Gelbfieber ist eine durch Stechmücken übertragene Virusinfektion.
Verursacht wird Gelbfieber durch das gleichnamige Virus, das zu den Flaviviridae gehört. Aufgrund molekularer Untersuchungen lassen sich mehrere genetisch distinkte Typen (so genannten Topotypen) unterscheiden. Diese Unterschiede haben epidemiologisch-klinische Konsequenzen.
Zum einen unterscheiden sich die Gelbfieber-Topotypen durch ihr Potential humane Epidemien zu verursachen und zum anderen bedingt dies eine typenspezifische Affinität zum Vektor. Dies hat zur Folge, dass in Westafrika grundsätzlich mit größeren Gelbfieber-Epidemien zu rechnen ist, während in Ostafrika eher sporadische Infektionen vorkommen. Sporadische Infektionen sind in Südamerika die Regel. Allerdings kam es kürzlich zu einer kleineren Epidemie in Bolivien. Nach Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird von jährlich etwa 200.000 Infektionen mit 30.000 Todesfällen bei Bewohnern von endemischen Region ausgegangen.
Das klinische Spektrum der Infektion reicht von asymptomatischen (ohne Symptome) über leicht fieberhafte Verläufe bis hin zum letal (sterblich) verlaufenden klassischen Gelbfieber.
Die Erkrankung verläuft in der Regel in zwei Phasen. Nach dem akuten Beginn mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Myalgien (Muskelschmerzen), Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Nasenbluten kommt es nach 3 bis 4 Tagen zu einem Rückgang der Symptome. Nur etwa 15% der Erkrankungsfälle gehen dann in die toxische Phase der Infektion über. Diese ist durch kaffeesatzartiges Erbrechen und weiteren hämorrhagischen Symptomen gekennzeichnet. Darüber hinaus imponiert ein Ikterus (Gelbsucht) sowie eine Störung der Nierenfunktion.
Neurologische Komplikationen mit Enzephalopathie (krankhafte Veränderungen des Gehirns) können im weiteren Verlauf der Erkrankung hinzutreten. Insgesamt beträgt die Letalität (Sterbensrate) an der Gelbfieber-Infektion 10 bis 20%. Tritt das klassische Gelbfieber auf, erhöht sich die Letalität auf 50% und mehr. Eine durchgemachte Gelbfieber-Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Die Verbreitung des Gelbfiebers in Afrika erstreckt sich von 150° nördlicher bis 100° südlicher Breite. In Südamerika reicht der Gürtel von 200° nördlicher bis 400° südlicher Breite.
Das Erregerreservoir des Gelbfiebervirus sind Primaten und Stechmücken, zwischen denen das Virus zirkuliert. Der Mensch wird durch den Stich infektiöser Stechmücken infiziert. Übertragende Mücken gehören zu den Aedes und Haemogogus (ausschließlich in Südamerika) Spezies. Als Übertragungszyklus wird der sylvatische (syn. Dschungel-Zyklus), urbane und intermediäre Zyklus unterschieden. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu sporadischen Einschleppungen der Erkrankung durch nicht geimpfte Reisende (Elfenbeinküste, Brasilien, Venezuela).
Zur Vorbeugung gegen Gelbfieber steht ein hochimmunogener und gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung (Gelbfieber-Impfung). Als Impfantigen wird ein lebend-attenuiertes Gelbfieber-Virus, Stamm 17D verwendet. Das Impfvirus wird in leukosefreien Hühnerembryonen vermehrt.
Der Gelbfieber-Impfstoff wird einmalig subkutan oder intramuskulär verabreicht. Der Gelbfieber-Impfstoff ist im allgemeinen sehr gut verträglich. Die häufigsten unerwünschten Reaktionen sind Kopfschmerzen, Myalgien (Muskelschmerzen), erhöhte Temperatur oder sonstige leichte lokale Beschwerden. Allergische Reaktionen, wie Urtikaria (Nesselsucht), Exanthem (Hautausschlag) oder Asthma treten mit einer Häufigkeit von 1/130000 bis 1/250000 auf, wobei hierbei hauptsächlich Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß oder sonstige Inhaltsstoffe der Vakzine betroffen sind.