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Klumpfuß

Operative Behandlung eines Klumpfußes

Definition

Bei einem so genannten Klumpfuß, einer Fußfehlstellung, kann eine Operation notwendig sein, um ein normales Gehen zu ermöglichen.

Ursachen

Der Klumpfuß ist in den meisten Fällen angeboren. Es besteht ein Ungleichgewicht in den Wadenmuskeln, und die Knochen im Fuß entwickeln sich nicht normal.

Es ist auch möglich, dass ein Klumpfuß nach einer Verletzung auftritt. Als Ursache kommen des Weiteren Erkrankungen von Nerven oder Muskeln in Frage.

Symptome

Der Klumpfuß ist eine Fehlstellung, die nur einen oder beide Füße betreffen kann. Der Fuß befindet in einer Stellung, bei der der innere Rand nach oben und der äußere Rand nach unten gezogen ist. Der Mittelfußbereich und die Zehen sind nach innen gerichtet. Weitere Verformungen können ebenfalls vorhanden sein, z. B. eine zu starke Wölbung des Fußskeletts. Es besteht meist eine Verschmälerung der Wade. Unbehandelt führt der Klumpfuß zu Problemen und Schmerzen beim Gehen und Stehen sowie zu Folgeschäden von Knochen und Gelenken.

Diagnose

Der Klumpfuß fällt bereits beim Anblick deutlich auf. Es erfolgt neben der Befragung der Eltern oder des Patienten (Anamnese) eine körperliche Untersuchung. Lässt sich eine derartige Fehlstellung des Fußes manuell nicht beheben, so liegt definitionsgemäß ein Klumpfuß vor. Röntgenuntersuchungen sind ungefähr ab einem Alter von drei Monaten sinnvoll und werden hauptsächlich zur Verlaufskontrolle durchgeführt.

Differenzialdiagnose

Es muss festgestellt werden, ob wirklich eine Fehlbildung vorliegt oder ob die Verformung durch eine ungünstige Lage im Mutterleib entstanden ist. Auch weitere Fußfehlstellungen müssen unterschieden werden.

Therapie

Konservative Therapie

Mit der Therapie des Klumpfußes soll eine Normalisierung der Fußposition erreicht werden.

Eine nichtoperative Therapie empfiehlt sich vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Durch einen Gips, der bereits kurz nach der Geburt angepasst wird, wird der Fuß langsam in die richtige Position befördert. Der Gips wird anfangs jeden Tag, später seltener gewechselt, bis die normale Lage des Fußes erreicht ist.

Operation

Wenn nach drei Monaten der konservativen Behandlung keine Normalstellung des Fußes besteht, sollte der Klumpfuß operativ korrigiert werden.

Zur Operation des Klumpfußes erfolgt eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie (Betäubung eines größeren Körperbereiches).

Oftmals wird am Bein eine stramme Manschette angelegt, um die Durchblutung des Beines vorübergehend zu stoppen (Blutsperre). Damit können Blutungen verringert und die Sicht auf den Operationsbereich gebessert werden.

Für einen Zugang zu den inneren Strukturen des Fußes und der Wade sind Hautschnitte notwendig. Abhängig vom Befund werden verschiedene Maßnahmen getroffen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird unter anderem die Achillessehne in Z-Form verlängert, um den so genannten Spitzfuß zu korrigieren, der eine Komponente des Klumpfußes darstellt. Ebenso kann die Gelenkkapsel von oberem und unterem Sprunggelenk gespalten. Bestimmte Sehnen, die zum Mittelfuß ziehen, werden durchtrennt. Weitere Maßnahmen können je nach Befund notwendig werden.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen können weitere Maßnahmen vorgenommen werden. Dazu gehören z. B. Korrekturmaßnahmen an den Wadenmuskeln, durch die ein Gleichgewicht des Muskelzuges erreicht werden soll. Auch Eingriffe an den Sehnen (Verlängerung, Verlagerung) sind möglich.

Bei erwachsenen Betroffenen sind Knochenoperationen erforderlich. So können z. B. korrigierende Eingriffe am Fersenbein oder an den Fußwurzelknochen erfolgen. Auch kann es sinnvoll sein, das Sprunggelenk zu versteifen, um bei zu geringem Muskelzug eine bessere Stabilität beim Gehen zu erreichen.

Oftmals wird ein Drainageschlauch in das Operationsgebiet eingeführt, um Wundflüssigkeit abzufangen. Die Drainage kann nach wenigen Tagen wieder gezogen werden.

Nach dem Eingriff wird der Fuß mit einem Verband versorgt. In den allermeisten Fällen wird ein Korrekturgips angelegt.

Mögliche Erweiterungen der Operation

Unerwartete Befunde sowie Komplikationen können es notwendig machen, dass eine Abänderung oder Erweiterung der Operationsmethode erfolgen muss.
 

Komplikationen

Strukturen im Operationsbereich können geschädigt werden. Es kann zu Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen kommen. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildungen können auftreten. Durch Verletzung von Nerven kann es unter anderem zu Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen kommen. Durch eine eventuelle Blutstauungsmanschette können Druckschäden oder Lähmungen verursacht werden. Die Knochen können in einer ungünstigen Position zueinander einheilen. Manchmal kommt es zu Verschleiß, zur verminderten Beweglichkeit oder zur Steifigkeit von Gelenken. Knochen und Muskeln können durch die Bewegungseinschränkung schwächer werden. Auch ist es nicht ausgeschlossen, dass es zum so genannten Sudeck-Syndrom kommt, bei dem der Knochen stark abgebaut wird und sich eine schmerzhafte Entzündung ergibt. Allergische Reaktionen jeden Schweregrades sind möglich.

Hinweis: Dieser Abschnitt kann nur einen kurzen Abriss über die gängigsten Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose

In vielen Fällen kann durch die operativen Maßnahmen die Fußstellung normalisiert werden. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Ebenfalls kann es später zu einem Wiederauftreten des Klumpfußes kommen (Rezidiv). In einem solchen Fall oder bei ungenügender Korrektur im Kindesalter können bei Erwachsenen weitere operative Eingriffe notwendig werden.

Hinweise

Vor der Operation

In vielen Fällen müssen Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, beispielsweise Marcumar® oder Aspirin®, vor einer Operation abgesetzt werden. Dies geschieht immer in Absprache mit dem Arzt.

Nach der Operation

Ergeben sich stärkere Schmerzen, so können durch den Arzt Schmerzmedikamente gegeben werden.

Das Bein muss einige Wochen bis Monate besonders geschont werden. Eine Hochlagerung des Beines unterstützt den Heilungsverlauf. Der Fuß darf in der Zeit nicht belastet werden, hierzu sind eventuell Gehhilfen angezeigt. Die anderen Gelenke sollen viel bewegt werden. Krankengymnastik ist sinnvoll.

Sport und andere Aktionen mit Belastungseinwirkung auf den betroffenen Fuß sollten erst dann ausgeübt werden, wenn der Arzt keine besondere Gefährdung mehr darin sieht.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sollten gewissenhaft eingehalten werden. Verbände beziehungsweise Gips sollten nur durch einen Arzt gewechselt werden.

Bei Besonderheiten, die auf Komplikationen hindeuten könnten, sollte der Arzt kontaktiert werden, um eine eventuell notwendige Behandlung durchzuführen. Insbesondere muss bei einem Gipsverband darauf geachtet werden, dass sich keine starke Enge ergibt.

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Letzte Aktualisierung am 22.12.2009.

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