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In welchen Fällen kann es ohne Osteoporose zu einem Wirbelkörperbruch kommen?

Lesezeit: 2 Min.

Mechanische Krafteinwirkung kann zum Bruch führen

Wirbelbrüche werden nicht selten durch Osteoporose verursacht. Die Vorerkrankung betrifft das Skelettsystem des Patienten, wobei die Knochen porös werden, weil Knochenmasse abgebaut wird. Meist spielt das Alter bei der Osteoporose eine wichtige Rolle des Knochenschwundes. Häufig sind Frauen nach den Wechseljahren aufgrund der hormonellen Umstellung (Mangel an Östrogen) betroffen. Osteoporose zählt zu den Stoffwechselerkrankungen, die Knochen instabil werden lassen und besonders im Bereich der Wirbelkörper für Brüche sorgen kann. Aber nicht immer ist Osteoporose die Ursache für einen Wirbelkörperbruch.

Wirbelkörperbruch durch Unfall

Generell ist die Wirbelsäule ein stabiles Knochenmuster, das innere Organe und Rückenmark schützt. Die Wirbelkörper sind die dicken Hauptanteile der Wirbelknochen (welche noch aus den Wirbelbögen und Wirbelfortsätzen bestehen). Die Wirbelkörper sind damit die stützenden Elemente im Rücken. Osteoporose ist zwar die häufigste Ursache für eine Fraktur der Wirbelkörper, allerdings ist ein Bruch nicht immer durch diese Erkrankung bedingt und nicht immer spontan (ohne eindeutige äußerliche Einwirkung). Kommt es infolge eines Unfalles zu einer Fraktur am Wirbelkörper, spricht man von einem traumatischen Wirbelkörperbruch. Das kann durch direkte und indirekte mechanische Krafteinwirkung geschehen.

Damit ein Wirbelkörper bricht, ist häufig ein Sturz bei gleichzeitiger Drehbewegung der Auslöser. Auch kann es bei einem starken Aufprall auf ausgestreckte Beine dazu kommen, dass ein Wirbelkörper bricht. Kleinere Aufpralle werden von der Muskulatur neben der Wirbelsäule abgefangen, jedoch ist bei einem heftigen Sturz die Krafteinwirkung oft so immens, dass der Knochen bricht.

Ursache von Wirbelkörperbrüchen bei jungen Personen

Die häufigsten Ursachen für Frakturen an der Wirbelsäule bei jungen Erwachsenen ohne Vorerkrankungen wie Tumore oder Osteoporose sind Unfälle im Straßenverkehr, die meist erhebliche Krafteinwirkung zur Folge haben. Aber auch Sportunfälle sind nicht selten ein Grund für eine Wirbelkörperverletzung. Dazu zählen insbesondere Sportarten mit einem erhöhten Risiko für Verletzungen und Stürze, wie etwa Skifahren, Reiten oder Fußball. Auch Motorrad-oder Snowboardunfälle sind nicht selten der Auslöser für derlei Frakturen. Gerne unterschätzt werden Situationen beim Badesport, insbesondere ein Kopfsprung in zu flaches Wasser. Beim Klettersport ist ebenfalls ein Sturz aus großer Höhe möglich und kann erhebliche Verletzungen der Wirbelsäule zur Folge haben.

Weitere Ursachen für Wirbelbrüche durch Krafteinwirkungen sind Unfälle an der Arbeit oder im Haushalt (beispielsweise Stürze von Leitern, Treppen, Podesten), körperliche Gewalt durch andere oder banale Unfälle. Die plötzliche Überdehnung oder Stauchung an der Wirbelsäule infolge dieser Gründe kann dafür sorgen, dass der Wirbelkörper der Belastung nicht standhält.

Vorerkrankungen können hinter dem Wirbelkörperbruch stecken

Vorschädigungen wie die Osteoporose begünstigen den Bruch der Wirbelsäule oder führen direkt dazu, dass der Bruch entsteht. Der Wirbelkörper kann neben der Osteoporose auch durch andere Knochenerkrankungen oder durch Tumore so geschädigt werden, dass er brüchig wird. Nicht nur Tumore mit einem Ursprung im Knochen, sondern auch Metastasen, die sich aus anderen Tumoren im Wirbelkörper angesiedelt haben, können die Ursache sein. Auch Blutkrebserkrankungen wie das Plasmozytom (Multiples Myelom) sind mögliche ursächliche Erkrankungen bei den Frakturen. Abgesehen von der häufigen Osteoporose gehören zu den weiteren vorschädigenden Knochenkrankheiten unter anderem der Morbus Bechterew oder die Spondylitis (Wirbelentzündung).

Alle diese Krankheiten können zur Folge haben, dass eine ganz geringe Einwirkung (Bagatelltrauma) ausreicht, um den Knochen zum Brechen zu bringen. In der Regel sackt der Wirbelkörper in sich zusammen. Der Mediziner spricht von einer pathologischen Fraktur, wenn eine Erkrankung und nicht eine starke Gewalt hinter einem Knochenbruch steckt.

D. Klimpel Denise Klimpel
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 20.04.2017
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