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Vessel-X/Vesselplastie - Funktionsweise

Lesezeit: 2 Min.

Wie funktioniert eine Vesselplastie (Vessel-X-Operation)?

Das Prinzip der Vesselplastie ist es, Knochenersatzmaterial in den eingesunkenen oder gebrochenen Wirbelkörper einzubringen, das den Wirbel stabilisiert und aufrichtet.
Für die Operation liegt der Patient auf dem Bauch, so dass die Wirbelsäule entlastet ist und ein Zugang zum gebrochenen Wirbel über den Rücken möglich ist. Der Patient kann in Vollnarkose behandelt werden, möglich sind aber auch eine regionale Betäubung und eine Operation im Dämmerschlaf.

Am Operationstisch befindet sich ein Röntgengerät, mit dem der Operateur ständig die Position der Geräte und seine Arbeitsschritte kontrollieren kann. Zu Beginn wird mit Hilfe von laufenden Röntgenaufnahmen (Durchleuchtung) der gebrochene Wirbel auf dem Rücken mit einem speziellen Hautstift angezeichnet und die Zugangswege markiert. Zum Einführen der Operationsgeräte benötigt der Arzt zwei kleine Hautschnitte rechts und links der Rückenmitte (minimal-invasives Verfahren).

Wie bei den Operationsmethoden der Kyphoplastie oder Vertebroplastie werden anschließend zwei Führungsstäbe durch diese Hautschnitte über die Wirbelbögen bis zum Wirbelkörper vorgeschoben. Dabei wird die Position der Führungsstäbe unter Durchleuchtung kontrolliert. Hat der Operateur beide Führungsstäbe korrekt positioniert, wird der innere Teil der Führungshilfe entfernt, so dass eine Kanüle im Wirbel verbleibt. Über diese Hohlnadel kann nun ein feiner Bohrer eingeführt werden, der im Wirbelkörper einen dünnen Hohlraum schafft, in dem später das Implantat positioniert werden kann.

Die Besonderheit der Vesselplastie liegt in dem speziellen Ballon, der zur Aufrichtung des Wirbelkörpers verwendet wird. Es ist eine Art feinmaschiger Korb, der in seiner Struktur dem Gewebe des Wirbelkörpers sehr ähnlich ist. Der Korb ist zunächst nicht entfaltet, so dass er eng an der Spitze des Operationsgeräts anliegt wie eine elastische Strumpfhose. So wird er über die Hohlnadel bis in den Wirbelkörper und in den zuvor geschaffenen Raum vorgeschoben. In diese engmaschige Hülle wird nun ein zäher Knochenzement eingespritzt, so dass sie wie ein Ballon gedehnt wird und den Wirbelkörper möglichst gut aufrichtet. Der Knochenzement ist ein spezielles Implantatmaterial, das dem natürlichen Knochen in seinen Eigenschaften sehr ähnlich ist und sich gut mit dem umliegenden Gewebe verzahnt. So wird das Implantat im Wirbel verankert und kann diesen stabilisieren.

Der für die Vesselplastie verwendete Korb wird mitsamt seiner Zementfüllung im Wirbelkörper belassen. Ist das Implantatmaterial nach wenigen Minuten ausgehärtet, kann der Korb mit dem Zement von dem eingeführten Draht entkoppelt werden. Anschließend können auch die beiden Hohlnadeln entfernt werden. Das Ergebnis wird nochmals über Röntgenaufnahmen kontrolliert. Die Hautschnitte werden mit ein oder zwei Stichen vernäht.

Die ursprünglichen Verfahren zur Behandlung von Wirbelbrüchen sind der Vesselplastie sehr ähnlich. Bei der Vertebroplastie wird der Knochenzement direkt ohne vorherige Aufdehnung in den Wirbelkörper eingespritzt. Im Rahmen der Kyphoplastie wird der Wirbelkörper zunächst aufgerichtet, indem man einen Ballon im Wirbelkörper platziert, der unter hohem Druck aufgepumpt und anschließend wieder entfernt wird. Der so entstandene zylinderförmige Hohlraum wird mit Knochenzement aufgefüllt.

Bei der Vesselplastie wird dagegen ein Korb verwendet, der mit Knochenzement gefüllt wird und im Wirbelkörper als Implantat verbleibt. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass deutlich seltener Knochenzement ungewollt aus dem Wirbelkörper ins umliegende Gewebe, die Bandscheiben, den Rückenmarkskanal oder sogar in die Blutgefäße austritt. Dies wird durch den stabilen Korb gewährleistet, in dem das Material "gefangen" ist.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 18.09.2017
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fragt magic_0307   vor ~ 6 h  12

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Sehr geehrte Doktoren und Doktorinnen !!!!

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fragt magic_0307   vor 1 Tag  20

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