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Gutartige Prostatavergrößerung, Prostatahyperplasie, Schnittoperation

Bei 75% der Männer über 60 Jahre kommt es zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata...

Definition

Eine gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, Prostataadenom) ist eine häufige Erkrankung, bei der es zur Verengung der Harnröhre kommen kann. Die Prostatavergrößerung betrifft vor allem Männer in höherem Alter. Zur Behandlung stehen mehrere chirurgische Methoden zur Verfügung.

Ursachen

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist ein Organ, das sich beim Mann unter der Harnblase befindet und dort die Harnröhre umgibt. Die Prostata, die ungefähr so groß wie eine Kastanie ist, dient der Bildung eines Sekrets, das einen Teil der Ejakulationsflüssigkeit darstellt und viele wichtige Substanzen enthält.

Bei einem Großteil der Männer kommt es ab etwa dem 50. oder 60. Lebensjahr zu einer gutartigen Gewebewucherung in der Prostata. Die genaue Ursache für die allmähliche Schwellung ist unklar, eine Rolle spielt wahrscheinlich ein Hormonungleichgewicht. Es kommt zu Stoffwechselveränderungen, die die Vergrößerung der Prostata bewirken.

Symptome

Durch das vergrößerte Organ kommt es zu einer Einengung der Harnröhre an der Stelle. Der Harn kann nur erschwert ausgeschieden werden, daher ist die Dauer des Harnlassens verlängert. Zudem verbleibt oft Resturin in der Blase, und der Patient verspürt häufiger einen Harndrang. Es kann zu einem Nachtropfen nach dem eigentlichen Wasserlassen kommen. Durch die vermehrte Kraft, die die Blase zum Urinieren aufwenden muss, kommt es nach und nach zu einer Verdickung der Harnblasenmuskulatur (so genannte Balkenblase). Ebenso bilden sich manchmal Wandausstülpungen der Harnblase (Divertikel). Die Entstehung von Blasensteinen wird durch den Aufstau gefördert, ebenso kann es zu Harnwegsinfektionen kommen. Schmerzen ergeben sich meist erst bei einer Entzündung. In schweren chronischen Fällen kann es zu einem vollständigen Harnverhalt kommen. Die Niere kann durch den Aufstau geschädigt werden.

Diagnose

Zunächst wird der Patient befragt (Anamnese). Durchgeführt wird eine Fingertastuntersuchung über den Mastdarm (rektale Untersuchung), bei der eine Verdickung oft schon festgestellt werden kann. In einer Ultraschalluntersuchung kann die Größe der Prostata sowie vorhandener Harn in der Blase beurteilt werden. Ebenfalls werden Blut- und Urinuntersuchungen vorgenommen. Sinnvoll ist des Weiteren eine Messung des Harnflusses (Uroflowmetrie).

Differenzialdiagnose

Unterschieden werden müssen Krankheiten, bei denen es ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen beziehungsweise zu einem Harnaufstau kommt. Insbesondere muss von der gutartigen Veränderung ein bösartiger Prostatatumor (Prostatakarzinom) abgegrenzt werden.

Therapie

Konservative Therapie

Nicht jede Prostatavergrößerung muss behandelt werden. So kann bei weniger schweren Fällen oft abgewartet werden. Arzneimittel können gegeben werden, z. B. Pflanzenextrakte oder so genannte Alpha-Rezeptorenblocker. Auch eine Hormontherapie ist möglich.

Operation

Es bestehen verschiedene Methoden, die Prostata chirurgisch zu entfernen. Die Prostata kann durch Wärme- oder Laserbehandlung eingeschmolzen werden, durch die Harnröhre im Rahmen einer Harnröhrenspiegelung ausgeschält (Transurethrale Prostataresektion, TUR-P) oder aber in einer Schnittoperation herausgeholt werden.

Die Schnittoperation zur Prostataentfernung (Prostatektomie, Prostata-Adenomektomie) erfolgt in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches).

In der Regel erfolgt ein Einschnitt im unteren Bauchbereich. Daraufhin wird entweder die Harnblase oder die Kapsel der Prostata eröffnet. Der Operateur holt die vergrößerte Prostata mit dem Finger heraus. Die durch die Ausschälung entstehenden Blutungen werden durch Nähte zum Stillstand gebracht.

Im Anschluss an den Eingriff wird ein Blasenkatheter eingeführt, über den vorübergehend der Harn abgeleitet wird.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Zeigen sich zusätzlich weitere krankhafte Befunde, z. B. Harnblasensteine oder Aussackungen der Harnblasenwand (Blasendivertikel), so können in derselben Operation Maßnahmen ergriffen werden, auch diese zu behandeln. Manchmal erfolgt auch eine Unterbindung der Samenleiter, damit es nicht zu Entzündungen der Nebenhoden kommt. Des Weiteren können es Komplikationen notwendig machen, die Operationsmethode abzuändern oder zu erweitern.

Komplikationen

Organe und Strukturen in der Nähe können verletzt werden, z. B. Blase oder Harnleiter. Blutungen und Nachblutungen sind möglich. Auch an inneren Organen wie z. B. dem Darm kann es zu Verletzungen kommen, eine schwerwiegende Bauchfellentzündung kann auftreten. Auch andere Entzündungen, vermehrte Narbenbildung und Wundheilungsstörungen können vorkommen. Es kann zur Inkontinenz (ungewollter Harnabgang) kommen, die meist nicht dauerhaft ist. An der Narbe am Bauch kann es zu einem Narbenbruch kommen. Allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In aller Regel kann die vergrößerte Prostata durch die Operation problemlos entfernt werden und die Erkrankung somit geheilt werden. Der Harnaufstau verschwindet und ein normales Wasserlassen ist wieder möglich. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass es zum Wiederauftreten der Symptomatik kommt, z. B. durch Weiterwachsen verbliebenen Gewebes oder durch Bildung von Narbengewebe.

Nach dem Eingriff ist weiterhin normaler Geschlechtsverkehr möglich, allerdings gelangt der Samenerguss meist in die Harnblase, so dass der Patient im Prinzip zeugungsunfähig wird. Dennoch sollten Verhütungsmethoden angewendet werden (außer nach Unterbindung der Samenleiter oder bei bestehendem Kinderwunsch), da Spermien noch vorhanden sind. Ein körperlicher Abbau oder Leistungsabfall ist nach Prostataentfernung nicht zu erwarten.

Hinweise

Vor der Operation

Meist müssen Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, vor der Operation abgesetzt werden. Dies geschieht immer in Absprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Es dauert etwa einen Monat, bis die Wunden gut verheilt sind. Der Patient sollte besonders während dieser Zeit, aber auch später ausreichend trinken.

Kontrolluntersuchungen sind weiterhin wichtig und sollten wahrgenommen werden, da es nicht ausgeschlossen ist, dass sich im Restgewebe ein bösartiger Tumor (Prostatakrebs) entwickeln kann.

Falls Auffälligkeiten bemerkt werden, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte nicht gezögert werden, den Arzt zu kontaktieren.



Letzte Aktualisierung am 10.05.2010.
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