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Scheuermann-Krankheit - Symptome und Diagnose

Lesezeit: 2 Min.

Welche Symptome können vorliegen?

Bei der Scheuermann-Erkrankung bestehen in vielen Fällen keine größeren Beschwerden. Die typischen Symptome können in geringer Ausprägung vorliegen oder sich deutlicher bemerkbar machen.

An der Brustwirbelsäule ist eine Rundung nach vorne auffällig (Kyphose). Manchmal kommt eine Formveränderung zusätzlich in der Lendenwirbelsäule vor, die dort als so genannter Flachrücken bemerkt werden kann. Die Lendenwirbelsäulenveränderungen können sich auch unabhängig von der Brustwirbelsäulenkrümmung finden, dann wirkt der Rücken des Patienten auffallend gerade. Bei der ansonsten typischen Haltung von Patienten mit Morbus Scheuermann stehen die Schultern nach vorne, und das knöcherne Becken ist entsprechend ebenfalls verkippt. Die Brustwirbelsäule ist bei Scheuermann-Betroffenen schlechter beweglich als bei Vergleichspersonen. Dies gilt insbesondere für die Drehung (Rotation) im oberen Rumpf. Bei vielen Betroffenen zeigt sich zusätzlich aufgrund der Wirbelveränderungen eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose).

Einige Patienten mit Morbus Scheuermann leiden an Rückenschmerzen. Bei Jugendlichen sind sie noch eher selten (rund 20 Prozent), doch finden sie sich bei erwachsenen Betroffenen vermehrt. Die Schmerzen können in der Brustwirbelsäule und auch in der Lendenwirbelsäule vorkommen. Die Wirbelsäule von Betroffenen kann nur noch im geringeren Ausmaß Belastungen aufnehmen. Dies wird hauptsächlich dann bemerkt, wenn schwere Arbeiten verrichtet werden oder Krafttraining ausgeübt wird.

Bei einem Morbus Scheuermann kommen zudem oft Bandscheibenveränderungen und -schäden vor. Anteile der Bandscheibe werden in Richtung der Wirbelkörper gepresst und können dort zu richtigen Dellen im Knochen führen. Weitere Folgen der Erkrankung können Verschleißerscheinungen an den Wirbelsäulengelenken (Wirbelsäulen-Arthrose) sowie Schäden an Bändern und Muskeln sein.

Das Erkrankungsgeschehen des Morbus Scheuermann ist beendet, sobald das Wachstum der Person abgeschlossen ist. Die bereits erworbenen Veränderungen bleiben allerdings bestehen.

Diagnose

Die Diagnose geschieht vor allem über die charakteristischen Veränderungen, die der Arzt bei der körperlichen Untersuchung sieht. In der Anamnese (Befragung des Patienten) interessiert den Arzt unter anderem, ob Rückenschmerzen vorhanden sind und ob es früher schon Veränderungen oder Erkrankungen gab. Bei der Beurteilung des Rückens fällt besonders die Kyphose (Rundung nach vorne) in der Brustwirbelsäule auf, auch ist die Beweglichkeit vermindert. Um eine genaue Diagnose zu ermöglichen, wird eine Röntgenaufnahme oder auch eine Computertomographie (CT) angefertigt. Auf den Bildern sind Veränderungen der Wirbel zu sehen wie die Keilform, die Einbuchtungen von Knorpel in die Wirbelkörper (Schmorl-Knötchen) oder auch Verflachungen der Wirbelzwischenräume. Ein besonders frühzeitiges Erkennen der Scheuermann-Erkrankung ist im MRT (Kernspintomographie) möglich, die aber keine Routineuntersuchung darstellt. Es kommt vor, dass ein Morbus Scheuermann als erstes während einer Röntgenuntersuchung aus anderen Gründen auffällig wird.

Zur Diagnostik gehört auch die Bestimmung des Schweregrades des Morbus Scheuermann. Die Einteilung geschieht nach der Cobb-Methode, eine Winkelmessung, die anhand der Röntgenaufnahme gelingt. In vielen Fällen werden auch noch weitere Messungen an der Wirbelsäule durchgeführt (Schober-Methode, Ott-Methode).

Differenzialdiagnose zum Morbus Scheuermann

Die Grenze zum Normalbefund kann schwer zu ziehen sein, manchmal finden sich nur leichte Veränderungen im Sinne eines Morbus Scheuermann ohne echten Krankheitswert. Vor allem bei Erwachsenen kann als zu unterscheidende Diagnose ein Morbus Bechterew (eine rheumatische Erkrankung mit Wirbelsäulenverkrümmung) in Frage kommen. Außerdem sind Erkrankungen mit Schwächung der Knochensubstanz wie beispielsweise Osteoporose auszuschließen.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 24.08.2017
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