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In welchen Fällen kann ein Tumor mit einer Knochenentzündung einhergehen?

Lesezeit: 2 Min.

Bestimmte entzündliche Erkrankungen können zu Wucherungen führen

Menschen, die unter einem angegriffenen Immunsystem leiden, sind sehr anfällig für Knocheninfektionen. Gerade deswegen treten Knocheninfektionen häufig im Zusammenhang mit Krebs, Diabetes oder einer AIDS-Erkrankung auf. Gerade bei einer Operation besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da hier die Bakterien über die Wunde zum Knochen gelangen können. Zusätzliche Risikofaktoren in dieser Hinsicht sind starkes Übergewicht, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Mangelernährung und sehr hohes Alter. Umgekehrt gilt eine chronische Entzündung als begünstigend für bösartige Tumore. Ob ein Zusammenhang zwischen der Knocheninfektion (Osteitis, Osteomyelitis) und einem Knochenkrebs besteht, ist aber fraglich. Die Ursachen für Knochenkrebs sind meistens unklar.

Es gibt eine chronische Form der Knochenentzündung, bei der sich Tumore (Geschwulste) bilden können. Der Fachbegriff hierfür heißt Morbus Paget. Beim Morbus Paget kommt es zu einem gesteigerten Abbau und Aufbau von Knochengewebe. An dem von der Krankheit betroffenen Knochen kann sich zu circa ein bis fünf Prozent ein Osteosarkom (Knochenkrebs) bilden. Hier sind vor allem Becken-, Oberschenkel- und Oberarmknochen betroffen. An Morbus Paget erkranken vor allem ältere Menschen, Männer häufiger als Frauen. Vermutlich ist ein Virus oder sogenanntes Slow Virus für die Erkrankung verantwortlich.

Es gibt eine Krebserkrankung, deren Symptome sehr ähnlich wie bei einer Knochenentzündung sind, das Ewing-Sarkom. Dieser bösartige Tumor findet sich sehr häufig am Schienbein und am Oberschenkelknochen. An diesem Krebs erkranken häufig Jugendliche im Alter zwischen 5 und 15 Jahren, Jungen häufiger als Mädchen. Der betroffene Knochen schmerzt sehr und wird von Fieber und Abgeschlagenheit begleitet. Erst das Röntgenbild gibt Klarheit darüber, ob es sich um eine Knocheninfektion oder um das Ewing-Sarkom handelt. Dieser Krebs zerstört den Knochen. Zudem neigt er sehr stark zur Metastasen-Bildung (Streuung in andere Körperteile). Wird frühzeitig erkannt, dass es sich um einen Tumor handelt, bestehen sehr gute Heilungschancen. Die Behandlung erfolgt mittels Chemotherapeutika und Strahlentherapie.

Zu erwähnen ist das Krankheitsbild Osteitis fibrosa cystica, welches auch als brauner Tumor bezeichnet wird. Die Erkrankung ist durch eine Überfunktion der Schilddrüse bedingt und führt zu Abbauprozessen im Knochengewebe. Da sich das Bindegewebe und knochenabbauende Gewebe vermehrt und es dort einblutet, kommt es zu einer Geschwulst, die innen bräunlich aussieht. Der braune Tumor bei der Osteitis fibrosa cystica ist gutartig.

Knocheninfektionen sind mittlerweile extrem selten aufgrund hoher Hygiene-Standards in Krankenhäusern. Sollte trotzdem der Verdacht auf Infektionsherde im Knochen bestehen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Nur ein ausgebildeter Mediziner kann feststellen, ob es sich um eine Entzündung, um Knochenrheuma oder um das Ewing-Sarkom handelt und eine wirksame Therapie einleiten.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 22.01.2016
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