Der medizinische Begriff für einen Tennisellenbogen oder einen Tennisarm lautet Epicondylitis humeri lateralis. Übersetzt heißt das, dass eine bestimmt Struktur, die seitlich am Oberarm sitzt, entzündet ist.
An dieser Struktur, dem Epicondylis lateralis, setzten die Muskeln an, die für die Streckung des Unterarms zuständig sind. Die Endung -itis hinter dem Wort Epicondylus, steht in der medizinsichen Nomenklatur für eine Entzündung.
Der Beginn und das Ende eines Muskels, wird durch Sehnen gebildet. Ein Tennisellbogen ist deswegen auch eine Entzündung der Sehnen, die an dieser Stelle ansetzen. Diese Art der Sehnenerkrankung (Tendinose) entsteht durch eine Überlastung. Da die Unterarm-Streckmuskulatur beim Tennisspielen (oder ähnlichen Bewegungsabläufen) besonders stark beansprucht wird, entstand der Name Tennisellbogen. Die Entzündung kann aber auch durch andere Faktoren verursacht werden
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Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Tennisellbogens sind noch nicht geklärt. Der Hauptfaktor für die Entstehung scheint jahrelange (chronische) mechanische Fehlbelastung zu sein. Diese Fehlbelastung führt zu kleinen Einrissen in den Sehnen und am Knochen, die eine Entzündungsreaktion auslösen. Von dieser Erkrankung sind besonders Berufsgruppen mit einer ständigen Belastung der Unterarm-Streckmuskulatur betroffen. Bauarbeiter, Fliesenleger aber auch Sekretärinnen durch die Arbeit am Computer. Da besonders das Arbeiten mit der Computermaus zu einer Fehlhaltung mit einer Fehlbelastung führen kann, existiert neben dem Begriff Tennisarm auch die Krankheitsbezeichnung Maus-Arm.
Nicht nur junge, aktive Menschen erkranken an einem Tennisellbogen. Zunehmend sind auch ältere Menschen davon betroffen. Hier liegt es nicht an vermehrter sportlicher Aktivität im Alter, sondern daran, dass der Knochen und die Sehnen von einem degenerativem (Alters-) Abbau betroffen sind. Durch den Knochenabbau verlaufen die Sehen nicht mehr an gewöhnlicher Stelle, sondern scheuern am Knochen entlang. Durch den degenerativen Abbau der Sehen reißen diese leichter ein.
Da die Erkrankung eine Frage von erhöhtem Gebrauch ist, erkrankt fast immer der Gebrauchsarm und nur selten beide Arme.
Das typische Symptom eines Tennisellbogens ist der Schmerz.
Der Schmerz beginnt am seitlichen Oberarmknochen, dort wo dieser sich mit der Speiche verbindet. Hier besteht auch ein örtlicher Druckschmerz. Der Druckschmerz hat einen stechenden Charakter. Er ist dauerhaft vorhanden und kann bis in die Fingerspitzen ziehen. Bestimmte Bewegungen verstärken den Schmerz. Zu Beginn sind das Drehungen des ganzen Armes oder Streckung des Unterarms gegen einen Widerstand. Im fortgeschritten Stadium kann selbst Hände schütteln Schmerzen verursachen. Da die Betroffenen die Muskulatur des betroffenen Armes schonen, wird diese über die Zeit hinweg abgebaut. Wird der Arm immer weniger bewegt, droht eine Kontraktur, eine Einsteifung des Gelenks.
Die Diagnose der Epicondylitis humeri lateralis wird von einem Orthopäden gestellt.
Als allererstes lässt sich der Arzt den Verlauf der Erkrankung genau schildern. Er fragt speziell nach einem Trauma, um einen unfallbedingten Schmerz abzugrenzen. Vorerkrankungen, besonders der Wirbelsäule sind wichtig, da sie eine ähnliche Schmerzsymptomatik verursachen können.
Der Arzt wird auch nach dem Beruf des Patienten fragen. Sieht er hier einen Zusammenhang, muss er einen Verdacht auf eine Berufskrankheit an den jeweiligen Träger der Unfallversicherung melden. Im Anschluss untersucht der Arzt den Arm. Er schaut sich das Gelenk an, um Entzündungszeichen in Form von einer Rötung, Schwellung und Überwärmung festzustellen. Dann fordert er seinen Patienten auf, das Gelenk einmal durchzubewegen. Hier werden erste Defizite sichtbar. Durch bestimmte Bewegungen des Armes, die der Patient mit geschlossener Faust gegen Widerstand (den Arm des Arztes) durchführt, kann der Arzt genau unterscheiden, welche Muskeln erkrankt sind.
Nach der körperlichen Untersuchung, folgt ein Ultraschall. Auf dem Ultraschall sind entzündete Sehen als verdickte Stränge sichtbar. Ein Ultraschallbild ist eine recht ungenaue Methode. Sie ist aber ohne jede Belastung des Patienten durchführbar. Auf einem Röntgenbild kann der Beginn einer Sehne durch krankhafte Verkalkungen sichtbar gemacht werden. In einzelnen Fällen, wenn der Arzt sich seiner Diagnose unsicher ist, kann er ein Magnetresonanztomogramm (MRT) anfertigen lassen. Hierbei wird der Körper in dünnen Scheiben, ähnlich einem Röntgenbild dargestellt. Der Vorteil des MRTs liegt darin, dass es ohne Strahlungsbelastung durchgeführt wird, und dass auf den Bildern die Muskeln und Sehnen in hoher Qualität abgebildet werden.
Um die Stärke der Entzündung abzuschätzen, nimmt der Arzt Blut ab. Entzündungswerte im Blut sind die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das C-reaktive Protein (CRP).
Differnezialdiagnostisch müssen andere Entzündungen im Bereich des Ellbogens sowie Krankheiten die ähnliche Schmerzen verursachen, abgegrenzt werden. Ebenso ist es wichtig, Schmerzen in Folge eines Traumas von einer Entzündung abzugrenzen.
Beim Tennisellbogen handelt es sich um eine abakterielle Entzündung. Das heißt, es ist kein Erreger vorhanden. Der Ellbogen kann sich aber auch durch eine Infektion mit Bakterien entzünden. Hier sind es in aller erster Linie Salmonellen, die im Anschluss an eine Magen-Darm-Infektion zu einer Entzündung des Knochens führen können. So eine Knochenentzündung (Ostitis) betrifft nur Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem. Bei einem gesunden, jungen Menschen ist sie äußerst selten.
Ausstrahlende Schmerzen im Arm können auch durch Erkrankungen der Wirbelsäule hervorgerufen werden. In der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark, von dem die Nerven zu den unterschiedlichen Muskeln ziehen. Durch einen Bandscheibenvorfall (Discus prolaps), oder Altersveränderungen, können diese abgehenden Nerven an ihrem Beginn (der Nervenwurzel) geschädigt werden. Die Folge so einer Nervenwurzrelschädigung sind ausstrahlende Schmerzen, aber auch ein Ausfall der Sensibilität und der Motorik. Die Sensibilität ist bei einem Tennisellbogen nicht gestört.
Bei den therapeutischen Methoden werden konservative Methoden von einer Operation abgegrenzt. Zunächst beginnt eine Therapie immer konservativ.
Durch gezielte Anwendung sowohl von Wärme als auch von Kälte kann in vielen Fällen schon eine Besserung erzielt werden. Wobei immer der Grundsatz beachtet werden sollte, dass bei einem akut entzündeten Gelenk keine Wärme angewendet werden darf. Die Kälte dient der Schmerztherapie und der Entzündungshemmung. Durch die Wärme entspannen sich die Muskeln. Eine Wärmeanwendung die auch tiefere Bereiche betreffen soll, kann mittels Ultraschall eingebracht werden. Eine Lockerung der Muskulatur kann auch durch gezielte Massagen bewirkt werden.
An Medikamenten kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben zu Einsatz. Sind die Schmerzen sehr schlimm, kann auch in das Gelenk hinein ein Schmerzmittel gespritzt werden. Das sollte aber nur in Ausnahmefällen erfolgen, da über die Spritze Bakterien in das Gelenk kommen können.
Zur Hemmung der Entzündungsreaktion kann Cortison in das Gelenk gespritzt werden. Um den Muskelansatz, den Epicondylus zu entlasten, kann die Epicondylenklammer getragen werden. Hierbei handelt es sich um eine Kunststoffschiene, die durch Druck den schmerzenden Anteil des Oberarmes entlasten soll. Eine Epicondylenklammer hilft aber nur, wenn sie an der richtigen Stelle getragen wird. Verrutscht die Klammer, führt sie zu Schmerzen und einer verstärkten Fehlbelastung.
Damit sich die Muskulatur des betroffenen Armes nicht zurückbildet, sollte Krankengymnastik (Physiotherapie) durchgeführt werden.
Ist nach 6 Monaten der konservativen Therapie keine Besserung eingetreten, muss man über eine Operation nachdenken.
Es gibt zwei ganz unterschiedliche Operationsmethoden für einen Tennisellbogen. Bei der Operation nach Wilhelm werden die Nerven, die für den Schmerz zuständig sind, durchtrennt. Das hat zur Folge, das der Patient zwar schmerzfrei ist, aber auch die Sensibilität im Bereich des Ellbogens verloren geht. Teils werden hierbei auch motorische Funktionen geschädigt, so dass direkt im Anschluss an die Operation mit einer konsequenten Physiotherapie begonnen werden muss. Bei der Operation nach Hohmann, werden die Sehen, die einen besonders starken Zug auf den Epicondylus ausüben, durchgeschnitten. Die Schmerzen lassen nach, aber die Motorik ist meist irreversibel geschädigt.
Die meisten Menschen empfinden schon durch eine konservative Therapie eine Erleichterung ihrer Beschwerden.
Ein Tennisellbogen entsteht durch eine Fehlbalastung über längere Zeit. Wird dies falsche Belastung frühzeitig beendet, muss es erst gar nicht zum Vollbild der Erkrankung kommen.
Es lohnt sich hier, auf den eigenen Körper zu hören und bei Schmerzen eine Pause einzulegen.
Ein Tennisellbogen tritt gehäuft bei bestimmten Berufsgruppen auf. Wird die Krankheit als Berufskrankheit gewertet, stehen dem Betroffenen Entschädigungen zu. Um eine Krankheit als Berufskrankheit anerkennen zu lassen, muss eine Anzeige beim Träger der Unfallversicherung erfolgen. Der diagnostizierende Arzt ist verpflichtet, Berufskrankheiten zu melden. Wurde ein Tennisellbogen diagnostiziert, muss eine konsequente Physiotherapie durchgeführt werden. Diese Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient die erlernten Bewegungen auch zu Hause regelmäßig durchführt.