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Welches sind die Vorteile und Nachteile eines Dauerkatheters?

Lesezeit: 2 Min.

Dauerkatheter sind nur in Ausnahmefällen auch eine Dauerlösung

Dauerkatheter sollten für den Urologen das letzte Mittel sein, das er bei Patienten mit Blasen- oder Nierenproblemen einsetzt.
Einmal- oder Selbstkatheterismus eigenen sich häufig besser, um eine ordnungsgemäße Blasenentleerung sicherzustellen. Weitere Alternativen sind Kondom-Urinale bei Männern oder Einlagen, etwa bei Inkontinenz.

Bei den Dauerkathetern stehen transurethrale Katheter (durch die Harnröhre) und suprapubische Katheter (verlegt durch die Bauchdecke direkt in die Blase) zur Auswahl.

Transurethrale Dauerkatheter

Transurethrale Dauerkatheter bieten diverse Vorteile, aber auch bestimmte Nachteile:

  • Größere vorbereitende oder zusätzliche Maßnahmen sind nicht nötig. Diese Art des Blasenausgangs kann spontan und problemlos angewendet werden, weil nur wenige konkrete Gegenanzeigen existieren. Allerdings kann das Einführen des Katheters durch Hindernisse erschwert sein.
  • Gut geeignet sind transurethrale Katheter für die Dauer therapeutischer Spülbehandlungen. Auch wenn eine Zeit lang regelmäßig steriler Urin entnommen werden muss, eignen sich diese Katheter gut.
  • Das Verletzungsrisiko beim Einführen oder Ziehen ist gering. Dennoch kann die Harnröhre bei Unvorsichtigkeit verletzt werden oder sich durch Reizung entzünden (Urethritis). Vernarbungen und Verengungen drohen in diesen Fällen.
  • Eine Bakterienbesiedelung des Urogenitaltraktes (Harn- und Geschlechtstraktes) wird sich bei Verwendung eines Dauerkatheters unweigerlich einstellen und das Infektionsrisiko steigt.
  • Restharnmengen sind nur schwer zu kontrollieren.

Alles in allem ist der Umgang mit dem Blasenkatheter anspruchsvoll, die Anforderungen an die Hygiene hoch.

Suprapubische Dauerkatheter

Der suprapubische Katheter, kurz SPK genannt, wird vom Urologen unter örtlicher Betäubung mittels Punktion (Nadeleinführung) durch die Bauchdecke gelegt. Diese Katheter können wesentlich länger am Patienten verbleiben als Katheter über die natürlichen Harnwege, weil die Bakterienbesiedelung und damit das Infektionsrisiko geringer sind. Die Harnröhre bleibt unberührt – somit drohen hier keine Verletzungen. Geschlechtsverkehr ist mit dieser Variante möglich.

Die Pflege und Reinigung ist einfacher, insgesamt ist der SPK hygienischer. Auch wenn die Komplikationsrate insgesamt niedriger ist als beim transurethralen Katheter, sind die Risiken bei Infektionen insgesamt höher. Selbst Bauchfellentzündungen können vorkommen.

Beide Katheter-Varianten bergen nicht nur die Gefahr von Infektionen. Auch die Blase verliert mit der Zeit ihre Fähigkeit, Urin zu speichern und zu gegebener Zeit kontrolliert zu entleeren. Bei sehr langem Tragen des Katheters kann die Blase schrumpfen.
Viele Patienten empfinden das ständige Tragen von Urinbeuteln als lästig und peinlich. Bei aktiven Menschen empfiehlt es sich, zumindest zeitweise Ventile anstelle der Urinbeutel anzuwenden.



B. Langrehr
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 23.12.2015
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Blasenkatheter

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urinbeutel   Offene Frage
fragt montana1965   vor 3 Monate  976

Hallo
seit einigen Wochen trage ich einen Dauerkatheter,ist schon gewechselt worden,meine Frage wäre,am Tag trage ich einen urinbeutel am Fuß ... mehr

?
Ketheder wurde entfernt   Offene Frage
fragt Micha52   vor 3 Monate  496

Guten Tag. Bei mur wurde gestern der kathederentfernt, nach einer Proatata entfernung. Röntgen und Ultraschall waren ok und zeigten keine ... mehr

 
sagt walti   vor 3 Monate  237

ist eine prosta OP während der einnahme von blutverdünner ( nach herzinfarkt) zu empfehlen.

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16 Fragen zu Blasenkatheter
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