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Blasensteine, Harnblasendivertikel

Blasensteine können quälende Beschwerden beim Wasserlassen verursachen...

Definition Blasensteine

Blasensteine können zu starken Schmerzen führen, die besonders beim Wasserlassen sehr unangenehm sein können. Oftmals müssen die Steine durch eine Operation entfernt werden. Ebenfalls oft operiert werden müssen Blasendivertikel (Aussackungen der Harnblasenwand).

Ursachen der Harnblasendivertikel

Harnblasensteine gelangen entweder aus vorangehenden Abschnitten des Harntrakts (Niere, Nierenbecken, Harnleiter) in die Harnblase, oder sie entstehen direkt in der Blase. Harnsteine entstehen, wenn bestimmte Stoffe (z. B. Calcium, Oxalat, Phosphat, Harnsäure) eine zu hohe Konzentration im Harn erreichen, so dass sie ausfällen. Dies kann beispielsweise bei Flüssigkeitsmangel, ungünstiger Ernährung, Stoffwechselkrankheiten, stark eingeschränkter körperlicher Bewegung (durch Knochenabbau mit Calcium-Freisetzung) oder Entzündungen der Fall sein. In der Harnblase entstehen Urinsteine insbesondere dann, wenn ein Abflusshindernis vorhanden ist, z. B. eine Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse), ein Tumor oder eine Engstelle in der Harnröhre, oder auch bei einer nervlich bedingten Blasenentleerungsstörung. Des Weiteren können sich Steine an Fremdkörpern (z. B. Blasenkatheter) absetzen. Harnsteine werden oft nach und nach immer größer.

Harnblasendivertikel sind Ausstülpungen, die entweder bei angeborener Wandschwäche der Blase oder bei einem längerfristig erhöhten Druck in der Blase (z. B. bei Abflusshindernissen) entstehen.

Symptome

Die häufigsten Harnsteine sind Calcium-Oxalat-Steine, nicht selten kommen auch Calcium-Phosphat-Steine, Harnsäuresteine sowie bei Entzündungen so genannte Struvit-Steine vor. Weitere Steinarten sind möglich, aber insgesamt selten. Durch einen Blasenstein kann es zu Verlegung des Harnblasenausganges kommen. Dadurch kommt es zum zeitweisen Harnaufstau. Ein durchgehendes Wasserlassen ist oft nicht möglich. Der Blasenstein kann zu vermehrtem Harndrang mit jeweils nur geringen Harnmengen führen. Zudem kommt es oft zu Schmerzen. Die Beschwerden können sich mit der Körperlage ändern. Manchmal kommt es zu Blutungen sowie zu Entzündungen.

Eine Ausstülpung (Divertikel) der Harnblasenwand wird häufig vom Patienten nicht bemerkt. Es kann allerdings zur Ansammlung von Harn in einer solchen „Tasche“ kommen, so dass diese Urinmenge beim Wasserlassen nicht mit ausgeschieden wird. Dieser Restharn kann dann ein Gefühl der inkompletten Entleerung der Blase auslösen. Des Weiteren kann es zu chronischen Harnwegsentzündungen kommen. Auch können sich wiederum in einem Blasendivertikel Harnsteine bilden. In Ausnahmefällen können auf dem Boden eines Divertikels Tumore entstehen.

Diagnose

Der Patient wird zu Symptomen und Vorgeschichte befragt (Anamnese) und körperlich untersucht. Steine können in bildgebenden Verfahren, z. B. Ultraschall oder Röntgen, gesehen werden. Divertikel (Aussackungen) können durch eine Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung dargestellt werden. Eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) kann bei beiden Krankheitsbildern sinnvoll sein.

Differenzialdiagnose

Beide Erkrankungen müssen von weiteren Möglichkeiten des Harnverhalts beziehungsweise unregelmäßigem Wasserlassen unterschieden werden. Insbesondere müssen Tumore ausgeschlossen werden.

Therapie

Konservative Therapie

Kleine Harnsteine gehen manchmal von selbst ab oder können mit Medikamenten zum Auflösen gebracht werden. Divertikel als strukturelle Veränderungen müssen chirurgisch behandelt werden, können aber auch oft belassen werden, wenn keine Komplikationen auftreten.

Operation

Die Operation an der Blase wird in Regionalanästhesie (Ausschaltung eines größeren Körperbereiches) oder in Vollnarkose durchgeführt.

Die Steine oder Divertikel können mit einer Operation durch die Harnröhre oder mit einer offenen Operation entfernt werden. Die Wahl der Methode richtet sich vor allem nach der Größe des Befundes.

Kleinere Steine und Divertikel werden in der Regel mit einem Eingriff über die Harnröhre per Blasenspiegelung herausoperiert. Hierbei wird ein optisches Gerät (Resektoskop) mit einer kleinen Videokamera über die Harnröhre in die Blase eingeschoben. Auf einem Monitor sieht der Operateur dann in Echtzeit das Operationsgebiet. Manchmal muss eine Erweiterung der Harnröhre durch einen Schnitt von innen erfolgen.

Meist werden Harnsteine zunächst durch Laser, Ultraschallbehandlung oder durch so genannte Stoßwellen (Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie, ESWL) zerkleinert. Daraufhin können mittels einer Spülung die Stein-Bruchstücke ausgeschwemmt werden.

Blasendivertikel werden an ihrer Öffnungsstelle zur restlichen Harnblase aufgedehnt, so dass der Harn herausfließen kann.

Eine offene Operation erfolgt bei besonders großen Befunden. Dazu wird ein Hautschnitt im unteren Bauchbereich und dann ein Schnitt an der Blase vorgenommen. Ein Blasenstein kann herausgeholt werden, Divertikel können abgetragen werden. Nach den Maßnahmen werden Blase und Bauchdecke wieder verschlossen.

Nach dem Eingriff wird ein Blasenkatheter durch die Harnröhre oder durch die Bauchwand gelegt. Durch den Katheter wird sichergestellt, dass der Harn sich nicht in der operierten Blase staut.

Falls ein Divertikel mit verändertem Gewebe herausgenommen wurde, so erfolgt eine feingewebliche Untersuchung (Histologie).

Mögliche Erweiterungen der Operation

In manchen Fällen ist die Mündung des Harnleiters in die Blase verlegt, z. B. durch eine Gewebeschwellung oder einen Tumor. Um dies zu behandeln, muss gegebenenfalls ein spezieller Katheter in den Harnleiter eingeführt werden.

Des Weiteren kann es bei Komplikationen oder unvorhergesehenen Befunden erforderlich sein, den Eingriff abzuändern oder zu erweitern. Es kann beispielsweise notwendig sein, eine Operation per Harnblasenspiegelung in eine offene Operation durch die Bauchdecke  abzuändern.

Komplikationen

Organe und Strukturen in der Nähe können verletzt werden. So kann es zu Schäden an Blase, Blasenschließmuskel und Harnröhre kommen. Unkontrollierter Harnabgang (Inkontinenz) oder Harnröhrenverengungen können die Folge sein. Bei Operation durch einen Bauchschnitt kann es auch an inneren Organen wie Darm oder Gebärmutter zu Verletzungen kommen, eine schwerwiegende Bauchfellentzündung kann auftreten. Verwachsungen im Bauchraum können sich ergeben. Blutungen und Nachblutungen sind möglich. Bei Nervenschädigung kann es zu meist vorübergehenden Sensibilitätsstörungen kommen. Entzündungen, vermehrte Narbenbildung und Wundheilungsstörungen können vorkommen. Manchmal entsteht eine Nebenhodenentzündung, die zum Absterben von Hoden- oder Nebenhodengewebe und somit zur verminderten Zeugungsfähigkeit führen kann. Ein unnatürlicher Verbindungsgang (Fistel) zwischen Bauchhaut und Blase kann entstehen. Allergische Reaktionen können nicht ausgeschlossen werden.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Harnblasensteine können in aller Regel problemlos entfernt werden. Es kommt jedoch nicht selten zum Wiederauftreten von Harnsteinen. Vorbeugend sollte in Absprache mit dem Arzt auf die Ernährung geachtet werden, manchmal sind Medikamente sinnvoll. Divertikel können ebenso meist gut behandelt werden.

Hinweise

Vor der Operation

In vielen Fällen müssen Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, vor der Operation abgesetzt werden. Dies geschieht immer in Absprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Falls die Behandlung unter ambulanten Bedingungen erfolgt, so muss der Patient beachten, dass er für 24 Stunden kein Auto, keine anderen Verkehrsmittel und keine Maschinen selbst bedienen darf. Daher sollte er sich abholen lassen. Bedeutsame Entscheidungen sollten ebenfalls vertagt werden.

Bei stärkeren Schmerzen kann durch den Arzt ein Schmerzmedikament gegeben werden.

Der Patient sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, damit mögliche Keime sowie Blut besser ausgeschieden werden können. In den ersten Monaten nach dem Eingriff ist eine körperliche Schonung erforderlich. Bewegungen mit Belastungseinwirkung auf die Blase (z. B. Bauchpresse, Hochheben schwerer Gewichte, Husten) sollten vermieden werden.

Kontrolluntersuchungen sind wichtig und sollten wahrgenommen werden.

Falls Auffälligkeiten bemerkt werden, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte nicht gezögert werden, den Arzt zu kontaktieren.



Letzte Aktualisierung am 10.05.2010.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Blasensteine

 
sagt Tayir15   vor 6 Monate  458

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fragt thrombose   vor 10 Monate  115

hallo habe seit circa 6 Wochen eine harte sehne im penis das geht bis an der eichel und ist wie eine erbse was könnte das sein?thrombose? geht nicht ... mehr

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fragt robertino   vor > 2 Jahre  516

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