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Trockene Augen

Was versteht man unter dem Begriff „Trockenes Auge"?

Das trockene Auge ist keine eigenständige Erkrankung, es handelt sich vielmehr um ein Symptom welches auftreten kann, wenn die Tränenflüssigkeit nicht ausreichend produziert wird oder diese nicht optimal zusammengesetzt ist. In Deutschland leiden etwa 10 Millionen Menschen unter einem trockenen Auge und den damit verbundenen Beschwerden wie Juckreiz, Fremdkörpergefühl oder Augenbrennen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, was vor allem auf die Hormonumstellung in den Wechseljahren zurückgeführt wird. In vielen Fällen werden die Beschwerden von den Betroffenen als harmlos eingestuft und als nicht behandlungsbedürftig angesehen. Meist erfolgt deshalb keine oder nur eine unzureichende Therapie. Doch es handelt sich um keine harmlose Befindlichkeitsstörung, da sie die häufigste Ursache für eine Hornhaut-Perforation darstellt und zur Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen kann.


Ursachen

Ist das Auge nur unvollständig vom Tränenfilm bedeckt, so kann es zu trockenen Augen kommen. Als Ursache kommen zwei Möglichkeiten in Frage: Die Tränendrüsen produzieren nicht genug Tränenflüssigkeit oder aber die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit ist gestört. Entweder sind die Tränendrüsen nicht vollständig entwickelt und daher in ihrer Funktion eingeschränkt, welches man auch als Tränendrüsenaplasie bezeichnet, oder aber es führen verschiedene Erkrankungen zu einer Funktionseinschränkung der Tränendrüse. Das Zustandekommen des Trockenen Auges wird durch innere und äußere Faktoren beeinflusst.


Zu den äußeren Faktoren zählen vor allem Lebens- und Arbeitsbedingungen wie z.B.:

  • Zugluft oder überheizte Räume
  • Klimaanlage
  • Parfüm und Raumdüfte
  • Ozon (auch aus Kopiergeräten und Druckern)
  • Zigarettenrauch
  • Unzureichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes
  • Kontaktlinsenunverträglichkeit
  • Unzureichende Brille
  • Konservierungsmittel in Augentropfen, die gegen andere Erkrankungen des Auges angewendet werden
  • Zu den inneren Faktoren zählen beispielsweise:
  • Hormonell bedingte Veränderungen der Tränenflüssigkeit, z.B. in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • altersbedingte Veränderungen und Erkrankungen, die zu einer verminderten Produktion von Tränenflüssigkeit führen wie Rheuma oder Neurodermitis
  • Sjörgen-Syndrom (Erkrankung des Immunsystems)
  • Sarkoidose
  • Tränendrüsenerkrankungen
  • Infektionen wie Mumps oder Trachom
  • Fehlstellungen der Augenlider
  • Verengungen im Bereich der abführenden Tränenwege
  • Vitamin A-Mangel
  • Unzureichender Schlaf
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Medikamente die als Nebenwirkung zu einer verminderten Tränenproduktion führen können.

Dazu zählen:

  • Bluthochdruckmittel (Betablocker)
  • Antihistaminika (Mittel gegen Allergien)
  • Orale Kontrazeptiva (Pille)
  • Augentropfen gegen gerötete Augen
  • Antidepressiva
  • Beruhigungsmittel
  • harntreibende Mittel

Die Tränenflüssigkeit ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. Die Schleimschicht, innerste Schicht der Tränenflüssigkeit, kann durch Erkrankungen wie Vitamin A-Mangel oder Verätzungen angegriffen werden. Der Tränenfilm reißt dadurch schneller ein und es kommt zu den Symptomen des Trockenen Auges.

Symptome

Trockenes Auge entsteht dann, wenn nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit produziert wird oder ihre Zusammensetzung gestört ist. Dadurch reißt der Tränenfilm auf der Augenoberfläche zu früh, dass heißt vor dem nächsten Lidschlag, auf. Es entstehen trockene Stellen. Dadurch können die Augenlider beim Lidschlag nicht mehr problemlos über die Augen gleiten. Die Lider „kratzen" regelrecht über die Augenoberfläche, welches nicht nur als unangenehm empfunden wird, sondern auch Entzündungen und Infektionen begünstigt und zu Schäden an der äußeren Schicht der Augenoberfläche der Hornhaut, führen kann.

Die häufigsten Beschwerden bei Trockenem Auge sind:

  • Augenbrennen
  • Juckreiz
  • Trockenheitsgefühl
  • Augenschmerzen, -drücken
  • Verklebte Augenlider
  • Rötung (gerötete Bindehaut)
  • Fremdkörpergefühl („Sandkorngefühl")
  • Müde Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Übermäßiges Tränen der Augen

Diese Symptome treten besonders häufig bei Kontaktlinsenträgern und im Alter auf.

Therapie

Zunächst werden die Ursachen durch den Augenarzt abgeklärt. Meist reicht zur Therapie der Ersatz der Tränenflüssigkeit durch Tropfen, so genannte „künstliche Tränen", aus. Die häufigste Behandlungsmethode ist die Anwendung von Tropfen. Daneben können auch Gele oder Salben am Auge angewendet werden. Ziel jeglicher Therapieform ist, die unzureichende Tränenflüssigkeit zu ersetzen oder die Konsistenz des Tränenfilms zu verbessern. Die Arzneimittel bzw. Zubereitungen werden bei Bedarf mehrmals täglich in den Bindehautsack getropft, dadurch soll vor allem eine bessere Benetzung der Augenoberfläche und eine Linderung der Symptome erreicht werden.

Damit die Zubereitungen möglichst lang auf der Augenoberfläche verbleiben, sind sie meist von dickflüssiger (visköser) Konsistenz. Nachteil dieser Zubereitungen ist, dass das Sehvermögen kurz nach der Anwendung manchmal eingeschränkt sein kann. Zu empfehlen sind vor allem konservierungsmittelfreie Zubereitungen, da Konservierungsmittel wie beispielsweise das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid, die Hornhaut des Auges schädigen können und daher die Zusammensetzung des Tränenfilms negativ beeinflussen.

Bei sehr starkem Mangel an Tränenflüssigkeit kann der Arzt eine Verödung der Tränenpünktchen (dabei handelt es sich um Abflussstellen der Tränenflüssigkeit) vornehmen oder ein Verschluss derselben mithilfe kleiner Silikonplomben (punctum plugs) in Erwägung ziehen. Durch die Verödung oder den Verschluss der Tränenpünktchen wird der Abfluss der Tränenflüssigkeit behindert.


Augentropfen richtig anwenden

Augentropfen sollten am besten in entspannter, sitzender Haltung in das Auge getropft werden. Den Kopf z.B. nach hinten an eine Stuhllehne lehnen. Die Augen sollten nach oben und leicht zur Seite sehen. Nun mit einer Hand das Unterlid leicht abheben und in die Spalte einen Tropfen Tränenersatzflüssigkeit träufeln und fertig.


Hilfreiche Maßnahmen und Tipps zur Selbsthilfe

  • Meiden Sie Zugluft oder Luftstrom aus Klimaanlagen und Gebläsen. Gebläse sollten nie auf das Gesicht gerichtet werden!
  • In der Heißperiode für ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, indem Sie feuchte Tücher auf die Heizung legen. Elektrische Luftbefeuchter und Flüssigkeitsbehälter sind nicht zu empfehlen, da sie häufig ein Tummelplatz für Bakterien und Schimmelpilzsporen darstellen.
  • Bei bestimmten Sportarten wie z.B. Radfahren oder Schwimmen, Schutzbrillen tragen.
  • Meiden Sie Qualm und Rauch.
  • Bei Bildschirmarbeit sollten Sie öfters Arbeitspausen einlegen und die Augen entspannen. Blinzeln Sie häufiger.


Letzte Aktualisierung am 22.07.2010.

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