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Fehlbildung Penis - Fehlbildungen der Harnröhre und des Penis

Lesezeit: 2 Min.

Welche glaichzeitige Fehlbildungen der Harnröhre und des Penis können auftreten?

Die häufigste Fehlbildung, die sowohl Penis als auch Harnröhre betrifft, ist die Fehlmündung der Harnröhre an einer anderen Stelle als der Penisspitze. Mündet die Harnröhre an der Unterseite des Glieds, spricht man von Hypospadie. Die Fehlmündung an der Oberseite wird als Epispadie bezeichnet, ist jedoch viel seltener als die Hypospadie.

Sie werden nach der Mündungsstelle der Harnröhre eingeteilt:

  • glandulär (im Bereich der Eichel)
  • koronar (am Übergang zwischen Eichel und Schaft)
  • penil (am Penisschaft)
  • skrotal (am Hoden)
  • perineal (im Bereich des Anus)
Am häufigsten sind glanduläre und koronare Mündungsstellen, die etwa 90% der Fehlmündungen ausmachen. Seltener kommen Harnröhrenmündungen in den anderen Bereichen vor.

Die Fehlmündungen der Harnröhre kommen bei etwa einem von 1000 Neugeborenen vor und sind bei geringgradiger Fehlbildung meist nur ein kosmetisches und kein funktionelles Problem. Allerdings tritt bei Epispadien gehäuft Inkontinenz auf, weil auch die Schließmuskeln der Blase und Harnröhre fehlerhaft angelegt sein können.

Es können zusätzlich typische Fehlbildungen auftreten. Zu ihnen zählen die Verkrümmung des Penis nach oben oder unten (je nach Lokalisation der Harnröhrenmündung) und eine unvollständig angelegte Vorhaut. Beispielsweise kann bei einer Fehlmündung der Harnröhre an der Unterseite der Eichel eine Biegung des Penis nach unten resultieren, wobei die Vorhaut nur die Oberseite der Eichel bedeckt.

Als Ursachen einer Hypo- oder Epispadie werden genetische Faktoren, ein Mangel an männlichen Geschlechtshormonen und verschiedene Umweltfaktoren während der Schwangerschaft angesehen.

Die Therapie der Hypo- und Epispadie besteht in der operativen Korrektur der Fehlbildung. Sie erfolgt je nach vorliegendem Schweregrad der Fehlbildung in verschiedenen Techniken. Ziel einer Operation ist es, den Penis zu begradigen, die Harnröhrenmündung an die Spitze der Eichel zu verlegen, ein normales Wasserlassen und eine vollständige Erektion bei äußerlich unauffälligem Penis zu ermöglichen. Da die Operation einer solchen Fehlbildung extrem aufwendig und kompliziert ist, außerdem mit einigen Komplikationen und möglichen Langzeitschäden behaftet ist, muss sie unbedingt in einem spezialisierten Zentrum von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. In der Regel wird eine Korrektur der Fehlbildung in den ersten Lebensjahren angestrebt.


Eine weitere, nicht direkt als Fehlbildung des Penis zu bezeichnende Erkrankung ist die Vorhautenge, die Phimose. Sie kann angeboren oder durch häufige Entzündungen erworben sein. Die Vorhaut ist bei allen männlichen Neugeborenen mit der Eichel verwachsen, sodass sie sich nicht zurück schieben lässt. Diese Verwachsung löst sich erst in den ersten drei Lebensjahren. Von einer echten Phimose spricht man, wenn die Verklebung darüber hinaus bestehen bleibt oder eine Enge durch narbige Veränderungen entsteht. Eine verengte Vorhaut kommt bei 8% der 6-jährigen und etwa 1% der 16-jährigen vor.

Die Therapie der Phimose besteht in der Entfernung der Vorhaut durch einen kreisförmigen Schnitt (Zirkumzision). Ein absoluter Notfall ist die so genannte Paraphimose. Dies bezeichnet eine zu enge Vorhaut, die sich nach dem Zurückziehen hinter die Eichel nicht mehr nach vorne schieben lässt. Es kommt zu einer Schwellung und bläulichen Verfärbung der Haut. Diese Einschnürung ist extrem gefährlich, weil die Blutzufuhr zur Eichel unterbrochen wird und es zum Absterben des Gewebes kommen kann. Kann die Vorhaut auch vom Arzt unter örtlicher Betäubung nicht wieder vorgeschoben werden, muss ein kurzer Hautschnitt durch die Engstelle erfolgen. Eine vollständige Zirkumzision wie bei der Phimose ist in der Regel nicht notwenig und wird, wenn die Vorhaut sich weiterhin als zu eng erweist, erst nach dem Abschwellen des Gewebes durchgeführt.

Letzte Aktualisierung am 22.06.2010.
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