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Welche Folgen und bleibenden Schäden können sich aufgrund einer Hodentorsion entwickeln?

Lesezeit: 2 Min.

Nur bei rechtzeitiger Behandlung sind keine Folgeschäden zu befürchten

Bei einer Hodentorsion drehen sich eine oder beide Keimdrüsen in Längsachse um den Samenstrang. Dabei werden die zu- und abführenden Blutgefäße ganz oder teilweise abgeschnürt, ebenso der Samenleiter. Abgesehen von erheblichen Schmerzen folgt zunächst ein Blutstau im betroffenen Gewebe der Hoden und Nebenhoden. Wird die arterielle Blutversorgung unterbunden, stirbt das Gewebe ab. Dies hat einige Konsequenzen.

Die Torsion kann vollständig oder inkomplett erfolgen. Hält der abgeschnürte Zustand länger an, kann daraus ein Funktionsverlust und damit Unfruchtbarkeit resultieren.

Erhebliche Schmerzen sind für den Patienten äußerst unangenehm. Absterbendes Gewebe stellt das größte Risiko dar.
Die verdrehte und damit abgeschnürte Hoden-Vene ist verantwortlich für einen Blutstau in der Keimdrüse: Das versursacht nicht nur Schmerzen, sondern erzeugt auch starken Druck im Gewebe, der zu Schäden führen kann. Eine Blockade der Arterie verhindert die ausreichende Versorgung des Gewebes mit Blut. Zudem können Entzündungsvorgänge ablaufen.

Hält der Zustand über mehr als sechs oder acht Stunden an, nimmt das Gewebe Schaden:

  • Nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe birgt die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung).
  • Die Produktivität der Keimdrüse kann nachhaltig geschädigt werden, so dass kaum oder keine Spermien mehr gebildet werden.
  • Die Fähigkeit, männliches Geschlechtshormon zu bilden, geht verloren.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig Unfruchtbarkeit.

Aufgrund der raschen irreparablen Schädigung sowie der Schmerzen, die oft mit Übelkeit, Erbrechen und Schockzuständen auftreten, ist jede Hodentorsion ein Notfall. Bei entsprechenden Symptomen, zum Beispiel nach einem Sportunfall, sollten Jugendliche ohne Scheu umgehend ärztliche Hilfe suchen. Mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung ist die Sachlage rasch geklärt.

Auch der chirurgische Eingriff ist unkompliziert: Der Hoden wird in seine Ausgangslage zurückgedreht (detorquiert) und in dieser Position mit dem Skrotum (Hodensack) vernäht, um künftig ähnliche Vorfälle zu vermeiden. Funktioniert die Blutversorgung wieder wie zuvor, erholt sich das belastete Gewebe innerhalb einer halben Stunde meist vollständig und ohne Folgen.

Liegen bestimmte Gewebe-Anomalien vor, die eine Hodentorsion begünstigen, werden beide Hoden mit dem Skrotum (Hodensack) vernäht (Orchidopexie) und damit sicher fixiert.

Die Entfernung eines Hodens ist eine letzte Möglichkeit, wenn das Hodengewebe über acht Stunden hinweg mangelhaft oder gar nicht mit Blut versorgt wurde und tatsächlich abstirbt. Selbst vorgeschädigtes Gewebe muss nicht entnommen werden, so lange es noch Sexualhormon produziert. Bei einem nicht mehr funktionstüchtigen Hoden oder nach der Entfernung des betroffenen Hodens übernimmt der andere Hoden die Funktion. Die Zeugungsfähigkeit ist ebenso wie die Hormonausschüttung weiterhin gegeben. Sind beide Hoden allerdings weg oder funktionsuntüchtig, dann besteht eine Unfruchtbarkeit.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 25.06.2016

23 Fragen zu Operation am Hoden

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