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Wann muss eine Wunde genäht werden?

Lesezeit: 2 Min.

Eine Naht hilft, dass die Wunde gut verheilt

Im Alltag entstehen Wunden durch verschiedene Situationen. Stichwunden, Platzwunden, Schnittwunden und Schürfwunden fallen unterschiedlich schwer aus. Damit eine Wunde komplikationslos heilt, muss sie entsprechend versorgt werden. Je nach Art der Verletzung ist es notwendig, die Wunde mit einer chirurgischen Naht zu verschließen. Die Ränder der Wunde werden durch das Nähen fest verschlossen. Die Naht überbrückt den Zeitraum, bis sich neues Hautgewebe bilden kann und der Heilungsprozess stattfindet.

So lässt sich erkennen, ob eine Naht notwendig ist

Nicht immer sind Tiefe oder Größe der Verletzung entscheidende Faktoren für das Nähen der Wunde. Die Lage der verletzten Stelle und die Art der Wunde werden ebenfalls berücksichtigt. Lässt sich eine Blutung mit Druckverband nicht stoppen, verschließt eine Naht die Wunde stabil. Verletzungen mit weit auseinander klaffenden Wundrändern werden ebenfalls genäht. Das Gewebe wird aneinander gefügt, die Narbenbildung kann geringer gehalten werden. Wird die verletzte Stelle stark belastet, ist das Nähen der Wunde sinnvoll. Verletzungen an den Gelenken oder anderen beanspruchten Körperstellen heilen ohne eine Naht nur schwer. Die permanente Bewegung beschädigt das entstandene neue Hautgewebe. Ist die Verletzung tief und eventuell sogar der Knochen sichtbar, ist das Nähen der Wunde sinnvoll.

Schuss- und Bisswunden sowie sehr verunreinigte Schnittwunden oder Wunden durch Holzsplitter besitzen ein hohes Infektionsrisiko und dürfen nicht genäht werden. Die Wunden werden regelmäßig beobachtet, um eine Infektion zu vermeiden.

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn man unsicher über die Schwere der Verletzung ist. Er prüft die Wunde und entscheidet, ob sie genäht werden muss.

Wunden sollten nur in den ersten sechs bis acht Stunden nach ihrer Entstehung genäht werden. Bei einem längerem Zeitraum zwischen der Verletzung und dem Nähen besteht ein hohes Infektionsrisiko. Zu viele Keime gelangen in die Wunde, die durch die Naht in der Wunde eingeschlossen werden können. Die Gefahr der Entstehung einer Entzündung ist hoch. Eine Ausnahme bilden glatte Schnittwunden im Gesicht. Sie können bis zu 24 Stunden nach der Verletzung genäht werden, wenn sie sauber und gut durchblutet sind.

Bei der Versorgung jeder Wunde wird der Tetanusschutz (Wundstarrkrampf) überprüft. Wenn die letzte Impfung gegen Tetanus länger als fünf Jahre zurückliegt, ist eine Auffrischung des Impfschutzes sinnvoll. Ist keine Grundimmunisierung vorhanden, ist eine komplette Tetanusimpfung empfehlenswert.

Wie wird eine Wunde genäht?

Der Arzt spritzt zu Beginn der Behandlung ein lokales Betäubungsmittel um die verletzte Stelle. Je nach Größe der Wunde näht er dann mit dem entsprechendem Faden und einer Anzahl von Stichen. Bei schweren Verletzungen kann eine Behandlung unter Vollnarkose notwendig werden. Nach etwa vier bis zehn Tagen werden die Fäden vom Arzt gezogen.



A. Kiele-Dunsche Anja Kiele-Dunsche
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 23.10.2015
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