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Wann können Nierensteine zum Nierenversagen führen?

Lesezeit: 3 Min.

Die Nieren können akut oder chronisch geschädigt werden

Nierensteine können die verschiedensten Symptome hervorrufen. Während kleine Nierensteine oder der sogenannte Nierengrieß nicht zwangsläufig Symptome verursachen und oftmals sogar unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden werden, können größere Nierensteine schwere Krämpfe und Koliken verursachen. Mitunter kann es bei unbehandelten Nierensteinen bis hin zum akuten oder chronischen Nierenversagen kommen.

Nierensteine verursachen unterschiedliche Beschwerden

Welche Beschwerden und etwaige Folgeschäden die Nierensteine auslösen, ist stark davon abhängig, welche Größe sie besitzen und an welcher Stelle sie sich befinden. In einigen Fällen werden Nierensteine zufällig entdeckt, weil sie in den Nieren sitzen oder so klein sind, dass sie von den Patienten gar nicht bemerkt werden. Komplizierter wird es, wenn die Nierensteine größer werden, in den Harnleiter gelangen und der Körper versucht, sie auszuscheiden. Hier kann es zur Aufstauung von Urin und zur Überdehnung des Harnleiters kommen, was intensive Schmerzen und Krämpfe verursacht. Diese Koliken können wenige Minuten bis mehrere Stunden anhalten, insbesondere dann, wenn sich der Nierenstein festsetzt. Neben den heftigen Schmerzen kann es zudem zu Übelkeit und Erbrechen, Stuhlgangproblemen und Blut im Urin kommen. Weiterhin kann der Patient und Schweißausbrüchen, Fieber, Schüttelfrost und Kreislauf-Zusammenbrüchen leiden, was auch auf die extremen Schmerzen zurückzuführen ist. Die Symptome lassen nach, sobald der Nierenstein in der Harnblase angelangt ist. In einigen Fällen ist der Nierenstein jedoch zu groß, um durch den Harnleiter zu gelangen. Setzt sich der Stein fest, kann dies erhebliche Folgen haben und in schweren Fällen zum Nierenversagen führen.

Akutes Nierenversagen

Bei einem akuten Nierenversagen verliert die Niere nach einem kurzen Zeitraum die Funktion. Der Vorgang kann sogar innerhalb weniger Stunden auftreten und wird oft durch Nierenentzündung, Vergiftung oder verringerten Blutdurchfluss verursacht. Eine weitere Ursache für akutes Nierenversagen kann die Blockierung der Harnwege sein. Sitzt ein Nierenstein in den Harnwegen fest, kommt es zu einem Rückstau des Harns. Diese Ursache für ein Nierenversagen ist aber selten, da ein großer Teil der Nierensteine bereits entfernt wird, bevor es zu erheblichen Auswirkungen kommt.

Die Nieren sind bei einem Versagen nicht mehr fähig, das Blut im Körper zu reinigen. Ein beidseitiges Nierenversagen ist deshalb ein bedrohliches Krankheitsbild. Dies kann durch Nierensteine entstehen, die in der Harnblase oder der Harnröhre (Urethra, diese liegt zwischen Blase und der Ausscheidungsöffnung nach außen) festsitzen. Ein einseitiges Nierenversagen kann gefährlich werden, wenn die andere Niere keine Funktion mehr aufweist oder fehlt. Dies kann auch durch einen Harnleiterstein hervorgerufen werden.

Die Symptome bei akuten Nierenversagen sind sehr intensiv. Der Patient ist häufig kurzatmig, müde und erschöpft. Meist verspüren Betroffene eine Enge oder ein Brennen in der Brust, leiden an Kopfschmerzen und Krämpfen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Die Urinausscheidung ist stark verringert. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig, da akutes Nierenversagen schlussendlich zum Tod führen kann.

Schrumpfnieren und chronisches Nierenversagen (Niereninsuffizienz)

Ursächlich für Schrumpfnieren sind zumeist Durchblutungsstörungen oder Bluthochdruck, aber auch Bakterien können eine Schrumpfniere verursachen. Festsitzende Nierensteine, die einen Harnstau verursachen, können ebenfalls die Ursache sein. Der Rückstau führt dazu, dass die Niere nach und nach an Gewebe verliert. Dies wird als Hydronephrose bezeichnet. Letztendlich verliert die Niere immer mehr ihrer Funktion. Das chronische Nierenversagen (Niereninsuffizienz) ist schließlich die Folge. Steine im Nierenbecken können außerdem zu chronischen Entzündungen führen, die zum Beispiel in einer Nierenvernarbung enden.

Unbehandelt führt ein Funktionsausfall beider Nieren zu einer Harnvergiftung (Urämie), einer Ansammlung von eigentlich auszuscheidenden Giftstoffen im Blut. Die Symptome der Hydronephrose und Schrumpfniere sind weitreichend, oftmals werden sie nicht sofort mit den Nieren in Verbindung gebracht. Von Schwellungen, Wasser in den Beinen bis hin zu Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber könnten diese Symptome auch von vielen anderen Krankheiten ausgelöst werden. Je nach der Ursache liegen Störungen beim Wasserlassen vor, beispielsweise eine zu geringe Urinmenge. Von einer Schrumpfniere wird gesprochen, wenn die Niere weniger als 80 Gramm wiegt. Meist endet die Erkrankung mit dem vollständigen Verlust der Funktion des Organs, also dem Nierenversagen.

Nierensteine müssen behandelt werden

Dass es durch Nierensteine zum Nierenversagen kommt, ist relativ selten. Oftmals werden die Nierensteine durch die schweren Symptome schnell vom Arzt erkannt und auch behandelt. Bei kleinen Nierensteinen reicht es aus, viel zu trinken und vom Arzt beobachten zu lassen, ob diese ausgeschieden werden. Einige Medikamente können unterstützend dabei wirken. Eine weitere Möglichkeit, die Nierensteine zu behandeln, ist die Zertrümmerung mithilfe von Stoßwellen, sodass die einzelnen Trümmerteile problemlos mit dem Urin ausgeschieden werden. In schweren Fällen kann eine operative Entfernung der Nierensteine erforderlich sein.



D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 24.05.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Nierensteine

 
sagt Verena10   vor 2 Monate  173347

Bitte sei so freundlich und maile mir den Namen oder die Anschrift des KH in Berlin wegen der Ureterstenose. Wäre sehr dankbar.

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