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Affenpocken

Affenpocken weisen klnisch eine große Ähnlichkeit mit Variola (Pocken) auf...

Wie werden Affenpocken übertragen? 

Der Affenpocken-Virus, eine zoonotische Infektion, wird durch Tröpcheninfektion übertragen.

 

Ausbrüche in den letzen Jahren

Durch den Ausbruch in den USA im Jahr 2003 kamen Affenpocken, die bislang nur in entlegenen Gebieten West- und Zentralafrikas endemisch waren, in die Schlagzeilen. Durch den Import einer mit Affenpocken-infizierten guineischen Riesenratte aus Ghana kam es in einer Zoohandlung im amerikanischen Bundesstaat Illinois zur Infektion von Präriehunden, die in Stallungen neben diesem Nager gehalten wurden.

In der Folge infizierten sich mindestens 39 Personen mit diesem seltenen Affenpocken-Virus. Als Sofortmaßnahme zur Vermeidung ähnlicher Infektionsprobleme in der Europäischen Union wurde die Einfuhr von Präriehunden aus den USA sofort untersagt. Des weiteren wurde auch ein Einfuhrverbot für nicht domestizierte Nagetiere und Hörnchen aus dem tropischen Afrika ausgesprochen.

 

Das Affenpockenvirus 

Das Affenpockenvirus gehört zum Genus Orthopoxvirus der Familie der Poxviridae. Antigenetisch ist das Virus eng mit Variola-, Vakzinia-, Kuhpocken sowie Kamelpockenvirus verwandt.

Erstmals wurde das Affenpockenvirus Ende der 1950er Jahre aus einer Hautläsion eines Affens in Dänemark isoliert. Während der Überwachung der Pocken-Eradikation wurde das Virus im Jahr 1970 erstmals bei einem Menschen, der sich im Kongo infiziert hatte, isoliert. In der Folge kam es zu mehreren Berichten über spontane Ausbrüche von Pocken in Zentralafrika, die sich alle als Infektionen durch Affenpocken, nicht jedoch von Variola (Pocken), entpuppten.

 

Epidemiologie 

Affenpocken sind heute in weiten Teilen des äquatorialen Afrikas endemisch, doch ist die jährliche Inzidenz mit 0,63/10000 sehr gering. Nachgewiesen wurde der Erreger in den tropischen Regenwäldern von Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria und Gabun. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu Ausbrüchen von Affenpocken in der Demokratischen Republik Kongo bei denen bis zu 500  Infektionen des Menschen beobachtet wurden.

Die Infektion des Menschen erfolgt wie bisher bekannt in der Regel durch Kontakt mit infizierten Tieren (Eichhörnchen, Ratten, Primaten) durch Biss, Umgang, Kontakt mit tierischem Blut und Sekreten. Neuere Untersuchungen belegen, dass das Virus wesentlich infektiöser ist als bisher angenommen und leicht durch Tröpfchen übertragen wird.

Als weitere Ansteckungsquelle gilt der Verzehr von Affenfleisch. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, wobei jedoch größere Infektketten derzeit nicht vorkommen. Allerdings ist wegen dem in Folge der Bevölkerungsentwicklung stetigen Anstieg der Zahl von nicht gegen Vakzinia-geimpften Personen mit einer weiteren Zunahme von empfänglichen Personen zu rechnen.

Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit) beträgt 7 bis 21 Tage. Das klinische Bild ähnelt dem der Pocken. Prodromal (Vorstadium) kommt es im präeruptivem Stadium zu Fieber, Lymphknotenschwellung und Kopfschmerzen.

Das eruptive (unregelmäßigem) Stadium beginnt mit einem vesiko-pustulärem Exanthem (Ausschlag) in der Regel im Gesicht und breitet sich dann auf den Stamm und die Extremitäten aus. Die Hauterscheinungen durchlaufen die pockentypischen Stadien, beginnend mit Maculae, gefolgt von Papulae, Pustulae (Bläschen), Vesiculae (Blasen) und zuletzt erneut Pustulae.

 

Diagnostik und Differentialdiagnose 

Im Gegensatz zu Pocken kommt es jedoch zu einer ausgeprägten Lymphadenopathie, die entweder lokalisiert oder generalisiert sein kann. Nach dem Überstehen der Infektion bleiben an den betroffenen Hautstellen pockenartige Narben zurück. Als wichtigste Differenzialdiagnose gelten insbesondere Windpocken.

Affenpocken lassen sich jedoch einfach durch das monomorphe Exanthem im Gegensatz zum ,,Sternenhimmel" bei Varizellen (Windpocken) unterscheiden. Die Therapie der Affenpocken erfolgt symptomatisch und supportiv. Wichtig ist die Verhinderung von Sekundärinfektionen.

Die Diagnostik von Affenpocken erfolgt ausschließlich in spezialisierten Labors. Sowohl für den Erreger- als auch Antikörpernachweis stehen diverse etablierte Testmethoden zur Verfügung. Seit längerem ist bekannt, dass eine stattgehabte Vakzinia-Impfung zugleich eine Kreuzprotektion (Schutz) vor Affenpocken induziert. Die epidemiologische Analyse des Affenpocken-Ausbruchs in den USA bestätigt die bisherigen Annahmen.

 

Meldepflicht 

Personen, die nach der Beendigung der Impfpflicht für Pocken geborenen wurden, sind jedoch für Affenpocken empfänglich. Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Affenpocken nicht explizit als meldepflichtig aufgeführt. Allerdings muss beim Auftreten von zwei oder mehr Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, nach §6, Abs. 5b, eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen. Zudem besteht nach IfSG §7, Abs. 2 eine namentliche Meldepflicht beim Nachweis einer akuten Infektion, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist.



Letzte Aktualisierung am 07.11.2008.

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