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Wirbelbruch - Behandlung


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung einer Wirbelfraktur richtet sich nach dem Ort der Verletzung und deren Stabilität.

Konservative Therapie

Bei stabilen Brüchen der Wirbelkörper, die nicht mit einer Einengung des Rückenmarkskanals einhergehen, wird eine konservative Therapie empfohlen. Das bedeutet, dass die Wirbelsäule des Patienten in einem Gipskorsett oder einer speziellen Orthese (Stabilisierungsstruktur) ruhiggestellt wird, so dass die Fraktur schnell ausheilen kann. Oft wird für eine Zeit eine Bettruhe verordnet, allerdings nicht mehr über viele Wochen wie früher. Im Verlauf wird mit dem Muskelaufbau und dem Haltungstraining im Rahmen der Physiotherapie begonnen.

Bei osteoporotischen Patienten steht die schnelle Mobilisation im Vordergrund der konservativen Therapie. Sie sollen schnell wieder beweglich, fit und schmerzfrei werden, was mit einer intensiven Physiotherapie angestrebt wird. Eine Gipsversorgung bei einem osteoporotischen Wirbelbruch bringt keine wesentliche Verbesserung, da die Wirbelkörper im zusammen gesunkenen Zustand eher stabil sind als die ausgedünnten Wirbel ohne Fraktur.

Operation

Eine operative Versorgung bei Wirbelbrüchen ist besonders dann notwendig, wenn die Fraktur als instabil eingeschätzt wird, also die Hinterkante der Wirbelkörper gebrochen ist und Teile des Knochens oder der Bandscheibe in den Rückenmarkskanal hineinragen. Zudem wird eine Operation empfohlen, wenn sich Nervenausfälle wie Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen zeigen oder es durch den Einbruch des Wirbelkörpers zur Bildung eines Buckels gekommen ist.

Das vorrangige Ziel einer Operation ist es, den gebrochenen Wirbel so stabil wie möglich zu fixieren und eine Verletzung des Rückenmarks zu verhindern oder Nervenausfälle zu korrigieren. Dazu stehen verschiedene Operationstechniken zur Verfügung, die je nach individueller Situation und Vorerkrankung des Patienten ausgewählt werden.

Bei gesunden Knochen reicht es in den meisten Fällen aus, die verletzte Region mit speziellen Schrauben und Platten beziehungsweise mit Stangen zu fixieren (Fixateur interne). Dazu wird der gebrochene Wirbel mit einem darüber oder darunter gelegenen Wirbel verbunden, um ihn zu stabilisieren und die Heilung des Bruches zu ermöglichen. Anschließend wird häufig noch ein stützendes Korsett angelegt.

Auch im Fall einer Knochenerkrankung wie der Osteoporose kann eine Aufrichtung des Wirbelkörpers erfolgen, falls dieser durch eine oder mehrere Frakturen zusammengesunken und verkleinert ist. Dazu werden über zwei Zugänge am Rücken des Patienten rechts und links der Wirbelsäule über die Querfortsätze des gebrochenen Wirbels zwei aufblasbare Ballons in den Wirbelkörper eingebracht. Durch das vorsichtige Aufblasen der Ballons in der Mitte des Wirbelkörpers wird dieser wieder aufgerichtet. Die Ballons werden anschließend wieder entfernt und die entstandene Lücke mit einem speziellen Knochenzement aufgefüllt, der im Wirbelkörper verbleibt und diesen stabilisiert. Dieses Verfahren wird als Kyphoplastie bezeichnet. Es besteht auch die Möglichkeit, statt eines Knochenzements ein Titangerüst in den Wirbelkörper einzubauen, der dann die ursprüngliche Form des Wirbelkörpers wiederherstellt.


Wirbelbruch - Diagnose

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V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 04.05.2010, aktualisiert am 01.03.2012.
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Behandlung

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fragt lillimarie   vor 15 Tage  15

Durch einen Leitersturz

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fragt adelgunde   vor ~ 1 Jahr  389

bei mir soll Zement gespritz werden ist das schmerzhaft oder ein Risiko bei

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fragt Resonanz   vor > 2 Jahre  1048

Sehr geehrte Mitarbeiter/innen,
ich suche Literatur und Studien zur Behandlung stabiler und instabiler Wirbelbrüche im Lendenwirbelbereich.
Ich ... mehr

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