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Welche Antibiotika werden bei einer Hodenentzündung eingesetzt?

Lesezeit: 3 Min.

Antibiose-Behandlung: Gezielter Einsatz bei genauer Kenntnis des Krankheitserregers

Eine Hodenentzündung tritt entweder akut und schmerzhaft auf oder etwas zeitversetzt als Sekundärinfektion bei einer Reihe von Erkrankungen. Schmerzen im Genitalbereich sind immer ein Grund, möglichst schnell einen Urologen aufzusuchen. Nur eine schnelle Diagnose gewährleistet eine zielgerichtete Therapie, rasche Linderung und das Vermeiden von Folgeschäden. Eine Antibiose (Gabe von Antibiotika) verordnet der Arzt immer dann, wenn Bakterien als Auslöser der Infektion auftreten.

Grundsätzlich kann eine Orchitis (Hodenentzündung) auf folgende Weise entstehen:

  • Die Erreger werden über die Blutbahn übertragen (meist Viruserkrankungen).
  • Nebenhoden- und andere Entzündungen im Urogenitaltrakt (Harn- und Geschlechtstrakt). Bakterielle Infektionen verbreiten sich über die Samen- und Harnleiter. Hierbei spielen auch Geschlechtskrankheiten (sexuelle Übertragung) eine Rolle. Bakterien können auch über die Blutbahn in den Hoden und Nebenhoden gelangen.
  • Verletzung der Hoden durch äußere Einwirkung

Die Virus-Infektionen verursachen weit häufiger eine Hodenentzündung als Bakterien. Bei

ist eine Hodenentzündung ein mögliches Symptom, das sich oft verselbstständigt und Folgeschäden nach sich zieht. Gelegentlich wird bei viraler Orchitis der Wirkstoff Interferon zur Behandlung eingesetzt, wahlweise passende Anti-Virus-Medikamente (Virostatika).

Auch Pilzerkrankungen (z. B. Kryptokokkose) oder Malaria-Parasiten können in seltenen Fällen eine Hodenentzündung hervorrufen.

Bakterien als Auslöser einer Hodenentzündung

Eine bakterielle Orchitis ist überwiegend das Werk von solchen Bakterien, die eine Harnröhren- oder Prostata-Entzündung, Nebenhoden- oder Blasenentzündung hervorrufen. Bei bakterieller Orchitis geht fast immer eine Nebenhodenentzündung mit einher oder tritt als Vorerkrankung auf.

Am häufigsten führt eine Gonorrhoe (Tripper) oder eine Chlamydien-Infektion zu einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung. Etliche weitere Bakterienarten können aber ebenso hinter der Entzündung der männlichen Keimdrüse stecken.

Das Spektrum bakterieller Auslöser einer Hodenentzündung umfasst beispielsweise

  • Neisseria gonorrhoeae (Erreger von Tripper/Gonorrhoe)
  • Chlamydia trachomatis (Chlamydien sind sehr häufig bei Epididymitis/Nebenhodenentzündung)
  • Treponema pallidum (Syphilis-Erreger)
  • Mycobacterium tuberculosis (Tuberkulose-Erreger)
  • Escherichia coli und andere Darmbakterien (Enterobakterien) wie Enterokokken, Proteus, Salmonellen, Klebsiella pneumoniae
    Staphylokokken
  • Streptokokken (Gruppe A), Pneumokokken
  • Pseudomonas aeruginosa
  • Brucella

Kinder sind anfälliger als Erwachsene, wenn Pneumokokken oder Salmonellen auftreten. Sie reagieren mit Hodenentzündung als mögliches Symptom. Männer im eher höheren Alter haben oft eine Infektion mit Escherichia coli oder anderen Darmbakterien, Staphylokokken oder Pseudomonas, wenn eine Hoden- oder Nebenhodenentzündung besteht.

Gegen die einzelnen Bakterien wirken bestimmte Antibiotika

Heute helfen wirksame Antibiotika, die sehr gezielt eingesetzt werden, die Krankheit zu heilen und einen chronischen Verlauf zu verhindern. Geschlechtspartner von Betroffenen sollten ebenfalls behandelt werden, vor allem, wenn es sich um eine typische sexuell übertragbare Erkrankung handelt:

  • Gegen Neisseria gonorrhoeae sind neuere Cephalosporine (dritte Generation) wie Ceftriaxon die aktuelle Variante an Antibiotika, die eingesetzt werden, vor allem gegen resistente Bakterien. Ebenfalls finden Tetrazykline (z. B. Doxycyclin) Anwendung. Penicillin G hilft außerdem, es gibt jedoch häufige Resistenzen.
  • Chlamydien weichen Tetrazyklinen wie Doxycyclin oder Minocyclin. Alternativ werden Fluorchinolone wie Ofloxacin oder Levofloxacin angewendet sowie Makrolide wie Erythromycin oder Azithromycin.
  • Bei Escherichia coli gilt es zunächst, die genaue Unterart des Erregers zu bestimmen, da diese Bakteriengattung zahlreiche Resistenzen entwickelt hat. Zum Einsatz kommen beispielsweise Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Ofloxacin), Cotrimoxazol, Aminopenicilline und andere, die der Arzt passend auswählt. Eine ähnliche Vorgehensweise empfiehlt sich bei Befall mit Streptokokken.
  • Der Syphilis-Erreger Treponema pallidum erfordert eine Behandlung mit Penicillin G, alternativ Cephalosporinen, Makroliden oder Tetrazyklinen.
  • Ist eine Tuberkulose die Ursache, dann verabreicht man eine Kombination aus mehreren Antibiotika, den sogenannten Tuberkulostatika: Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid, Ethambutol sowie gegebenenfalls weitere Mittel.
  • Brucella werden oder wurden in früherer Zeit häufig über den Kontakt mit infizierten Nutztieren übertragen. Bei einer Infektion verordnet der Mediziner Tetrazykline, oft in Kombination mit Streptomycin, Rifampicin oder Cotrimoxazol.

Wenn der Erreger unbekannt ist, werden in der Regel Ceftriaxon und Doxycyclin als Einmalgabe angewendet. Jeweils sinnvoll ist es, einen Resistenztest des Erregers durchzuführen, um sicherzugehen, dass das angewandte Antibiotikum auch tatsächlich gut wirkt.

B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 25.06.2016

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