Folgen Sie uns auf  

Transplantationen


Was bedeutet der Begriff Transplantation?

Eine Transplantation ist die Übertragung von Körpergeweben oder Organen zum Ersatz für geschädigte, funktionsuntüchtige Gewebe oder Organe. Dies muss in einer Operation geschehen. Ein Transplantat kann aus Zellen, Geweben, Organen oder Organsystemen bestehen. Besonders eine Organtransplantation stellt eine Herausforderung für den Operateur und einen einschneidenden Eingriff für den Patienten dar. Außerdem gibt es vor, während und nach der Transplantation viele Besonderheiten zu beachten.


Welche Arten der Transplantationen gibt es?

Je nachdem, wo das Ersatzgewebe oder -organ herkommt, werden folgende Transplantationen unterschieden:

Autogene oder autologe Transplantation

Dies ist die Übertragung körpereigenen Gewebes von einem Körperteil auf einen anderen. Spender und Empfänger sind dieselbe Person. In der Regel verläuft die autogene Transplantation problemlos, da körpereigene Gewebe verwendet werden, z. B. bei Eigenhautverpflanzungen nach Verbrennungen, bei Knochentransplantationen und Herzklappentransplantationen. Meist wächst das verpflanzte Gewebe ohne Komplikationen in der neuen Umgebung wieder an. Weil das Gewebe vom Immunsystem als eigenes erkannt wird und nicht abgestoßen wird, müssen keine Medikamente zur Unterdrückung der Abwehrreaktion (Immunsuppressiva) gegeben werden. Die Nebenwirkungen dieser Medikamente sind erheblich.

Syngene oder isogene Transplantation

Spender ist der eineiige Zwilling, so dass in diesem Fall Spender und Empfänger genetisch identisch sind. Daher kann hier ebenfalls auf die Gabe von Immunsuppressiva (Medikamente zur Ausschaltung der Immunreaktion) verzichtet werden.

Allogene oder homologe Transplantation

Übertragung von Geweben oder Organen von einem Menschen auf einen anderen. Der Spender gehört der gleichen biologischen Art (Spezies) an. Das Hauptproblem bei der allogenen Transplantation ist die Unverträglichkeitsreaktion beziehungsweise Abstoßungsreaktion zwischen Spenderorgan und Empfängerorganismus. Es handelt sich hierbei um eine Reaktion des Immunsystems, welches das Spenderorgan als fremd erkennt und es zerstört beziehungsweise abstößt. Nach der Transplantation von Mensch zu Mensch müssen Immunsuppressiva gegeben werden.

Xenogene oder heterologe Transplantation

Organübertragung zwischen Individuen verschiedener Arten, etwa vom Tier auf den Menschen. Wegen großer genetischer Unterschiede (Unverträglichkeitsreaktionen) und ethischer Bedenken ist die xenogene/heterologe Transplantation nur begrenzt möglich.

Alloplastische Transplantation

Hier wird künstliches Material, also ein Implantat, in den Körper eingepflanzt. Da es sich nicht um organisches Material handelt, gehört die alloplastische Transplantation streng genommen nicht zu den Transplantationen.


Warum kommt es zu einer Transplantatabstoßung?

Das Immunsystem erkennt das Spenderorgan als fremd und veranlasst Mechanismen, um es abzustoßen. Die Fremderkennung erfolgt aufgrund der individuell verschiedenen Merkmale auf den Körperzellen (Oberflächenantigene), die genetisch angelegt sind. Der Organismus bildet gegen fremde Zellantigene Antikörper (Antigen-Antikörper-Reaktion), so dass es in der Folge zu einer Transplantatabstoßung kommt.

Je geringer die genetischen Unterschiede zwischen Spender und Empfänger, desto schwächer ist diese Reaktion. Daher wird versucht, mittels so genannter Gewebetypisierung ein Spenderorgan zu finden, das in seinen Oberflächeneigenschaften (Antigene) möglichst weitgehend mit dem Empfänger übereinstimmt. Trotz allem ist zusätzlich die medikamentöse Behandlung zur Unterdrückung der Immunreaktion (Immunsuppression) erforderlich. Diese muss lebenslang durchgeführt werden. Ausnahme ist die Transplantation von Hornhaut und Gehörknöchelchen, da sie keine Abstoßungsreaktion hervorrufen.

 


Transplantationen - Wichtige Informationen

Weiter »

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 02.08.2010, aktualisiert am 12.12.2011.
War dieser Artikel hilfreich?
Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. med. Mathias Brinschwitz, Praxis, Marburg, Internist Dr. M. Brinschwitz
Internist
in 35037 Marburg
Dr. W. Hauck
Orthopäde
in 66849 Landstuhl
Portrait Dr. med. Hubert  Klauser, Hand- und Fußzentrum Berlin, Berlin, Orthopäde Dr. H. Klauser
Orthopäde
in 10629 Berlin
Alle anzeigen Zufall

Medikament im Angebot Mehr Angebote »