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Freie Hauttransplantation | Hauttransplantate

Informationen zur Transplantation von Haut

Offene Stellen an der Haut können durch verschiedene Vorgänge verursacht werden. Zum Einen entstehen sie durch Verletzungen und durch größere Operationen an der Haut, zum Anderen können sie auch durch Durchblutungsstörungen, Entzündungen und Ähnliches begründet sein.
Zu große offene Hautstellen sind schmerzhaft, können sich leicht infizieren und bieten keinen hinreichenden Schutz für darunterliegendes Gewebe. Daher kann je nach Ursache als Therapie eine Operation in Frage kommen.
Starke Verbrennungen der Haut führen zu einem Funktionsverlust und müssen bei größeren Bereichen ebenfalls einem Eingriff unterzogen werden.

In vielen Fällen besteht in einer Hauttransplantation die beste Therapiemöglichkeit.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Um die betroffene Stelle zu behandeln, wird bei der Hauttransplantation ein entsprechendes Stück Haut überführt. Farbe und Struktur der Haut sollten an der Entnahmestelle und im zu behandelnden Bereich ähnlich sein, um einen guten kosmetischen Erfolg zu erzielen. Je nach Gegebenheiten und Anforderungen verwendet man entweder Spalthaut- oder Vollhautpräparate.  

Verfahren:


    *    Spalthauttransplantate

Hier werden mit feinen Schneidwerkzeugen, Dermatomen, dünne Schichten der äußeren Haut abgenommen. Verwendbare Areale dafür sind unter anderem Oberschenkel, Po und obere Kopfhaut. Diese Spalthauttransplantate, die weniger als einen halben Millimeter dick sind, zeichnen sich durch besonders gute Einheilung auch bei schwierigen Voraussetzungen aus. Allerdings nehmen sie oftmals eine gelbbraune Farbe an, die sie in der normal gefärbten Umgebung auffällig macht. Zudem ziehen sie sich häufig zusammen und gelten als nicht sonderlich robust. Die Ursprungsstellen fallen relativ lange durch geringere Pigmentierung, also blassere Farbe, auf.

Die Spalthaut kann durch ein Instrument in eine netzförmige Gestalt geschnitten werden. Der Vorteil eines solchen Spalthautnetzes (engl.: mesh graft) ist, dass es so in die Breite gezogen werden kann, dass auch ein größeres Areal davon bedeckt werden kann. Nutzen hat diese Technik unter anderem bei größeren Verbrennungen.

    *    Vollhauttransplantate:

Bei diesen wird ein komplettes Hautareal abgetrennt. Dies kann nur dort geschehen, wo die Wunde nach der Transplantatentnahme problemlos wieder zusammengezogen und genäht werden kann. Das Einwachsen am Zielbereich gestaltet sich schwieriger als bei Spalthaut, dafür ist das Transplantat stabiler und die Farbe unauffälliger. Es passt sich besonders bei Kindern auch dem Wachstumsverhalten der Umgebung an.
Wegen der günstigen optischen Eigenschaften benutzt man Vollhaut vor allem im Gesicht und an der Hand. Für die Gesichtswiederherstellung wird meist Haut aus dem Bereich hinter dem Ohr und am Hals entnommen.      

Nach der Verpflanzung muss der Patient in der Regel einen Druckverband tragen.

Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?

Durch die Hautverpflanzung ist das Gewebe oft in den ersten Tagen geschwollen und schmerzt. Diese Erscheinungen verschwinden normalerweise nach wenigen Tagen.
Nicht selten kann es vorkommen, dass das Transplantat nicht vom Gewebe angenommen wird. Die Folge ist ein Absterben des Hautstücks. Die Gründe sind vielfältig, z.B. kann ein problematischer zu deckender Hautdefekt, eine Infektion oder zu intensive Bewegungsbelastung vorliegen. Hierdurch wird das Einsprossen kleiner Blutgefäße erschwert.
Des Weiteren kann es zu Blutungen und Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen sowie starker Narbenbildung kommen mit dementsprechenden ästhetischen und funktionellen Folgen. Schmerzen können ebenso dabei entstehen. Da oftmals Nerven durchtrennt werden, kann es zu Sensibilitätsstörungen kommen, die meist nur von kurzer Dauer, manchmal aber auch bleibend sein können. Allergische Reaktionen unterschiedlicher Ausprägung können vorkommen.

Behandlungserfolg

Das Ergebnis jeder Hauttransplantation hängt von einigen Bedingungen ab. Im Vergleich wachsen Vollhauttransplantate zwar weniger gut an als Spalthauttransplantate, dafür ist das kosmetische und funktionelle Resultat besser.
Es dauert bei größeren Defekten einige Monate bis Jahre, bis beurteilt werden kann, ob die Verpflanzung zu einem wünschenswerten Ergebnis geführt hat.
Nicht selten können bei großflächigen Befunden mehrere Operationssitzungen notwendig werden.

Bitte unbedingt beachten!

Vor dem Eingriff

Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen, müssen normalerweise in Absprache mit dem Arzt rechtzeitig vor dem Eingriff abgesetzt werden. Dies betrifft vor allem Aspirin® und Marcumar®. Rauchen kann zu verstärkten Wundheilungsstörungen führen, daher sollte es einige Wochen lang unterlassen werden.  

Nach dem Eingriff

Nach ambulanten Operationen darf der Patient in den ersten 24 Stunden kein Auto fahren und keine Maschinen bedienen, daher sollte er abgeholt werden. Bedeutende Entscheidungen sollten ebenso nicht erfolgen.
Besonders bei zuvor verbrannter Haut muss ein Druckverband angelegt werden, um das Anwachsen des Hautstücks zu fördern. Salbe wird regelmäßig auf die Stelle der Hautverpflanzung aufgetragen. Um das Einheilen nicht zu verzögern und die Narbenbildung nicht zu verstärken, sollte keine zu starke mechanische Belastung auf das Hauttransplantat einwirken. Je nach dem Hautbereich, der operiert wurde, muss der Körperteil den Möglichkeiten entsprechend ruhig gestellt werden. Während der ersten Monate sollte keine starke Sonneneinstrahlung auf die behandelte Stelle fallen.
Treten Probleme nach der Operation auf, so sollte kurzfristig der behandelnde Arzt beziehungsweise die Klinik kontaktiert werden.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2009.

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