Youtube
Folgen Sie uns auf  

Arthrose im Finger - Therapie und Prognose

Lesezeit: 2 Min.

Therapie der Arthrose im Finger (Heberden-Arthrose, Bouchard-Arthrose)

Die Arthrose im Fingerendgelenk oder Mittelgelenk kann häufig ohne Operation (konservativ) behandelt werden. Wenn bei den Beschwerden über einen längeren Zeitraum keine Besserung eintritt, kann eine Operation sinnvoll sein. Ebenfalls kann ein Eingriff bei deutlichen Gelenkabweichungen angezeigt sein.

Konservative Therapie

Nicht immer ist eine Behandlung überhaupt notwendig. Zu den einfachen Maßnahmen, die bei einer Fingerarthrose helfen können, gehören einerseits die Ruhigstellung (auch mit Verbänden/Schienen) und andererseits eine Krankengymnastik. Weiterhin können beispielsweise Wärmeanwendungen hilfreich sein.

Bei Schmerzen oder Problemen mit der Beweglichkeit erfolgt zunächst die Gabe von Medikamenten. Dabei werden insbesondere Mittel aus der Arzneimittelgruppe der NSAR (nichtsteroidale Anti-Rheumatika) eingesetzt. Sie können an Ort und Stelle als Salbe angewendet werden oder vom Patienten eingenommen werden. Vor allem bei Arzneimitteln zur Einnahme sind die möglichen Nebenwirkungen zu beachten. Über längere Zeit muss überlegt werden, ob der Einsatz gerechtfertigt ist oder eventuell sogar eine Operation auf Dauer besser ist. Als Medikamente kommen auch pflanzliche Mittel in Betracht (z.B. Teufelskralle).

Ein Wirkstoff kann auch direkt in das Gelenk eingespritzt werden, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Dazu muss das Gelenk allerdings noch einen genügend weiten Spalt aufweisen. Zur Injektion geeignet sind Cortison sowie Hyaluronsäure.

Gegen die Fingerarthrose kann außerdem eine Laserbehandlung durchgeführt werden. Dies kann die Entzündungsprozesse vermindern und die Regeneration fördern. Darüber hinaus gibt es noch weitere, teils alternativmedizinische, Methoden, die bei einer Arthrose im Fingergelenk in Frage kommen.

Operation

Bei der Operation einer Arthrose am Finger gibt es mehrere mögliche Varianten. Sie reichen von der bloßen Entfernung der entzündlichen Veränderungen über eine Gelenkprothese (künstliches Gelenk) bis hin zur Gelenkversteifung (Arthrodese). Die Operation kann unter örtlicher oder unter allgemeiner Betäubung (Narkose) geschehen.

Manchmal ist es ausreichend, die Knötchen und ein Teil des entzündeten, verdickten Gelenkinneren zu entfernen. Auch kann eine Nervendurchtrennung erfolgen, um gezielt die Schmerzweiterleitung zu unterbinden.

In ausgeprägten Arthrose-Fällen am Finger kann die Versteifung eines betroffenen Gelenkes durchgeführt werden (Arthrodese). Vor allem ist die Versteifung dann sinnvoll, wenn der Patient ausgeprägte Schmerzen sowie Verformungen an dem Gelenk hat. Das Gelenk wird versteift, indem zunächst der Gelenkknorpel entfernt wird und dann die beteiligten Knochen stabil verbunden werden. Dies geschieht mit Materialien wie Schrauben oder speziellen Drähten. Durch eine Versteifung wird der Finger nicht völlig unbeweglich, denn die anderen, intakten Fingergelenke ermöglichen noch eine relativ gute Gesamtbeweglichkeit. Meist können die Drähte oder Schrauben nach allerfrühestens einem halben Jahr entfernt werden. Die Versteifung muss dazu aber einen ganz stabilen Zustand erreicht haben.

Am Fingermittelgelenk (oder am Grundgelenk) kann eine Gelenkprothese in Frage kommen. Für das Endgelenk lohnt sich eine Prothese in aller Regel nicht. Das Kunstgelenk wird in einer Operation an die Stelle des natürlichen, geschädigten Gelenks eingesetzt und ersetzt dessen Funktion. Bei dem Eingriff werden die beiden Knochenenden so bearbeitet, dass die Prothese eingefügt werden kann.

Bei den Operationen müssen die möglichen Komplikationen bedacht werden. So können verschiedene Körperstrukturen in der Nähe verletzt werden. Blutungen und Nachblutungen sowie Blutergüsse sind ebenso möglich wie Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narben. Manchmal kann aus einer eventuellen Schädigung eines Nervs ein Taubheitsgefühl entstehen, das oft nur vorübergehend ist. Die Gelenkbeweglichkeit kann nach dem Eingriff vermindert sein.

Prognose der Fingerarthrose

Medikamente und andere nicht-operative Behandlungen sorgen oftmals schon dafür, dass sich Befund und Beschwerden bessern. Manchmal reicht dies jedoch nicht aus, und es muss schließlich eine Operation durchgeführt werden. Der Eingriff führt meist dazu, dass die Schmerzen an dem Gelenk verschwinden, aber eine gute Funktion des Fingers bestehen bleibt. Dies hängt von der einzelnen Operationsmethode ab, so dass im Vorfeld überlegt werden muss, welches Verfahren im jeweiligen Fall besonders vorteilhaft ist.

V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

aktualisiert am 08.05.2017
War dieser Artikel hilfreich?

Fragen, Antworten und zusätzliche Informationen zu Therapie und Prognose

?
Arthrose an der Hand   Offene Frage
fragt waeller14   vor > 4 Jahre  581

Guten Tag.
Ich bin 53 Jahre alt, männlich, und bei mir hat sich mittlerweile eine ausgeprägte Arthrose an der rechten, und ein beginnende an linken ... mehr

?
Springdaumen   Offene Frage
fragt Floeckchen   vor > 5 Jahre  881

Seit einigen Wochen habe ich einen springenden Daumen. Eine Kortisonspritze habemich schon beim Orthopäden bekommen. Sie hat zwar auch 2 Tage später ... mehr

Alle Beiträge anzeigen: Orthopädie » Therapie und Prognose

Stellen Sie Ihre Frage

Haben Sie bereits ein Benutzerkonto? Anmelden (Login)
Bitte wählen Sie ein passendes Forum aus.
Bitte geben Sie einen Titel für Ihre Frage oder Anmerkung ein.


Ja, ich möchte Antworten per E-Mail erhalten

Ich stimme den Nutzungsbedingungen und den Datenschutzbestimmungen zu.

Arztsuche

Ärzte
Portrait Dr. Dr. Irina Brzenska, Belleza Praxis-Klinik, Berlin, MKG-Chirurgin Dr. Dr. I. Brzenska
MKG-Chirurgin
in 12587 Berlin
Portrait Dr. Dr. Klaus Ständer, Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Dr. Dr. Klaus Ständer, Traunreut, MKG-Chirurg Dr. Dr. K. Ständer
MKG-Chirurg
in 83301 Traunreut
Dr. R. Zarrinbal
MKG-Chirurg
in 13595 Berlin
Alle anzeigen Zufall