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Weshalb sind gerade ältere Menschen von Beckenbrüchen betroffen?

Lesezeit: 2 Min.

Osteoporose erhöht das Risiko einer Knochenfraktur

Osteoporose ist der medizinische Fachbegriff für das, was im Volksmund Knochenschwund heißt. Dabei handelt es sich um eine normale Alterserscheinung: Mit den Lebensjahren nimmt die Knochendichte ab, die Knochen werden poröser und anfälliger für Brüche. Vor allem Frauen sind betroffen. Über 80 Prozent der weiblichen Bevölkerung entwickelt nach der Menopause Osteoporose. Aber auch die meisten Männer über 70 sind davon betroffen. Chronische Rückenschmerzen oder eine schleichende Reduzierung der Körpergröße sind ein Anzeichen für Knochenschwund.

Eine Bagatellverletzung genügt

Über eine Teppichkante stolpern und zu Fall kommen - ein kleiner, unspektakulärer Sturz, der bei einem jungen Menschen folgenlos bleibt, kann bei einem älteren Menschen einen Knochenbruch verursachen. Bereits durch einen geringen Aufprall kann der Knochen splittern und brechen. Häufig ist das Becken betroffen - meist der vordere Beckenring. Oft kommt bei älteren Personen hinzu, dass der Gang und Stand nicht mehr so sicher wie früher ist und auch Erkrankungen die Möglichkeit von Stürzen erhöhen.

Stabile Beckenbrüche, bei denen der Knochen nicht durchgebrochen, sondern nur angebrochen ist, werden konservativ behandelt. Das heißt, der Patient bekommt Schmerzmittel und muss mehrere Wochen ruhig liegen. Auch osteoporotische Knochen heilen komplett aus und die Heildauer ist vergleichbar mit der eines gesunden Knochens.

Minimal-invasive Beckenchirurgie

Die minimal-invasive Chirurgie hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Eine Vollnarkose ist stets mit großen Belastungen für den Organismus verbunden. Gerade bei älteren Menschen sollte darauf verzichtet werden.
Muss der Beckenbruch dennoch operiert werden, gibt es auch in der Chirurgie des Beckens minimal-invasive OP-Möglichkeiten. Über kleine Hautschnitte werden Schrauben in den Knochen fixiert, die dem Beckenring wieder Stabilität verleihen. Da im Beckenraum wichtige Blutbahnen, Nerven und Organe liegen, findet die OP mithilfe einer Röntgendurchleuchtung oder eines CTs statt. Der kleine Operationszugang verlangt einen erfahrenen und in dieser Methode geübten Spezialisten.

Bei einem ansonsten guten Allgemeinzustand und mit entsprechender Physiotherapie verheilt der Knochen gut und gestattet dem Patienten wieder mehr Beweglichkeit und Selbstständigkeit.

Bewegung schützt vor Knochenschwund

Osteoporose ist nicht heilbar. Man kann sie auch nicht ganz verhindern, ihr aber Einhalt gebieten, zum Beispiel durch die Einnahme von Kalzium. Die Dosierung sollte mit einem Arzt abgesprochen werden, da zu viel Kalzium dem Organismus schaden kann. Auch Magnesium und Vitamin D wirken sich positiv auf die Knochengesundheit aus. Rauchen sollte vermieden und Alkohol maßvoll genossen werden.

Körperliche Aktivität ist ein gute Maßnahme gegen Osteoporose. Vor allem muskelaufbauendes Training und Ausdauerübungen sind empfehlenswert. Auch wenn bereits Osteoporose vorhanden ist, sollten Muskeln und Knochen weiter trainiert werden. Es gibt Gymnastikprogramme, die speziell auf Osteoporose-Patienten zugeschnitten und auch in höherem Alter noch machbar sind. Damit werden nicht nur Kraft und Beweglichkeit, sondern auch Koordination trainiert. Die regelmäßigen körperlichen Übungen dienen so auch der Vorbeugung vor Stürzen.

Den Alltag sicher gestalten

Ist die Osteoporose bereits fortgeschritten, sollte vor allem für die Sicherheit im Alltag gesorgt sein. Dazu gehört, die Wohnung von Stolperfallen wie Teppichkanten, herumliegenden Kabeln oder Türschwellen zu befreien. Beim Treppensteigen sollten Handläufe benutzt werden. Solides Schuhwerk, das den Fuß stützt und rutschfest ist, reduziert die Unfallgefahr ebenfalls.

Wer gut sieht, ist im Vorteil. Ein Sehtest, der Aufschluss gibt über die Sehleistung und gegebenenfalls die Anpassung der Brille an eine neue Sehstärke, kann einen Unfall verhindern. Damit wird auch das Verhalten im Straßenverkehr sicherer - auch wenn man vielleicht nur noch als Fußgänger unterwegs ist. Eine Gehhilfe oder ein Rollator sorgen auch in hohem Alter noch für Mobilität und geben gleichzeitig Sicherheit.



U. Kohaupt Ursula Kohaupt
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 01.06.2016
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