitere, meist kleine Blutergüsse können entstehen. Nervenverletzungen können zu Taubheitsgefühl oder Lähmungen führen, beides ist meist nicht dauerhafter Natur. Des Weiteren kann es zu Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildungen mit funktionellen und ästhetischen Einschränkungen kommen. Allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Kleinere Hämatome verschwinden von selbst. Größere können mit der Operation meist gut entlastet werden, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass es zu erneuter starker Hämatombildung kommt.

Hinweise

Vor der Operation

Oftmals müssen Medikamente abgesetzt werden, welche die Blutgerinnung hemmen, z.B. Marcumar® oder Aspirin®. Dies geschieht immer in Rücksprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Bei einer ambulanten Operation muss sich der Patient später abholen lassen und darf weder Auto fahren noch Maschinen bedienen. Auch wichtige Entscheidungen müssen vertagt werden.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 20.10.2017
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