Youtube
Folgen Sie uns auf  

Sprunggelenk-Prothese - Operation

Lesezeit: 2 Min.

Was muss vor dem Einsatz einer Sprunggelenkprothese untersucht werden?

Vor dem Einsatz einer Prothese müssen verschiedene Dinge überprüft werden. Beispielsweise werden Gelenkfehlstellungen der Beine und Füße bestimmt und gegebenenfalls vorher ausgeglichen, da nur so ein korrekter Sitz der Prothese möglich ist. Mithilfe von Röntgenaufnahmen und MRT (Magnetresonanztomographie/Kernspintomographie) wird auch überprüft, ob die Knochenstruktur dicht genug ist, um der Prothese Halt zu geben, und ob der Bandapparat intakt ist. Die Gefäße werden auf Durchgängigkeit überprüft, damit die Wunde gut und schnell verheilen kann.

Die OP-Technik bei der Sprunggelenk-Prothese

Die Operation wird oft in regionaler Betäubung vorgenommen, da sie im Vergleich zur Vollnarkose den Kreislauf des Patienten weniger stark belastet. Entweder wird dabei nur das betroffene Bein betäubt oder beide Beine durch die Rückenmarksanästhesie. Auf dem Fußrücken wird ein langer Hautschnitt gesetzt, die Sehnen und Muskeln werden dann zur Seite gelegt, bis der Operateur den Gelenkspalt sieht. Die Gelenkkapsel wird eröffnet und der Operateur beginnt mit den Vorbereitungen zum Einbau der Prothese. Bereits vor der Operation wird anhand der Aufnahmen des Gelenks berechnet, wie viel vom Knochen abgetragen werden muss. Hierbei geht der Operateur sehr sparsam vor, um den Knochen zu schonen und um möglichst viel Fläche für ein späteres Auswechseln der Prothese oder eine Versteifung zu belassen. Mithilfe verschiedener Winkelinstrumente wird der optimale Sitz der Prothese bestimmt und über eine Röntgenaufnahme während der Operation überprüft. Wichtig für den Erfolg der Operation ist es, den Bandapparat um das Gelenk herum möglichst straff zu halten. Die ganze Operation dauert im Schnitt etwa 90 bis 120 Minuten.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Der Patient liegt in der Regel fünf bis sieben Tage stationär im Krankenhaus. Bereits am ersten Tag kann er nach der Operation mit Hilfe aufstehen. Der Patient bekommt eine abnehmbare Schiene, um das Gelenk zu stützen. Am zweiten Tag nach der Operation wird das Bein mit der Schiene einmalig kontrolliert voll belastet. So werden die einzelnen Teile der Prothese noch einmal fest in den Knochen gedrückt. Der Aufenthalt im Krankenhaus dient dazu, die erste Wundheilungsphase unter möglichst sterilen Bedingungen zu begleiten, da Entzündungen und Infektionen in einem Gelenk eine sehr unangenehme und lange Therapie mit Antibiotika erfordern können. Der Patient erhält eine genau abgestimmte Schmerztherapie, eine Hochlagerung des Beines und eine regelmäßige Massage (Lymphdrainage). So kann die Schwellung langsam abheilen.

Da die Prothese zum Einwachsen in den Knochen Zeit benötigt, darf der Patient in den ersten zwei Wochen nach der Operation nur ganz vorsichtig aufstehen und gehen und muss Gehhilfen und einen speziellen Schuh benutzen. So wird ein Umknicken verhindert. Nach dieser Zeit kann der Patient wieder beginnen, unter Vollbelastung umherzugehen. Natürlich sollte er sich und sein frisch operiertes Gelenk dabei noch schonen. Bis zu sechs Wochen sollte er sich dafür Zeit nehmen. Regelmäßige Lymphdrainage und spezielle Krankengymnastik helfen dabei, sich an die neue Sprunggelenkprothese zu gewöhnen. Da die Wundheilung langsam erfolgt, ist auch hier eine regelmäßige Kontrolle zu empfehlen. Die Fäden werden in der Regel am zwölften Tag nach der Operation gezogen. Die weitere Betreuung des Patienten kann nach dem stationären Aufenthalt in einer Reha-Klinik erfolgen.

Kontrolluntersuchungen

Schon während der Operation wird der Sitz der Prothese mit einer Röntgenaufnahme überprüft. Eine weitere Aufnahme wird vor der Entlassung aus der stationären Behandlung gemacht, um eventuelle Unstimmigkeiten frühzeitig zu beheben. Eine enge Kontrolle verspricht Erfolg. Sechs und zwölf Wochen nach der Operation und dann noch einmal sechs Monate später werden Aufnahmen gemacht. Im Rahmen der klinischen Kontrolluntersuchungen sollten dann jährlich Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 18.09.2017
War dieser Artikel hilfreich?

Aktuelle Beiträge im Forum Orthopädie

?
Rotation   Offene Frage
fragt halloweeen   vor ~ 15 h  6

Was ist genauer mrt rotation oder ct rotation

?
Was kann das sein?l   Offene Frage
fragt michi81093   vor ~ 15 h  9

Ca. ein halbes Jahr nach einem Baenderriss am Aussenknoechel bekam ich Fersenschmerzen und einen kochend heissen Fuss bei Sommertemperaturen. Dies ... mehr

?
gelenk   Offene Frage
fragt magic_0307   vor 1 Tag  16

hallo -----
Ich habe seit mittlerweile 2 Jahren einen Rippen Wirbel Blockade ich habe wirklich schon alles ausprobiert sie kann einfach nicht gelöst ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Forum Orthopädie

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. med. Thomas Lorentzen, Beauty Berlin, Schönheitschirurgie Dr. Thomas Lorentzen, Berlin, Chirurg Dr. T. Lorentzen
Chirurg
in 10711 Berlin
Portrait Dr. med. Michael Meinking, Medical Well Clinic Dresden, Dresden, Chirurg Dr. M. Meinking
Chirurg
in 01309 Dresden
Portrait Dr. med. Martin Koch, ALSTER-KLINIK HAMBURG Privatklinik für Plastische Chirurgie, Hamburg, Chirurg Dr. M. Koch
Chirurg
in 20148 Hamburg
Alle anzeigen Zufall