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Meniskusverletzung, Meniskusläsion

Jedes Knie hat einen Außenmeniskus und einen Innenmeniskus - Verletzungen treten häufig bei Druck- und Drehbewegungen auf...

Definition Meniskusverletzung

Der Meniskus ist ein knorpeliges Gebilde im Gelenk. Sie ist halbmondförmig, nur im  Randbereich gut durchblutet und mit der Gelenkkapsel fixiert. Der Meniskus selbst enthält keine Blutgefäße, sie wird von der Gelenkflüssigkeit mit ernährt.
Im Bereich des Kniegelenkes haben die Menisken die Funktion als Lastverteiler, Stabilisatoren (Seitenbegrenzer) und Bremsklötze (indem sie Überdrehungen verhindern). Pro Kniegelenk gibt es einen Außen- und einen Innenmeniskus. Die Menisken liegen zwischen Ober- und Unterschenkel und können sich den Bewegungen des Kniegelenkes anpassen, da sie aus elastischem Faserknorpel bestehen.
 

Innenmeniskus (Meniskus medialis)

Sie hat ein C-förmiges Aussehen und ist fest mit der Gelenkkapsel und dem Innenband verwachsen. Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit ist sie bei Stürzen verletzungsanfälliger. Bei einer Außenrotation wird der Innenmeniskus belastet und bei der Innenrotation entlastet.

Außenmeniskus

Sie ist kreisförmig und nur zu einem kleinen Teil mit der Gelenkkapsel verwachsen. Daher ist der Außenmeniskus auch viel beweglicher als der Innenmeniskus. Bei einer Innenrotation wird der Außenmeniskus belastet und bei der Außenrotation entlastet.

Das Kniegelenk kann beim Sport mit bis zu 1,5 Tonnen belastet werden, ohne dass Verletzungen entstehen (gilt aber nur für senkrechte Belastung). Dennoch können kleinere, insbesondere schräg einwirkende oder plötzlich auftretende, schnelle Krafteinwirkungen zu unerwarteten Verletzungen führen. Die Menisken reißen aber nicht nur in Folge von Unfällen, auch starke Belastungen oder altersbedingter Verschleiß können zu einem Riss führen. Die häufigste Erkrankung des Meniskus ist wie bereits erwähnt der Meniskusriss. Oft wird hier der Innenmeniskus verletzt. Das Verhältnis Innen- zu Außenmeniskusverletzungen beträgt 20:1. Die Menisken haben nur eine begrenztes Regenerationspotential, da sie nur in den Randzonen durchblutet sind. Mediziner sprechen deshalb auch von einer gut durchbluteten roten Zone, die regenerationsfähig ist und einer weißen Zone, die nicht durchblutet wird.

Bei folgenden Personengruppen kommt es oft zu einer Überlastung der Menisken:

  • Fußballer
  • Fliesenleger
  • Skifahrer
  • Bergarbeiter
  • Gärtner

Laut der vorliegenden Daten erkranken Männer etwa doppelt so häufig als Frauen. Der Grund dafür ist die höhere körperliche Belastung der Männer.

Ursachen von Meniskusverletzungen

Verletzungen der Menisken treten besonders auf bei Kombination von Druckbelastung und Drehbewegung. In der Regel werden Meniskusverletzungen durch Gewalteinwirkungen von außen verursacht. Meistens handelt es sich um eine gewaltsame Drehbewegung bei gebeugtem Knie. Der Innenmeniskus kann unter Umständen vollständig von ihrer Anhaftungsstelle an der Gelenkkapsel und dem Innenband abgerissen werden oder in sich selbst teilen. Beim Außenmeniskus dagegen ist der Verletzungsmechanismus nicht eindeutig klar. Oft führen hier schon leichtere Tätigkeiten (die aber schon längere Zeit ausgeübt werden), z.B. Aufstehen aus der Hocke oder Gymnastikübungen, zu Verletzungen des Meniskus. Diese können sich dann erst nach Jahren bemerkbar machen.

Zu den häufigsten Ursachen der Meniskusverletzungen zählen:

  • Chronische Überbeanspruchung: Geringe sich immer wiederholende Belastungen wie z.B. das Einknicken des Kniegelenkes beim Laufen oder plötzliche Rotationsbewegungen bei gebeugten Knie können zu kleinsten Rissen führen. Über die Jahre hinweg entstehen so Schäden die unbemerkt bleiben und dann zu einem spontanen Meniskuseinriss führen können.
  • Primäre Meniskusschädigung: Das Knorpelgewebe beginnt vorzeitig zu altern, ohne dass Verletzungen vorhanden sind oder waren. Ursache hierfür können Fehlstellungen der Beine, Knorpelschäden oder permanente Überbelastung sein.          
  • Direkte Gewalteinwirkung, z.B. Sportunfälle oder Knochenbrüche
  • Abrupte Bewegungen
  • Abnutzung: Auch im hohen Alter können Meniskusleiden entstehen, die aber häufig Folge natürlicher Abnutzungen sind. Der Meniskus wird mit zunehmendem Alter spröde und verliert an Elastizität. So werden die Belastungen schlechter toleriert und es entstehen feine Risse und Furchen in den Menisken. Bereits ganz leichte Bewegungen können in diesem Stadium zu einem Riss oder einem Bruch führen.


Die Meniskusverletzung geht auch oft mit einem Bänderriss einher.    

Man kann die Meniskusschäden einteilen nach:

  • Lokalisation: vorderes, mittleres oder hinteres Drittel
  • Rissform: senkrecht, waagrecht, quer, korbhenkelartig oder lappenförmig

Symptome einer Meniskusverletzung

Je nach Schwere der Meniskusverletzung können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Das Hauptsymptom sind die Knieschmerzen, die häufig von den Kanten des Kniegelenkes ausgehen. In einigen Fällen ist keine Schmerzlokalisation möglich, da sich der Schmerz gleichmäßig auf das gesamte Knie verteilt.

Der Meniskus selbst ist schmerzfrei, weil das Knorpelgewebe frei von Nervenendigungen ist. Aber besonders im Bereich des Gelenkspaltes können starke Schmerzen auftreten, wenn sich der Meniskus hier von den Aufhängebändern losgerissen hat oder das Kapselgewebe reizt.

Das Kniegelenk ist häufig angeschwollen und fühlt sich heiß an. Das bedeutet gleichzeitig, dass der Meniskusschaden eine Gelenkentzündung hervorgerufen hat. Als Folge kommt es meistens zu einer Wasseransammlung (Gelenkerguss).
Die Patienten können das Knie nicht mehr ganz durchstrecken. Es kann auch vorkommen, dass sich der abgerissene Meniskus in den Gelenkspalt legt und das Knie völlig blockiert. Häufig wird auch ein schmerzendes Reibegefühl verspürt. Die Hockstellung ist aufgrund der starken Schmerzen nicht mehr möglich.

Da der Meniskus insgesamt nicht gut durchblutet ist (nur in den Randbereichen), heilt eine Verletzung selber kaum aus. Der Meniskusriss oder ein in das Gelenk eingeklemmter Meniskuslappen würde zu immer ständig wiederkehrenden Beschwerden und Reizerscheinungen führen.

Diagnose einer Meniskusläsion

Der Verdacht auf eine frische Meniskusverletzung kann aufgrund der Schilderung der Symptome und der körperlichen Untersuchung relativ schnell bestätigt werden.


Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung werden das verletzte und das gesunde Knie vergleichsweise abgetastet und verschiedenen Funktionstests unterzogen. Mit den standardisierten Tests werden auch Band-Instabilitäten, Begleitverletzungen und der Verletzungsausmaß diagnostiziert. Des weiteren gibt es Tests, die durch Einwirkung von Druck oder durch Drehung auf die Menisken, den Verletzungsgrad feststellen lassen. Dabei zeigen der auftretende Schmerz oder ein hörbares Klicken eine Verletzung an.


Röntgenuntersuchung

Zum Standardverfahren gehört die Röntgenuntersuchung des Kniegelenkes in zwei Ebenen (Röntgen).


Kernspintomographie

Man kann auch eine Kernspintomographie durchführen, die aber erst dann zum Einsatz kommt, wenn zwischen Beschwerden und klinischem Befund größere Diskrepanzen bestehen. Sie wird mittlerweile als Alternative zur Röntgenkontrast-Untersuchung des Gelenkes gesehen, weil sie aussagekräftigere Bilder liefert.


Arthroskopie

Durch die Kernspintomografie wurde auch die Arthroskopie (Untersuchung von Gelenken mit einem Spezialendoskop), die ausschließlich zu diagnostischen Zwecken durchgeführt wurde, ersetzt.


Ultraschalluntersuchungen

Besteht der Verdacht auf Durchblutungsstörungen der Kniekehlenarterie oder Tumore, so werden Ultraschalluntersuchungen gemacht.

 

Gelenkpunktionen

Bei einem vorliegenden Erguss hat man auch die Möglichkeit der Gelenkpunktion. Die Gelenkpunktion wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt. Wenn das Punktat blutig ist und es klinisch keinen Hinweis auf eine Kreuzbandverletzung gibt, so ist es wahrscheinlich, dass der Meniskus in Knochennähe verletzt worden ist. In diesem Fall besteht noch die Hoffnung, dass er wieder angenäht werden kann. Mit der Punktion kann man gleichzeitig auch die Flüssigkeit aus dem Gelenk ableiten und den Spannungsdruck mildern.

Differentialdiagnose

Eine Meniskusverletzung ist in der Regel nach technischen Untersuchungen nicht zu übersehen. Die Diagnose kann mit einer Sicherheit von 100% gestellt werden. Doch alle Erkrankungen im Bereich des Kniegelenkes können ähnliche Beschwerden verursachen. Daher könnten auch folgende Erkrankungen in Frage kommen:

  • Patellaspitzen-Syndrom: Entzündliche Reizung der Kniescheibensehne am unteren Pol der Kniescheibe. Sie ist oft mit Knochenhautreizung der Kniescheibe und einer Verdickung des Fettkörpers verbunden.
  • Osteochondrosis Dissecans (OD): Eine im Wachstumsalter entstehende lokalisierte Erkrankung von Gelenken.
  • Chondropathia patellae: Häufige, nicht vollständig geklärte typische Erkrankung, die vorwiegend im Jugendalter auftritt und mit Schmerzen im Bereich der Patella (Chondropathia patellae) einhergeht.
  • Chondromalacia patellae: Erweichung des Knorpelgewebes unterschiedlichen Schweregrades im Bereich des Knies.

 

Therapie einer Meniskusverletzung

Wichtig ist hier zu wissen, dass Meniskusverletzungen immer behandelt werden müssen, da sie sonst zu Folgeschäden führen können. Ohne eine Behandlung verschleißt das Kniegelenk schneller, da der Meniskus seiner Funktion nicht mehr nachkommen kann. Er kann die Belastungen nicht mehr Gelenk schonend verteilen und die Stöße abdämpfen. Zudem droht eine vorzeitige Arthrose (degenerative Gelenkerkrankung). Jede Schädigung am Meniskus erfordert nicht sofort eine Operation. Man kann kleinere Verletzungen konservativ, dass heißt mittels Ruhigstellung, Schmerzmitteln und physikalischer Therapie behandeln. Erst wenn Funktionsbeeinträchtigungen des Gelenkes durch Einklemmungen oder Ergussbildungen vorhanden sind, werden chirurgische Maßnahmen ergriffen.

  • Ruhigstellung
    Kleinere Meniskuseinrisse, dass heißt Längsrisse bis ein Zentimeter, können durch Ruhigstellung des Beines behandelt werden. Hier kann zwar eine Operation auch durchgeführt werden, muss aber nicht unbedingt sein. Der Patient soll das betroffene Bein beim Gehen für etwa drei bis 4 Wochen mit Krücken entlasten. Leichte sportliche Aktivitäten, wie Radfahren und Schwimmen sowie Bewegungstherapie mit Übungen zum Muskelaufbau gehören zur obligaten physikalischen Therapie bei dieser Behandlungsform.
    Die konservative Therapie kommt besonders für Menschen in Frage, wo Sport nicht im Mittelpunkt des Lebens steht.
  • Medikamentöse Behandlung
    Die Medikamentengabe dient vorzugsweise zur Schmerzlinderung. Bei größeren Schmerzen kann dem Patienten ein lokal wirkendes Betäubungsmittel in das Gelenk injiziert werden.
  • Physikalische Therapie
    Zur Schmerzbehandlung können hier die Kältetherapie und Elektrotherapie eingesetzt werden. Außerdem kann man für die Stabilisation des Kniegelenkes Bewegungstherapie mit (kranken- und sport-) gymnastischen Mobilisierungs-, Muskelkräftigungs- und Muskeldehntechniken durchführen.
  • Chirurgische Maßnahmen
    Bei starker Beschädigung bzw. einem Meniskusriss muss in jedem Fall operiert werden. Doch es ist immer sinnvoll, dass man sich vor einer Operation eine zweite Expertenmeinung über die Sinnhaftigkeit des Eingriffes einholt. Die Operation erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, kann aber auch mit regionaler Betäubung gemacht werden.

Die Meniskusoperation wird heute mittels Kniegelenkspiegelung durchgeführt.  Man setzt direkt neben der Sehne zwischen Kniescheibe und Unterschenkel, zwei ca. 5 mm lange Schnitte beidseits und operiert durch diese Öffnung.
Durch den ersten Schnitt wird eine Optik mit Videokamera in das Kniegelenk eingeführt und durch den zweiten Schnitt das erforderliche Miniatur-Instrumentarium.

Im Kniegelenk ist normalerweise wenig Gelenkflüssigkeit vorhanden. Da die Gelenkkapsel dicht an den Knorpel- und Knochenstrukturen anliegt und unter normalen Umständen die Sicht versperren würde, wird die Kapsel zuerst mit einer sterilen Flüssigkeit aufgedehnt. Im nächsten Schritt wird eine Meniskuserhaltende Operation durchgeführt, dass heißt man versucht so weit wie möglich den Meniskus zu nähen und beizubehalten. Denn Studien zeigten, dass das Risiko von Knorpelschäden bei vollständig entfernten Menisken deutlich höher liegt.

Bei / Nach der Operation können folgende Komplikationen auftreten:

  • Meniskusfragmente können im Gelenk zurückbleiben
  • Es können Blutungen auftreten, weil Gefäße verletzt wurden oder zu große Kapseleinschnitte gemacht wurden
  • Nervenverletzungen
  • In den Beinvenen können Thrombosen entstehen
  • Gefahr der Infektionen

 

Prognose

Nach einer erfolgreichen Meniskusnaht oder einer Teilresektion, sollte das Knie wieder langsam zunehmend belastet werden (unter der Anleitung eines Arztes oder Physiotherapeuten). Etwa sechs Wochen nach einer Operation ist das Knie wieder voll belastbar.

Es kommt nur selten zu Komplikationen wie Blutung, Infektionen, Thrombosen, sowie Nerven- und Gefäßverletzungen. Auch das Material der Meniskusnähte ist sehr gut verträglich und wird vom Körper nach einer gewissen Zeit resorbiert.
Dagegen weisen Kniegelenke ohne Menisken keine gute Prognose auf, denn hier steigt die Gefahr einer frühzeitigen Arthrose. Dies lässt sich aber heute durch neue Entwicklungen in der Meniskusforschung stark verhindern. An Stelle des entfernten Meniskus wird nun ein sogenannter „Meniskusersatz“, ein Kunststoffimplantat, erfolgreich eingesetzt.

Hinweise für Patienten

Um die Gefahr einer Meniskusverletzung gering zu halten, sind folgende Punkte zu beachten:
• Vermeiden Sie unnötige Belastungen, z.B. längere tiefe Hockstellungen
• Tragen Sie am besten bei allen Sportarten eine Knieschiene, um das Gelenk zu stabilisieren
• Vor dem Sport sollten Sie Muskelaufbautraining und Aufwärmübungen durchführen, um langsam die Bänder zu dehnen. Dies beugt eine Meniskusverletzung meistens vor.
• Meniskuserkrankungen werden in einigen Berufen, z.B. beim Bergmann, wo eine hohe Belastung vorliegt, als Berufskrankheit angesehen.
• Ruhen Sie sich nach einem Eingriff zwei bis drei Wochen zu Hause aus. Während dieser Zeit sollte das Bein entlastet werden (Verwendung von Krücken).

Wurde ein Meniskusriss früh entdeckt, das bedeutet bevor es zu Schädigungen an den Knorpeloberflächen gekommen ist, kann dieser Patient auch später wahrscheinlich wieder in unbegrenztem Umfang Sport treiben. Dabei sollte selbstverständlich die Genesungszeit von etwa vier bis sechs Wochen vor der Sportaufnahme eingehalten werden.



Letzte Aktualisierung am 22.12.2009.

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