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Bruch der Kniescheibe - Therapie und Prognose

Lesezeit: 2 Min.

Wie sieht die Therapie eines Knochenbruches aus?

Die Therapie dieses Knochenbruches geschieht in den meisten Fällen durch Operation, damit die Bruchstücke wieder in normaler Position verheilen können. Bei einem unproblematischen Bruch in Längsrichtung kann es aber auch ausreichen, das Knie ruhigzustellen. Diese Bruchform ist allerdings eine Ausnahme. Auch wenn sich bei einer anderen Bruchform kein Stück stärker als zwei bis drei Millimeter verschoben hat und die Beweglichkeit gut ist, kann eine nichtoperative Behandlung ausreichend sein.

Ist eine frische Knieverletzung (ohne größere Hautwunde) eingetreten, so wird das Bein erst einmal ruhiggestellt und hochgelagert. Das Knie sollte vorsichtig gekühlt werden.

Konservative Therapie

Zur konservativen Therapie (Behandlung ohne Operation) wird normalerweise eine bewegliche Stützstruktur angelegt (Orthese). Diese ermöglicht ein Beugen zu einem gewissen Grad. Im Laufe der Abheilung kann dieser mögliche Winkel langsam vergrößert werden. Das Bein darf nur ganz leicht beansprucht werden. Eine komplette Belastung ist oft nach etwa sechs Wochen möglich. Während dieser teilweisen Ruhigstellung muss ein Mittel zur Thrombose-Vorbeugung gegeben werden.

Operation

Die Operation am Knie erfolgt in Vollnarkose oder in Rückenmark-Narkose (Spinalanästhesie). Es handelt sich um eine offene Operation. Die Vorgehensweise richtet sich danach, in welcher Art die Kniescheibe gebrochen ist. Dislozierte Brüche (Brüche mit verlagerten Bruchstücken) werden zunächst einmal wieder in das richtige Gefüge versetzt. Besonders an der Rückseite der Kniescheibe, die einen Teil des Gelenks darstellt, muss ein glattes Ergebnis erreicht werden. Am häufigsten wird Draht verwendet, um den Knochen zu fixieren.

Bei einem unkomplizierten Querbruch werden oftmals zwei Drähte in Längsrichtung durch beide Bruchstücke geführt. Diese Drähte werden durch einen weiteren Draht zusammengezogen, der sich oben und unten mit jeweils einer Schlinge um die anderen Drähte legt und in der Mitte vor der Kniescheibe gekreuzt verläuft (Zuggurtung). Die Fragmente werden dadurch zusammengezogen und heilen wieder aneinander. Bei einem Bruch in mehr Teile oder mit ungünstiger Bruchstelle kann es erforderlich sein, weitere Drähte einzusetzen oder die Drähte anders zu führen. In manchen unkomplizierten Fällen des Kniescheibenbruchs können statt Draht Schrauben verwendet werden, um die Bruchstücke aneinander zu befestigen.

Sollte keine gute (glattrandige) Rekonstruktion der Kniescheibe mehr möglich sein, kann sogar die komplette Entfernung der Knochensplitter sinnvoll sein. Das verhindert dann das Auftreten eines Gelenkverschleißes (Arthrose). Bisweilen wird nur ein Teil der Kniescheibe entfernt.

Zusätzlich zur Versorgung der Kniescheibe müssen oftmals Sehnen genäht werden. Am Ende der Operation wird auch die Operationswunde vernäht.

Nach der Kniescheiben-Operation muss das Bein wie bei der konservativen Behandlung geschont und ruhiggestellt werden. Eine gewisse Beugung muss möglich sein, die Versorgung mit Drähten erlaubt die Bewegung. Mit Röntgen wird der Heilungsverlauf nach jeweils einigen Wochen mehrmals kontrolliert. Zu einem späteren Zeitpunkt kann es sinnvoll sein, die Drahtung oder die Schrauben wieder aus der Kniescheibe zu entfernen.

Prognose bei Patellafraktur (Kniescheibenbruch)

Die Aussichten sind abhängig von der Schwere des Bruchs. Vielfach heilt die Kniescheibe durch die Therapie oder Operation wieder folgenlos ab. Meist lässt sich das Knie wieder normal bewegen. Etwa jeder dritte Patient klagt aber trotz bestmöglicher Therapie über Schmerzen. Sie können nur bei bestimmten Bewegungen auftreten, manchmal aber auch ständig bestehen. Eine Fraktur mit mehreren Bruchstücken oder mit Stufen nach der Abheilung lässt die Gefahr steigen, dass später noch Schmerzen vorhanden sind. Weitere mögliche Folgeschäden, die trotz Behandlung auftreten können, sind Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Narbenbildung im Gelenk (Arthrofibrose).

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 15.12.2016
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Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Therapie und Prognose

 
sagt Amira23   vor 20 Tage  907

Hallo Oliver,
bei mir haben die Schmerzen erst nach Entfernung des Materials (Zuggurtungsosteosynthese) nachgelassen. Danach konnte ich langsam ... mehr

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