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Schnittführung

Was ist eine Inzision?

Die Schnittführung spielt in der Chirurgie eine wesentliche Rolle. Das Durchtrennen von Haut und Weichgeweben bei operativen Eingriffen wird als Inzision (Einschnitt) bezeichnet. Mit dem Einschnitt soll das Operationsgebiet eröffnet und übersichtlich dargestellt werden. Wenn nötig, ist eine Erweiterungsmöglichkeit während der Operation gegeben.


Welche Utensilien sind für einen Schnitt erforderlich?

Der Einschnitt (Inzision) erfolgt üblicherweise mit einem Skalpell. Durch technische Neuerungen kommen mittlerweile auch Instrumente wie so genannte Hochfrequenz-Diathermiegeräte, Laser-Messer und Ultraschall-Skalpelle zum Einsatz. Je nach Situation bieten sie eine blutärmere, feinere, präzise oder schonendere Operation.


Wie sollte der Operateur einen Hautschnitt anlegen?

Hautschnitte werden entlang der so genannten natürlichen Hautspaltlinien (Langer-Linien) geführt. Damit können günstige kosmetische Ergebnisse erzielt werden. Solche Schnitte sind daher besonders in der Schönheitschirurgie vorteilhaft, werden aber auch bei anderen Operationen in sensiblen Bereichen eingesetzt. Im Anschluss erfolgt die Durchtrennung von Muskeln unter Schonung der Nerven und Gefäße. Auch die faserigen Bindegewebsschichten (Faszien) werden in der Hauptverlaufsrichtung durchtrennt.

Bei den Inzisionen handelt es sich um „vorsätzliche", wenn auch notwendige Schnittwunden, die auch eine Verletzung des gesunden Gewebes darstellen. Werden sie richtig gesetzt beziehungsweise durchgeführt, so beschränken sich ihre negativen Auswirkungen auf das Operationsrisiko, den Heilungsprozess und Heilungserfolg auf ein Minimum.


Die wichtigsten Schnittführungen

Zu den wichtigsten Schnittführungen bei Hautschnitten am Vorderleib gehören:

Hals

  • Kocher-Kragenschnitt (Kragenschnitt nach Kocher): zur Schilddrüse hin; der Hautschnitt erfolgt ein bis zwei Querfinger oberhalb der Schlüsselbeine als Zugang zur Schilddrüse und in den so genannten vorderen Mittelfellraum (vorderes Mediastinum)

Thoraxzugänge (Brustkorb)

  • Sternotomie (Brustbeindurchtrennung) bei Herzoperationen; im mittigen Längsschnitt ist es der Standardzugang zum vorderen Mediastinum (Mittelfellraum) und zum Herzen. Das Brustbein (Sternum) wird mit einer oszillierenden Säge in ganzer Länge mittig (median) gespalten.

  • Hautschnitt an der Brustwarze (Transmamillarschnitt oder Mamillenrandschnitt), z. B. bei Brustkrebs oder vergrößerter männlicher Brust (Gynäkomastie)

  • Thorakotomie (Brustkorberöffnung); die seitliche (laterale) Thorakotomie ist der Standardzugang zum Brustkorb für Eingriffe an der Lunge und der Speiseröhre. Der Zugang erfolgt an der Oberkante der 5. oder 6. Rippe unter Schonung der Gefäße und Nerven. Der Hautschnitt erfolgt unterhalb der Brustwarze und der Spitze des Schulterblattes.

  • Rippenbogenrandschnitt

Bauchzugänge

  • Ober- und Unterbauch-Medianschnitt: Der mittige (mediane) Längsschnitt erfolgt in einer Bindegewebs-"Linie" (Linea alba) zwischen den Bauchmuskeln. Der Bauchnabel wird normalerweise links umschnitten. Dieser Schnitt ist nervenschonend. Bei Notfalleingriffen und den meisten Bauchoperationen ermöglicht sie eine gute Übersicht über die gesamte Bauchhöhle und gute Erweiterungsmöglichkeiten in Richtung der Schamgegend. Leider ist aufgrund der Zugwirkung das Risiko erhöht, dass Narbenbrüche (Narbenhernien) entstehen.

  • Quere Bauchschnitte: Quere Bauchschnitte sind mit vermindertem Schmerz nach der Operation verbunden und aus kosmetischer Sicht günstiger. Sie werden in der Regel bei Operationen am rechtsseitigen Anteil des Dickdarms durchgeführt. Anhand einer T-förmigen Erweiterung ist zwar eine bessere Übersicht gegeben, aber sie ist auch mit einem erhöhten Risiko an Narbenbrüchen (Hernien) verbunden.

  • Unterbauchschrägschnitt für die Blinddarmoperation (Appendektomie)

  • Vom Rippenrand bis zum Bauchnabel verläuft der Kostoumbilikalschnitt, der bei Gallenwegs-Operationen (rechtsseitig) vorgenommen wird. Dieser Schnitt schont die Nervenversorgung der Bauchmuskeln und ist kosmetisch günstig, da er entlang der Hautspaltlinien verläuft.

  • Inguinalschnitt ("Leistenschnitt"): Die Schnittführung verläuft schräg zwischen dem tastbaren Knochenvorsprung des vorderen seitlichen Beckens (Spina iliaca anterior superior) und der Symphyse (Schambeinfuge). Der Schnitt ist geeignet z. B. bei Leistenbruch-Operationen.

  • Bauchspiegelung (Laparoskopie). Dabei werden nur mehrere sehr kleine Schnitte als Zugänge angelegt. Über einen der Zugänge in Bauchnabelnähe wird der Bauch erst einmal mit Luft aufgebläht. Die Operationsmaßnahmen erfolgen unter Sicht über ein spezielles optisches Gerät, das über einen der Schnitte eingeführt wird. Die OP-Instrumente werden über die weiteren Zugänge eingeschoben. Die Bauchspiegelung ist gegenüber der offenen Operation schonender.


V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 30.07.2010, aktualisiert am 04.11.2011.
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