Spaltbildungen im Gesicht resultieren aus
Fehlentwicklungen in der Embryonalzeit. Man unterscheidet zwischen Lippenspalten, Lippen-Kiefer-Spalten und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.
Bei einer Spaltbildung der Lippe ergeben sich Probleme beim Essen und Trinken sowie beim Sprechen. Des Weiteren können sich eher Entzündungen im Nasen-Rachen-Bereich ausbilden.
Die in Betracht kommende sinnvolle Therapie einer Spaltbildung ist lediglich die Operation.
Bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte unterstützt der operative Verschluss der Lippen die Therapie aus Sicht der Kieferorthopädie. Der Eingriff kann die Kieferenden weiterhin etwas besser positionieren.
Der operative Lippenverschluss wird meist durchgeführt, wenn das betroffene Kind drei bis sechs Monate alt ist. Der Eingriff kann mit anderen Maßnahmen wie beispielsweise dem Gaumenverschluss kombiniert werden.
Der Eingriff
Für diese Behandlung ist eine Vollnarkose notwendig.
Der Spalt wird verschlossen, indem Haut, Muskeln und Schleimhaut vernäht werden. Hierbei bestehen mehrere Vorgehensweisen, auch beim Setzen der Schnitte. Es wird dabei oft so vorgegangen, dass die beiden Ränder des klaffenden Spaltes so vorgeschnitten werden, dass sie wie Teile eines Puzzles zusammengesetzt und genäht werden können. Daraus ergibt sich in vielen Fällen das beste Ergebnis, was Funktion und Kosmetik angeht.
Falls die Spaltbildung sehr weit auseinanderklafft, ist es oftmals sinnvoll, lediglich die Muskulatur innerhalb der Lippe zusammenzufügen. Dadurch zieht sich allmählich auch der auseinander stehende Kieferknochen etwas zusammen, diesen Vorgang nennt man Lippenadhäsion. Nach mehreren Wochen erfolgt eine weitere Operation, in der die Lippe dann komplett zusammengefügt wird.
Liegen Spaltbildungen beidseits vor, werden sie in der Regel in derselben Sitzung vereinigt. Ebenso erfolgt innerhalb des Eingriffs eine Korrektur des abstehenden Ansatzes des Nasenflügels, was häufig der Fall ist. Wenn der Spalt in den Kiefer oder Nasenboden hineinreicht, werden diese ebenfalls zusammengesetzt. Bei Kieferspalten kann es sinnvoll sein, mittels eines eingesetzten Knochenstückchens, beispielsweise aus dem Beckenknochen, die Lücke zu schließen. Diese Osteoplastik wird oft zu der Zeit durchgeführt, wenn die bleibenden Zähne hervortreten, und dient der Entwicklung einer regulären Gebiss-Stellung.
Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?
Mäßige Beschwerden wie S
chwellungen, Schmerzen, Blutergüsse und Gefühlsstörungen verschwinden meist nach ein paar Tagen wieder.
Blutungen und Nachblutungen sind möglich,
Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung können ebenfalls vorkommen und schmerzhaft sein sowie kosmetische Probleme darstellen. Auch durch Zusammenziehen der Lippe und Überwiegen des Lippenrotes können nach dem Eingriff Nachteile entstehen.
Infektionen des Knochens sind nicht auszuschließen. Weitere, unter Umständen schwerwiegende Komplikationen können vorkommen, sind aber sehr selten.
Einige der negativen Auswirkungen können eine weitere operative Behandlung erforderlich machen.
Bitte unbedingt beachten!
In den ersten Tagen nach dem Eingriff
Gerade bei kleinen Kindern ist oft das Fixieren der Arme notwendig, um den Operationserfolg nicht zu gefährden. Die Nahrungsaufnahme erfolgt bei ihnen meist erst durch Sondenkost. Erwachsene und größere Kinder können Wasser und Tee zu sich nehmen. Auf Rauchen sollte verzichtet werden, damit keine Wundheilungsstörungen hervorgerufen werden. Nach einer gewissen Zeit können dann zunächst weiche Speisen gegessen werden.
Die Fäden werden durch den Arzt entfernt, wenn die Wunden einigermaßen ausgeheilt sind. Hierzu ist oft eine Kurznarkose erforderlich.
Der Operationsbereich sollte besser gekühlt als mit Wärme behandelt werden. Eine spezielle Salbe kann unter Umständen die Narbenbildung verringern. Der Patient sollte nur wenig und vorsichtig reden, körperliche Belastungen sollten vermindert werden.
Wichtig für den Heilungsverlauf sind regelmäßige Nachkontrollen. Sollten zwischenzeitlich Probleme auftreten, so sollte bald der behandelnde Arzt oder die Klinik kontaktiert werden, um rechtzeitig eine weitergehende Therapie beginnen zu können.
Letzte Aktualisierung am 16.12.2009.