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Intubation - Alternativen

Lesezeit: 2 Min.

Gibt es Risiken bei der Durchführung einer Intubation?

Beim Intubieren besteht immer die Gefahr der Fehlplatzierung in der Speiseröhre (Ösophagus),da diese im Bereich des Kehlkopfes sehr eng neben der Luftröhre liegt. Eine nicht erkannte Fehllage des Schlauches in der Speiseröhre führt zu einer Sauerstoffunterversorgung und zum Sauerstoffmangel in den Körperzellen. Zudem entsteht im Falle einer Fehllage die Gefahr eines Magenrisses unter fortwährender Druckbeatmung. In der Regel wird eine Fehllage des Tubus durch die ausbleibende Abatmung von Kohlendioxid schnell erkannt und behoben. Ein weiteres Risiko der Intubation ist eine Beschädigung der Zähne, Blutungen im Mund-Rachen bei unachtsamem Vorgehen sowie Schäden an Stimmbändern und Kehlkopf.

Gibt es Alternativen zur Durchführung einer Intubation?

Neben der endotrachealen Intubation gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, die Beatmung eines Patienten sicherzustellen.

Dazu zählen vor allem

  • Die Maskenbeatmung. Dazu wird den Patienten eine Maske luftdicht über Nase und Mundöffnung platziert. Die Maskenbeatmung kann entweder mithilfe einer Beatmungsmaschine oder per Hand mit einem Beatmungsbeutel erfolgen. Sie wird bei der Narkoseeinleitung zudem in den meisten Fällen vor der eigentlichen Intubation angewandt.
  • Die Verwendung einer Lanynxmaske. Diese Maske wird zunächst ähnlich wie ein Tubus über den Mund in den Schlund eingeführt. Sie liegt nicht wie der gewöhnliche Tubus zwischen den Stimmlippen, sondern schließt den Kehlkopf von oben ab. Das Einführen einer Larynxmaske ist meist einfacher als die herkömmliche Intubation, jedoch besteht hier eine größere Gefahr von Druckstellen auf den Kehlkopf, die unter Umständen Heiserkeit hervorrufen können. Deshalb wird eine Larynxmaske nur vorübergehend für kurze Eingriffe verwendet.
  • Der Luftröhrenschnitt (Koniotomie). Wenn alle Versuche, eine Beatmung sicherzustellen, versagen, muss ein Luftröhrenschnitt vorne am Hals durchgeführt werden. So kann über diese Eröffnung der Luftröhre von außen ein Beatmungsschlauch eingeführt werden.

Der große Vorteil der endotrachealen Intubaton gegenüber anderen Beatmungsverfahren (Maske, Larynxmaske) ist jedoch, dass eine unkontrollierte Luftfüllung des Magens verhindert wird. So kann vor allem der für den Patienten sehr gefährliche Rückfluss von Magensäure in die Lunge (Reguritaion) verhindert werden. Zudem kann über einen liegenden Tubus auch eine Absaugung von Substanzen aus der Luftröhre und den Bronchien durchgeführt werden (so genannte tiefe Atemwegstoilette). Auf diese Weise kann das Pflegepersonal auch eventuell eingedrungene Keime aus dem Atemwegen entfernen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass über den Tubus lebensrettende Notfallmedikamente in die Luftröhre gebracht werden können.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 31.10.2011
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