Anzeige

Spiegelung Brusthöhle | Thorakoskopie | Mediastinoskopie

Die Spiegelung der Brusthöhle ist eine wichtige Untersuchung

Bei verschiedenen Symptomen und Anzeichen für bestimmte Erkrankungen kann eine Spiegelung der Brusthöhle (Thorakoskopie) sinnvoll sein, um eine definitive Diagnose stellen zu können. Die Spiegelung betrifft oft Veränderungen im Mittelfellraum (Mediastinum). Es erstreckt sich zwischen den beiden Lungenflügeln vom unteren Halsbereich bis zum Zwerchfell sowie vom Brustbein bis zur Wirbelsäule. Auch Gewebe außerhalb des Mediastinums, aber innerhalb des Brustraums kann beurteilt werden. Im selben Eingriff können oftmals auch Maßnahmen zur Behandlung der jeweiligen Krankheit getroffen werden.

Ursachen die eine Spiegelung der Brusthöhle erforderlich machen können

Eine diagnostische Thorakoskopie kann angezeigt sein, wenn Veränderungen an unterschiedlichen Organen, die sich im Brustraum befinden, vorliegen oder vermutet werden. Dies kann unter anderem die Lunge, das Zwerchfell, die zum Abwehrsystem gehörende Thymusdrüse, die Speiseröhre, Lymphknoten und weitere Veränderungen im Mittelfellraum (Mediastinum) wie beispielsweise Zysten betreffen. Ebenso kann die Brusthöhlenspiegelung bei Flüssigkeitsansammlungen (Erguss) in der Pleura (Rippenfell) oder im Herzbeutel vorgenommen werden. Ein Pleuraerguss kann wässrig, eitrig (Empyem) oder blutig (Hämatothorax) sein sowie manchmal auch Tumorzellen enthalten.

Symptome

Die Symptomatik hängt ab von der jeweiligen Erkrankung, die sich bei der diagnostischen Thorakoskopie zeigt. Häufig bestehen Einschränkungen der Atmung und bisweilen Schmerzen.

Diagnose

Wichtig ist eine Anamnese (Befragung des Patienten über Beschwerden, mögliche Auslöser und Vorerkrankungen) und die körperliche Untersuchung, bei der insbesondere die Lunge abgehört und abgeklopft wird. Der jeweilige Befund kann oft durch bildgebende Verfahren dargestellt werden, beispielsweise in der Röntgenuntersuchung, im Ultraschall oder der Computertomographie (CT). Zusätzlich wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, bei der beispielsweise beim Empyem auf Entzündungszeichen geachtet wird.

Differenzialdiagnose

Die jeweiligen Krankheiten müssen voneinander unterschieden werden, weshalb die diagnostische Thorakoskopie durchgeführt wird.

Therapie

Konservative Therapie

Es bestehen viele Möglichkeiten einer nichtoperativen Therapie, beispielsweise Medikamentengabe oder Allgemeinmaßnahmen.

Operation

Die Thoraxspiegelung wird in Vollnarkose vorgenommen. Die Beatmung erfolgt über die Lunge der nicht betroffenen Seite.

Bei der Thorakoskopie (VATS, Videoassistierte Thorakoskopie) werden am Brustraum im Rippenzwischenraum kleine Öffnungen geschaffen, über die ein feines optisches Gerät (Thorakoskop) mit Spezialkamera sowie die Operationsinstrumente eingeschoben werden. Der Operateur kann das Bild der Minikamera auf einem Monitor verfolgen, die Organe und Gewebe beurteilen und gegebenenfalls die Maßnahmen durchführen.

Je nach Befund sind dann verschiedene Aktionen möglich.

Ein Pleuraerguss kann mit einem speziellen Sauginstrument abgesaugt werden. Dadurch wird die Einschränkung der Atmung wieder aufgehoben. Falls ein eitriger Erguss (Pleuraempyem) vorhanden ist, wird eine Drainage eingeführt, um das Sekret abzuleiten und mehrmals täglich mit antibiotischer und desinfizierender (antiseptischer) Flüssigkeit zu spülen.

Finden sich Verwachsungen und Schwielen (Schwarten) im Rippenfell, die oftmals durch Entzündungen oder Ergüsse verursacht werden, so können diese gelöst oder herausgetrennt werden (Dekortikation). Manchmal können auch Schwielen der Lunge direkt entfernt werden, in anderen Fällen ist eine offene Operation, eventuell im selben Eingriff, notwendig.

Bei einem Herzbeutelerguss (Perikarderguss) wird das derbe Gewebe des Herzbeutels durch Anlage einer zwei mal zwei Zentimeter großen Öffnung gefenstert. Die Flüssigkeit kann dadurch in den Pleuraspalt abfließen, so dass ein zu starker, lebensgefährlicher Druck auf das Herz (Herzbeuteltamponade) verhindert oder entlastet wird. Die Flüssigkeit kann aufgrund der kleinen Menge in der Regel von der Pleura gut aufgenommen werden.

Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, so werden größere Anteile der Pleura entfernt und daraufhin einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) unterzogen. Falls sich der Krebsverdacht bestätigt, so muss der verbliebene Anteil der Pleura ebenfalls herausgenommen werden. In den allermeisten Fällen ist dafür eine offene Operation notwendig. Die Atemfunktion wird dadurch nicht oder nur sehr wenig beeinträchtigt.

Wenn bei einem Pleuraerguss nachgewiesen wird, dass die Ursache in einem bösartigen Tumor und der Streuung der Krebszellen im Rippenfellraum liegt (Pleurakarzinose), so wird der Pleuraspalt zusammengeklebt. Hierzu wird Talkumpuder in den Raum eingeführt. Manchmal ist dies auch beim Pleuramesotheliom, der von der Pleura ausgeht, sinnvoll. Durch die Verklebung wird verhindert, dass sich erneut Flüssigkeit ansammelt. Nach Anwendung dieser Methode ist die Atemfunktion ebenfalls nicht oder kaum eingeschränkt.

Bei krankhaften Befunden oder Verletzungen in der Lunge kann eine Teilentfernung von Lungengewebe oder eine Naht der Lunge erforderlich werden. Dazu kann ein spezielles Schneide-Naht-Gerät verwendet werden. Wenn Gewebe herausgenommen wird, verschiebt sich die Lunge, das Zwerchfell und der Mittelfellraum (Mediastinum) etwas in Richtung des Defektes. Dies hat normalerweise keine oder nur sehr geringe funktionelle Folgen. Wenn trotz der Organverschiebung ein Hohlraum entsteht, füllt sich dieser von selbst mit Flüssigkeit. Eine Infektion in dieser Kammer ist möglich, in diesem Fall muss eine Drainage zum Spülen und zum Ableiten von entzündlichem Sekret gelegt werden. In wenigen Fällen kann eine räumliche Anpassung des Brustkorbs mit Herausnahme mehrerer Rippen notwendig werden.

Aussackungen der Speiseröhre (Divertikel) sowie Zysten (Verdickungen mit Hohlraum) können in dem Eingriff ebenfalls herausgetrennt werden. Der Defekt wird mit speziellen Instrumenten vernäht. Hilfreich für das Auffinden der richtigen Stelle ist dabei eine zusätzliche Speiseröhrenspiegelung.  

Auch Lymphknoten können über eine Thoraxspiegelung entfernt werden, z. B. bei bösartigen Tumoren.

Bei der Brustraumspiegelung können ebenfalls Zysten im Mittelfellraum (Mediastinalzysten), die in der Regel angeboren sind und in Pleura oder Herzbeutel sitzen, herausgeholt werden. Bei von den Bronchien stammenden Zysten ist dies schwieriger, da sie mit umliegendem Gewebe verklebt sind. Daher muss in diesem Fall eine offene Operation erfolgen.

Bei Tumoren oder Vergrößerungen muss oftmals der Thymus herausoperiert werden. Die Thymusdrüse ist ein Organ, in dem sich in Kindheit und Jugend bestimmte Abwehrzellen ausbilden, das aber im Erwachsenenalter zum großen Teil in Fettgewebe umgewandelt worden ist. Die Spiegelung ist hier sinnvoll, da weniger Narben entstehen. Allerdings kann sich die Operation aufgrund der Position und der komplexen Blutgefäßversorgung schwierig gestalten, so dass relativ oft eine Umwandlung in eine offene Operation notwendig ist. Durch die Thymusentfernung ergeben sich keinerlei Nachteile.

Im Anschluss an die jeweiligen Maßnahmen werden meist ein oder zwei Drainageschläuche in die Brusthöhle eingeführt, um Wundflüssigkeit absaugen zu können und somit eine Ausdehnung der Lunge auf normale Größe ermöglicht wird. Nach mehreren Tagen können die Schläuche im Normalfall wieder gezogen werden.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Bei Vorliegen von unerwarteten Befunden oder beim Auftreten von Komplikationen kann es erforderlich werden, dass die Operation erweitert oder die Methode abgeändert wird. So kann es notwendig sein, von der Thorakoskopie (Spiegelung) in eine offene Operation umzuschwenken.

Komplikationen

Umgebende anatomische Strukturen oder Organe können bei dem Eingriff verletzt werden. Hierdurch können sich unter anderem Blutungen und Nachblutungen, aber auch Nervenschäden ergeben, bei denen es zu meist vorübergehenden Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen kommen kann. Die Verletzung des Zwerchfellnervs (Nervus phrenicus) kann zu Atemschwierigkeiten führen, aus der Verletzung des Eingeweidenervs (Nervus vagus) können Herzrhythmusstörungen resultieren, und Beeinträchtigungen des Stimmbandnervs können Stimmstörungen und eventuell Atemnot bedingen. Des Weiteren können Entzündungen, Wundheilungsstörungen sowie ausgeprägte Narben mit eventuellen funktionellen oder ästhetischen Auswirkungen auftreten. Ebenfalls sind allergische Reaktionen verschiedenen Schweregrades nicht ausgeschlossen. Bei Eingriffen am Thymus kann es zu einer Art Muskelschwäche (Myasthenia gravis) kommen. Nähte an der Speiseröhre können undicht werden und Probleme bereiten.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

Die Prognose ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung sowie deren Schweregrad und Ausbreitung.

Hinweise

Vor der Operation

Medikamente, die die Blutgerinnung negativ beeinflussen, wie beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, müssen oft in Absprache mit dem Arzt weggelassen werden.  

Rauchen kann zu Wundheilungsstörungen und weiteren Beeinträchtigungen nach der Operation führen, so dass der Patient vor dem Eingriff möglichst damit aufhören sollte.

Nach der Operation

Spezielle Atemübungen, Krankengymnastik sowie auch Brustschwimmen sind nach der Operation sehr sinnvoll, um die Gesundheit zu erhalten und Probleme zu vermindern.

Falls Auffälligkeiten bemerkt werden, die auf Komplikationen hindeuten könnten, so sollte nicht gezögert werden, den Arzt zu kontaktieren.

Nach der Entfernung bösartiger Befunde sollten Kontrolluntersuchungen regelmäßig durchgeführt werden.

Spiegelung Brusthöhle | Thorakoskopie | Mediastinoskopie



Letzte Aktualisierung am 12.11.2010.

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Spiegelung der Brusthöhle

Letzter Eintrag
Aufrufe
Antworten
angelika1971
113
0
3 Monate
gianni
573
0
> 2 Jahre

Alle Beiträge anzeigen: Thoraxchirurgie » Spiegelung der Brusthöhle

Stellen Sie Ihre Frage

 Thema abonnieren (Sie erhalten Antworten per E-Mail)

 

   

 Ich stimme den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen zu.

 

Spam-Schutz: Bitte geben Sie folgende Zahl ein: 4 

 



Thoraxchirurgie Übersicht

Thoraxchirurgie

Forum Spiegelung der Brusthöhle
Anzeige
Von A-Z
Arztsuche
Ärzte für Spiegelung der Brusthöhle
Thoraxchirurgen
Medikament im AngebotMehr Angebote »
Kostenlos vergleichen
Anzeige