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Hygiene bei der Operation

Lesezeit: 3 Min.

Was bedeutet Hygiene?

Nach der allgemein gültigen Definition der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie ist Hygiene die „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit". Hygiene im engeren Sinn bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Dazu zählen vor allem Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. Diese Maßnahmen sollen die ungewollte Vermehrung von Bakterien und Mikroorganismen und so die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. In der Alltagssprache wird Hygiene auch synonym mit dem Begriff „Sauberkeit" verwendet, obwohl letztere nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Aufgabenkreis der Hygiene darstellt.
Der Begriff Hygiene stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet „gesunde Kunst". Es ist von Hygieia, der griechischen Göttin der Gesundheit, abgeleitet.

Wie sind die Hygienevorschriften bei operativen Eingriffen?

In der Medizin nimmt die Hygiene eine hohe Stellung ein, da nur durch ausreichende hygienische Maßnahmen die Übertragung von Infektionskrankheiten verhindert werden kann. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Sterilisation, Desinfektion sowie in ganz bestimmten Fällen die Quarantäne zu nennen. Besonders bei operativen Eingriffen müssen strenge hygienische Vorschriften eingehalten werden, da hier über offene Körperstellen Keime sehr leicht direkt in die Blutbahn gelangen können. Das Robert-Koch-Institut hat deshalb verschiedene Empfehlungen bezüglich der Hygiene bei Operationen veröffentlicht. Diese beziehen sich vor allem auf

  • Baulich-funktionelle Anforderungen der Operationssäle: Nur durch die richtige Raumplanung kann hygienisch einwandfreies Arbeiten möglich sein. Dazu muss die Operationsabteilung gegenüber dem übrigen Krankenhaus abgetrennt sein. Der Zugang erfolgt für das Personal über Personalumkleideräume, so genannte Personalschleusen. Die Operationsräume sollen in sich abgeschlossen sein und möglichst wenige, aber ausreichend große, Türen haben. Wasserarmaturen und Bodeneinläufe sind innerhalb eines Operationsraumes nicht erlaubt. Die Oberflächen der Räume und der Geräte müssen so beschaffen sein, dass es zu möglichst wenigen Beschmutzungen kommt und sie problemlos gereinigt und desinfiziert werden können.

  • Organisatorische Anforderungen: Der Krankenhausaufenthalt des Patienten vor einer Operation soll so kurz wie möglich gehalten werden. Die Haut des Operationsgebietes des Patienten wird bereits außerhalb der Operationsabteilung gründlich gereinigt. Wenn eine Entfernung der Haare notwendig ist, erfolgt dies unmittelbar vor dem operativen Eingriff. Im Operationsraum erfolgt eine gründliche Desinfektion der Haut des Operationsgebietes. Da in talgdrüsenreichen Hautarealen die Reduktion der Keimflora der Haut meist erschwert ist, sind längere Einwirkzeiten für die Desinfektion erforderlich. Nach erfolgter Hautdesinfektion wird die Umgebung des Operationsgebietes mit sterilen Tüchern abgedeckt.

  • Verhalten des Operationspersonals: Alle Personen, die die Operationsabteilung betreten, legen im Personalumkleideraum ihre gesamte Oberbekleidung, einschließlich der Schuhe ab und legen nach hygienischer Händedesinfektion keimarme Bereichskleidung an. Auch Schmuck, Ringe oder Uhren sollen abgelegt werden. Vor Betreten des Operationsraumes wird ein Mund-/Nasenschutz angelegt. Ein Haarschutz (OP-Haube) sowie der Mund-/Nasenschutz sollen sämtliche Bart- und Kopfhaare sowie Mund und Nase vollständig bedecken. Das Operationsteam führt vor jedem Eingriff eine chirurgische Händedesinfektion durch. Nach der chirurgischen Händedesinfektion legt das Operationsteam im OP-Raum einen sterilen Operationskittel und anschließend sterile Handschuhe an. Während der Operation soll die Anzahl der im Operationsraum anwesenden Personen auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Die Türen des Operationsraumes bleiben, soweit möglich, geschlossen.

  • Entsorgung und Reinigung unsteriler Materialien: Nach dem Ende der Operation werden die Instrumente in getrennte Behältnisse abgelegt. Diese werden verschlossen zur Geräteaufbereitung. Benutzte Operationshandschuhe und Operationskittel werden im Operationsraum abgelegt. Nach jeder Operation werden die patientennahen Flächen, alle sichtbar kontaminierten Flächen sowie der gesamte begangene Fußboden des Operationsraumes mit einem wirksamen Präparat desinfizierend gereinigt. Das Personal verlässt die Operationsabteilung durch den Personalumkleideraum und legt dort die gesamte Bereichskleidung ab. Nach jedem Toilettenbesuch wird eine hygienische Händedesinfektion durchgeführt und neue Bereichskleidung angelegt.

Ziel aller Hygienemaßnahmen bei operativen Eingriffen ist sowohl der Schutz des Patienten als auch der Schutz von Mitarbeitern vor berufsbedingten Infektionen. Die Anforderungen der Hygiene bei ambulant durchgeführten und bei stationär durchgeführten operativen Eingriffen unterscheiden sich nicht.



V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 31.10.2011
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