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Wirbelsäulensyndrom - Untersuchungen

Lesezeit: 2 Min.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Da ein Wirbelsäulensyndrom keine genaue Diagnose darstellt, sondern nur den Schmerzzustand beschreibt, wird der Arzt versuchen, die genaue Ursache der Beschwerden festzustellen. Zu Beginn der Untersuchung steht die Erfragung der Krankheitsgeschichte (Anamnese). Dabei möchte der Arzt erfahren, seit wann die Beschwerden bestehen, wie sie sich äußern, ob es ein auslösendes Ereignis gab und ob sie durch bestimmte Tätigkeiten gebessert oder verschlimmert werden. Wichtig ist auch die Beschreibung des Schmerzcharakters, also wie genau er sich anfühlt, und ob noch weitere Symptome wie Lähmungen, Muskelschwäche oder Gefühlsstörungen der Haut auftreten.

Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf die allgemeine Körperhaltung des Patienten (Schonhaltung, Einseitigkeit) und testet anschließend die aktive und passive Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie der Arme und Beine. Zum Ausschluss von Nervenverletzungen überprüft er die Reflexe und die Empfindung der Haut. Außerdem kann er Muskelverspannungen und Seitenunterschiede ertasten und schmerzempfindliche Stellen durch Druck oder Klopfen herausfinden.

Um sich ein genaueres Bild der Wirbelsäulenveränderungen zu verschaffen, werden Röntgenbilder angefertigt. Zur Darstellung der Weichteile wie Bandscheiben, Bänder und Rückenmark mit Nerven werden gesonderte Untersuchungen benötigt. Zu diesen gehören die Computertomographie (CT) sowie die Magnetresonanztomographie (MRT). Bei speziellen Fragestellungen kann auch eine Myelographie zur Darstellung des Rückenmarks oder eine Szintigraphie zum Ausschluss eines akuten Wirbelbruchs oder einer Knochenerkrankung durchgeführt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung eines Wirbelsäulensyndroms richtet sich nach den zugrunde liegenden Veränderungen. Prinzipiell sind die Ziele einer konservativen (nichtoperativen) Therapie jedoch immer gleich: Schmerzfreiheit und Bewegungsfreiheit. Gegen die Schmerzen können Medikamente verschrieben werden, die zusätzlich zu ihrem schmerzlindernden Effekt entzündungshemmend wirken.

Unter Umständen ist bei akuten Verletzungen der Wirbelsäule eine Ruhigstellung in einer Halskrause oder einem speziellen Stützkorsett (Orthese) notwendig. Diese Phase sollte jedoch nicht zu lange dauern. Im Vordergrund sollte eine schnelle Mobilisierung des Patienten stehen.

Ganz entscheidend im Rahmen einer konservativen Therapie ist die Physiotherapie. Sie bietet ein gezieltes Training zum Aufbau der Rücken- und Bauchmuskulatur, um Fehlhaltungen zu korrigieren und rückenschonendes Arbeiten zu erlernen. Zusätzlich können Wärmeanwendungen wie Fango die Muskulatur lockern und entspannen. Massagen sind bei einem akuten Bandscheibenvorfall nicht empfehlenswert, können aber bei chronisch verspannten Muskel die Schmerzen lindern.

Besonders bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule kann eine spezielle Lagerung mit angewinkelten, hochgelegten Beinen die Beschwerden lindern, so dass sich auch muskuläre Verspannungen besser lösen können. Menschen, die unter häufig wiederkehrenden Rückenschmerzen leiden, sollten besonders darauf achten, im Alltag möglichst rückenschonend zu arbeiten. Gegenstände, die auf dem Boden liegen, sollten nur aus der Hocke mit geradem Rücken aufgehoben werden. Auch beim Tragen oder Verschieben schwerer Gegenstände sollte dies nur in aufrechter Haltung getan werden. Unterstützend zur Physiotherapie können für den Arbeitsplatz spezielle Sitzmöbel sinnvoll sein, die den Rücken entlasten und eine gesunde Haltung fördern. Rückenschonende Sportarten wie Schwimmen oder Yoga sollten ergänzend durchgeführt werden.

Eine operative Therapie ist nur in speziellen Fällen notwendig und sinnvoll. Bei Bandscheibenvorfällen oder Wirbelsäulenverletzungen, die das Rückenmark gefährden und neurologische (die Nerven betreffende) Symptome verursachen, werden durch eine Operation der Rückenmarkskanal und die Nervenaustrittsstellen „gereinigt". So können Nervenschädigungen verhindert werden, und bestehende Symptome können sich zurückbilden. Eine Versteifung zweier Wirbelsegmente ist nur selten angezeigt.

Bei besonderen Erkrankungen, die eine Wirbelsäulendegeneration verursachen, ist ihre korrekte und konsequente Therapie entscheidend. Zu den Krankheiten, die Rückenschmerzen verursachen, gehören beispielsweise Osteoporose, Morbus Baastrup, Morbus Forestier sowie diverse entzündliche Erkrankungen und Tumore der Wirbelsäule.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 31.08.2017
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Untersuchungen

Portrait Tobias Radebold, Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau, Hessisch Lichtenau, Chirurg, Facharzt für Handchirurgie, , Facharzt für spezielle Unfallchirurgie
sagt T. Radebold   vor > 3 Jahre  481

@Piggeldy:,
Sorry, mein Fehler (akute Jahresendzeitverwirrung...) heisst auch lumboloc, nicht spinoloc
Tobias Radebold

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