Definition Mammographie
Das Anfertigen von Röntgenbildern der Brustdrüse wird Mammographie genannt. Die Mammographie hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Frühdiagnostik von Brustkrebs (Mammakarzinom).
Ursachen
Eine Mammographie wird dann vorgenommen, wenn eine Brustkrebserkrankung ausgeschlossen beziehungsweise nachgewiesen werden soll. Dies kann im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung der Fall, oder wenn Beschwerden bestehen, die auf Brustkrebs hindeuten könnten. Auch bei Brustkrebsfällen in der Familie wird oft eine Mammographie durchgeführt, um Brustkrebs bei der Verwandten auszuschließen.
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung von Frauen. Etwa 1/4 aller Krebserkrankungen bei weiblichen Personen entfällt auf Brustkrebs. Selten können auch Männer an Brustkrebs erkranken. Meist ist keine direkte Ursache festzustellen. Risikofaktoren bestehen in Brustkrebserkrankungen von Verwandten, früher erster Menstruation und spätem Eintreffen der Wechseljahre sowie Kinderlosigkeit oder später Erstschwangerschaft. Durch Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) wird das Wachstum der Geschwulst angeregt. Ebenfalls ist Rauchen, Alkoholkonsum, Strahlenbelastung und ein hoher Fettanteil in der Nahrung förderlich für die Brustkrebsentstehung.
Symptome
Bei Brustkrebs bemerkt die Patientin oftmals zunächst keine Beschwerden. Ein Knoten in der Brust wird häufig selbst ertastet. Es können oft äußerlich feststellbare, oft unspezifische Veränderungen vorliegen, z. B. Verziehungen der Brust, Größenunterschiede oder Auffälligkeiten der Haut. Manchmal bestehen auch Schmerzen oder ein Ausfluss aus der Brustdrüse. Durch die unkontrollierte Wucherung und die Absiedlung von Tochtergeschwülsten endet die Erkrankung im späteren Stadium fast immer tödlich, wenn sie nicht behandelt wird.
Diagnose
Sehr wichtig für die Erkennung eines bösartigen Tumors in der Brust ist die eigene Abtastuntersuchung, die von jeder Frau einmal monatlich vorgenommen werden sollte. Am besten funktioniert der Selbsttest in der Zeit während oder kurz nach der Regelblutung. Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt werden bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr durchgeführt.
Beim Arzt erfolgt zunächst eine Befragung der Patientin (Anamnese), daraufhin ebenfalls eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem die Brüste sowie auch Lymphknoten abgetastet werden. Neben der Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) wird oftmals ebenfalls eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Bisweilen kann auch eine Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung der Drüsengänge sinnvoll sein. Falls ein Ausfluss aus der Brust besteht, wird dieser im Labor untersucht. Eine sichere Diagnose ist meist nur durch eine feingewebliche Untersuchung nach einer Biopsie (Probeentnahme) oder nach einer Operation zur Entfernung der Geschwulst möglich.
Differenzialdiagnose
Bösartige Tumore in der Brust müssen von gutartigen Befunden und entzündlichen Veränderungen unterschieden werden.
Therapie
Konservative Therapie
Die Mammographie erfolgt möglichst im Stehen oder im Sitzen. Auch im Liegen kann das Röntgen der Brust erfolgen.
Für die Untersuchung wird die Brust auf den Röntgentisch gelegt. Mit einer Kunststoffabdeckung wird die Brust mit sanftem Druck abgeflacht, so dass eine gute Abbildung auch kleiner Veränderungen möglich ist. Nun erfolgt die Röntgenaufnahme, je einmal von oberhalb und einmal seitlich. In aller Regel werden beide Brüste geröntgt.
Operation | Mögliche Erweiterungen der Operation
Zur Therapie des Mammakarzinoms (Brustkrebs) wird in der Mehrzahl der Fälle eine Operation vorgenommen, in der der Befund mitsamt den Lymphknoten, in die die Lymphflüssigkeit aus dem Brustbereich fließt, entfernt. Möglich ist auch eine Hormontherapie zum Einschmelzen der Wucherung.
Komplikationen
Durch die Röntgenuntersuchung ergibt sich eine sehr geringe Strahlenbelastung. Während der Untersuchung können mäßige Schmerzen beim Zusammendrücken der Brust vorkommen.
Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.
Prognose
Durch die Mammographie können auch kleine Veränderungen bis zu einer Größe von weniger als 0,2 Millimetern in der Brust erkannt werden. Daher ist sie neben dem regelmäßigen Abtasten der Brustdrüse eine unentbehrliche Methode bei der Früherkennung von Brustkrebs. Zudem können durch die spezielle Röntgenuntersuchung Markierungen (z. B. durch Nadeln oder bestimmte Marker) hinterlassen werden, so dass eine folgende Operation wesentlich erleichtert wird.
Hinweise
Vor der Operation
Vorherige Untersuchungsbefunde, insbesondere frühere Röntgenbilder der Brust, sollten zur Mammographie mitgebracht werden.
Nach der Operation
Eine Markierung, die für eine spätere Operation eventuell angebracht wurde, sollte unbedingt belassen werden.
Letzte Aktualisierung am 22.12.2009.